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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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10. Mai 2012

Mädchen und Mütter frühzeitig über die HPV-Impfung aufklären

Impfungen gehören zu den kosteneffektivsten Präventionsmaßnahmen im Gesundheitswesen, dennoch sind hohe Impfraten keine Selbstverständlichkeit. „Trotz des wirksamen und langanhaltenden Impfschutzes vor Humanen Papillomviren (HPV), liegt in Deutschland die Impfrate bei nur ca. 30 Prozent. Und dies, obwohl die Ständige Impfkommission (STIKO) bereits seit 2007 eine Impfempfehlung für alle Mädchen von 12 bis 17 Jahren gegen die HPV-Typen 16 und 18 ausgesprochen hat (1)“, betonte Prof. Dr. Elmar A. Joura auf dem Symposium von Sanofi Pasteur MSD im Rahmen des 30. Jahrestreffens der European Society for Paediatric Infectious Diseases (ESPID) in Thessaloniki, Griechenland.
Der Oberarzt an der Wiener Universitätsklinik für Frauenheilkunde forderte die Pädiater dazu auf, Mädchen und Mütter aktiv über die HPV-Impfung aufzuklären. Den eindrucksvollen Erfolg hoher Impfraten erklärte Joura am Beispiel Australiens, das aufgrund seines nationalen HPV-Impfprogramms Impfraten von über 70 Prozent vorweisen kann. So hat sich nach der Einführung des Schulimpfprogramms die Anzahl der Neuerkrankungen an Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen unter 18 Jahren fast halbiert (2). Die im letzten Jahr veröffentlichte Studie des Melbourne Sexual Health Centers belegt zudem, dass, aufgrund der hohen Impfraten mit dem Impfstoff Gardasil, Erkrankungen an Genitalwarzen, die durch die HPV-Typen 6 und 11 hervorgerufen werden, nahezu eliminiert wurden. Vier Jahre nach dem Start des Impfprogramms sank bei den unter 21-Jährigen die Häufigkeit der Neuerkrankungen von 18,6 auf 1,9 Prozent, bei den heterosexuellen Männern von 22,9 auf 2,9 Prozent (3).

„Diese Zahlen zeigen, dass bei einer hohen Impfrate von etwa 70 Prozent nicht nur die Zielgruppe der jungen Frauen von der Vakzinierung profitiert, sondern als Folge einer Herdenimmunität auch die Männer geschützt werden“, so Joura.
Basierend auf den Impfungen der klinischen Zulassungsstudie FUTURE II (4,5) liegen inzwischen Auswertungen mit Hilfe des nordischen Krebsregisters vor, in welchem Ergebnisse von Pap-Abstrichuntersuchungen, Biopsien und therapeutischen Eingriffen aus den skandinavischen Ländern Dänemark, Norwegen, Schweden und Island zentral erfasst werden. Die Daten der Langzeit-Follow-up-Studie belegen, dass auch sieben Jahre nach der Immunisierung noch ein wirksamer Schutz vor Infektionen mit den HPVTypen 6, 11, 16 und 18 bestand (6). Dafür wurden die Daten von 1.080 Frauen in einer Zwischenanalyse ausgewertet, die zu Beginn der ursprünglich auf vier Jahre angelegten Doppelblindstudie FUTURE II mit Gardasil geimpft worden waren. Keine der Frauen entwickelte in der Nachbeobachtungsphase eine Erkrankung oder eine behandlungsbedürftige Vorstufe, die von den HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 hervorgerufen werden. „Diese Ergebnisse untermauern die Annahme, dass die Impfung heranwachsender Mädchen und junger Frauen langfristig vor Gebärmutterhalskrebs schützen kann“, bestätigte Joura. Ein Effekt, der aufgrund der langen Zeit zwischen der HPV-Infektion und der Manifestation der Krebserkrankung erst in einigen Jahren deutlich werde.

Fazit: Aktives HPV-Impfmanagement ausdehnen

„Pädiater sollten ebenso wie Hausärzte und Gynäkologen ihre jungen Patientinnen und deren Mütter aktiv auf die HPV-Impfung ansprechen und sie gezielt informieren“, forderte Joura. „Impfängste und Vorbehalte gegen die HPV-Impfung lassen sich am besten abbauen, wenn die Ärzte klare Empfehlungen aussprechen und dabei auf die Häufigkeit der Erkrankungen sowie den hohen und breiten Impfschutz hinweisen“, empfahl der Impfexperte. Aufgrund des ärztlichen Rates könnten sich die jungen Mädchen und ihre Mütter in der Regel leichter für einen wirksamen HPV-Impfschutz entscheiden. Für eine frühe HPV-Impfung, am besten in Kombination mit anderen Routineimpfungen, spreche außerdem, dass dabei mehr die Erkrankung im Vordergrund stehe und weniger eine Diskussion um die sexuelle Aktivität der Mädchen, so Joura.

Gardasil® ist ein Impfstoff zur Anwendung ab einem Alter von 9 Jahren zur Prävention von Vorstufen maligner Läsionen im Genitalbereich (Zervix, Vulva und Vagina) und Zervixkarzinomen, die durch bestimmte onkogene Typen des humanen Papillomvirus (HPV) übertragen werden. Zudem ist er gerichtet gegen Genitalwarzen (Condylomata acuminata), die durch spezifische HPV-Typen verursacht werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1 der Fachinformation).

Literaturhinweise:
(1) Epidemiologisches Bulletin 12/2007, RKI, Berlin
(2) Brotherton JML et al., Lancet 2011;377:2085-2092
(3) Read TRH, et al. Sex Transm Infect 2011. doi:10.1136/sextrans-2011-050234.
(4) Garland SM, et al., N Engl J Med 2007;356:1928-1943.
(5) Koutsky LA et al., N Engl J Med 2007;356:1915–1927.
(6) Kjaer S et al., EUROGIN 2011, PS2-6
Quelle: Sanofi Pasteur MSD
 
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