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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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08. Januar 2016

MCL: Vorteil von Ibrutinib gegenüber Temsirolimus belegt

Auf dem 57. Treffen der American Society of Hematology (ASH) in Orlando wurden die Daten der klinischen Phase-III-Studie MCL 3001 (1) präsentiert. Die Studie verglich mit Ibrutinib (Imbruvica®) und Temsirolimus erstmals zwei zielgerichtete Therapien in der Behandlung von Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Mantelzell-Lymphom (MCL). Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Überlegenheit von Ibrutinib gegenüber Temsirolimus in Endpunkten wie progressionsfreies Überleben und Gesamtansprechrate unabhängig von Risikofaktoren (1).

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Mit der Studie MCL 3001 (1) liegt nach der einarmigen Phase-II-Studie PCYC 1104 (2) nun die erste klinische Phase-III-Studie zum Einsatz von Ibrutinib bei rezidivierten/refraktären Patienten mit MCL vor. In der direkten Vergleichsstudie des BTK-Inhibitors Ibrutinib und des mTOR-Inhibitors Temsirolimus erwies sich Ibrutinib gegenüber Temsirolimus sowohl im als primären Endpunkt definierten progressionsfreien Überleben (PFS; IRC assessed) als auch in weiteren, sekundären Endpunkten wie der Gesamtansprechrate (ORR, IRC assessed) als signifikant überlegen (1). In der Studie wurden 280 Patienten mit vorbehandeltem MCL in zwei Arme randomisiert. Davon zählten etwa zwei Drittel der Patienten zu Mittel- bis Hochrisikogruppen gemäß MIPI-Score. Der Ibrutinib-Arm (n=139) erhielt einmal täglich 560 mg oral Ibrutinib bis zum Progress oder bis zum Auftreten untolerierbarer Nebenwirkungen. Der Temsirolimus-Arm (n=141) erhielt im ersten Zyklus 175 mg Temsirolimus intravenös an den Tagen 1, 8 und 15, in den nachfolgenden Zyklen 75 mg intravenös an den Tagen 1, 8 und 15 bis zum Progress oder bis zum Auftreten untolerierbarer Nebenwirkungen. Die mediane Therapiedauer war unter dem BTK-Inhibitor viermal länger als im Arm mit dem mTOR-Inhibitor (14,4 vs. 3,0 Monate) (1).

Ibrutinib: Besseres PFS und ORR gegenüber Temsirolimus

Nach einem medianen Follow-Up von 20 Monaten reduzierte die Behandlung mit Ibrutinib das Risiko für Krankheitsprogression und Tod gegenüber Temsirolimus signifikant (p>0,0001). Das mediane PFS wurde im Ibrutinib-Arm nach 14,6 Monaten, im Temsirolimus-Arm nach 6,2 Monaten erreicht. Nach 2 Jahren betrug die PFS-Rate (IRC assessed) im Ibrutinib-Arm 41% gegenüber 7% unter Temsirolimus (n=5 vs. n=1). Auch hinsichtlich der ORR (IRC assessed) schnitt Ibrutinib mit 71,9% gegenüber 40,4% signifikant besser ab (p<0,0001). Von den mit Ibrutinib behandelten Patienten erreichten 18,7% eine komplette Remission (CR), wohingegen unter dem mTOR-Inhibitor nur 1,4% eine CR erreichten (1). Nach einem Jahr betrugen die Überlebensraten 68% (n=92) unter Ibrutinib und 61% (n=78) unter Temsirolimus. Nach einem medianen Follow-Up von 20 Monaten waren noch 58% der mit Ibrutinib behandelten Patienten am Leben, versus 55% in der Temsirolimus-Gruppe. Das mediane OS wurde im Ibrutinib-Arm nicht erreicht, wohingegen es im Temsirolimus-Arm nach 21,3 Monaten (p=0,1324) erreicht wurde. Der Unterschied in beiden Gruppen war nicht statistisch signifikant, wobei berücksichtigt werden sollte, dass 23% (n=32) der Patienten aus dem Temsirolimus-Arm zu Ibrutinib wechselten (1).

Ibrutinib zeigt auch eine bessere Verträglichkeit

Obwohl Patienten Ibrutinib deutlich länger erhielten, war die Häufigkeit der Nebenwirkungen, die eine Behandlung erforderten (treatment-emergent AE=TEAE), im Ibrutinib-Arm geringer im Vergleich zu denen im Temsirolimus-Arm. TEAE von Grad ≥ 3 traten unter Ibrutinib in 68% und unter Temsirolimus in 87% der Patienten auf. Dosisreduktionen infolge von Nebenwirkungen erfolgten in 4% im Ibrutinib-Arm versus 43% der Fälle im Temsirolimus-Arm. Nebenwirkungsbezogene Therapieabbrüche unter Ibrutinib traten bei 6% der Patienten und meistens infolge einer Thrombozytopenie, unter Temsirolimus bei 26% und meistens infolge von (atypischer) Pneumonie oder Pneumonitis auf (1). Die häufigsten berichteten TEAE (≥ 20) in der Ibrutinib-Gruppe umfassten Diarrhö (29%, n=49), Husten (22%, n=22) und Fatigue (22%, n=31). Bei Temsirolimus waren dies Thrombozytopenie (56%, n=78), Anämie (43%, n=60), Diarrhö (31%, n=43), Fatigue (29%, n=40), Neutropenie (26%, n=36), Epistaxis (24%, n=33), Husten (22%, n=31), peripheres Ödem (22%, n=31), Übelkeit (22%, n=30), Fieber (21%, n=29) und Stomatitis (21%, n=29) (1).

Die Therapie von vorbehandelten MCL-Patienten mit Ibrutinib war assoziiert mit einer signifikanten Verbesserung des PFS und einer besseren Verträglichkeit gegenüber Temsirolimus. Diese Ergebnisse bestätigen das gute Nutzen-Risiko-Profil von Ibrutinib in der Therapie des rezidivierten/refraktären MCL. Ibrutinib wurde bereits im Oktober 2014 zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem MCL zugelassen. Ibrutinib wurde zudem zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie (CLL), die mindestens eine vorangehende Therapie erhalten haben, zugelassen. Die Zulassung beinhaltet auch die Erstlinien-Behandlung von Patienten mit CLL, bei denen eine Deletion 17p oder TP53 Mutation vorliegt und die für eine Chemo-Immuntherapie nicht geeignet sind. Im Juli 2015 folgte die Zulassung zur Therapie des Morbus Waldenström bei Patienten mit mindestens einer vorangegangenen Therapie, womit Ibrutinib seitdem zur Behandlung von drei Indikationen zur Verfügung steht (3).

Janssen-Cilag
Literatur:

(1) Dreyling M, Jurczak W, Jerkeman M et al. Lancet 2015; S0140-6736(15)00667-4.
(2) Wang M, Rule S, Martin P et al. ASH 2014; Poster Presentation, Abstract 4453 https://ash.confex.com/ash/2014/webprogram/Paper67775.html, Zugriff 16.12.2015
(3) Aktuelle IMBRUVICA®-Fachinformation

 
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