Donnerstag, 19. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
30. September 2016

Lenvatinib erhält in Kombination mit Everolimus Zulassung beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom

Die erste zugelassene zielgerichtete Kombinationstherapie beim Nierenzellkarzinom (RCC) verdreifacht nahezu das progressionsfreie Überleben der Patienten im fortgeschrittenen Stadium nach Anti-VEGF-Vortherapie verglichen mit der gängigen Standardbehandlung Everolimus allein, wie Prof. Viktor Grünwald, Hannover, auf einer Pressekonferenz der Eisai GmbH anl. des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) e.V. 2016 in Leipzig berichtete.
Anzeige:
 
 
Mit der Neuzulassung des Multikinase-Inhibitors Lenvatinib (Kisplyx®) in Kombination mit Standardtherapie Everolimus (Afinitor®) steht Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom erstmals eine Kombinationstherapie zweier zielgerichteter Substanzen zur Verfügung. Die Zulassung zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom nach Anti-VEGF- (Vascular Endothelial Growth Factor)- Vortherapie durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA erfolgte in einem beschleunigten Zulassungsverfahren aufgrund der überzeugenden Daten aus der globalen, multizentrischen, offenen Phase-II-Studie 205 bereits am 25. August 2016 (1).
 
"Mit der Kombination Lenvatinib plus Everolimus verbessern sich die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom in der Zweitlinie. Die gezeigten Vorteile für das Tumoransprechen und progressionsfreie Überleben (PFS) sind beachtlich und haben meine Erwartungen in dieser Therapiesituation bei weitem übertroffen. Passend zu diesem Zugewinn an Wirksamkeit wurde mit der Kombination ein Gesamtüberleben von 25,5 Monaten im Median erreicht − was im historischen Kontext beachtlich ist. Gerade dieses Gesamtpaket aus Verbesserung des PFS und des Gesamtüberlebens macht die neue Kombinationstherapie interessant für unsere Patienten", hob Prof. Dr. Viktor Grünwald, Oberarzt an der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation der Medizinischen Hochschule Hannover, auf der Pressekonferenz in Leipzig hervor.
 
Klinisch hoch relevante Verbesserungen von PFS und Gesamtüberleben

In der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie 205 mit 153 Patienten nach erfolgter Anti-VEGF-Vortherapie der fortgeschrittenen Erkrankung zeigte sich das mediane PFS (primärer Studienendpunkt) im Kombinationstherapiearm gegenüber dem Everolimus-Monotherapiearm statistisch signifikant verlängert (14,6 vs. 5,5 Monate; HR=0,40; 95% KI: 0,24-0,68; p=0,0005) (2). Der Vorteil war unabhängig von der MSKCC-Risikogruppe, der initialen Tumorgröße und der Metastasenlokalisation (3).
 
"Ein progressionsfreies Überleben von fast 15 Monaten haben wir in der Zweitlinienbehandlung bei fortgeschrittenem Stadium bislang noch nicht gesehen. Trotz der relativ kleinen Patientenzahl der Phase-II-Studie erreicht das Ergebnis statistische Signifikanz zugunsten der Kombination. Gemessen an dem Zugewinn der Wirksamkeit gegenüber einer Standardtherapie ist das Ergebnis klinisch relevant und schafft damit eine weitere Verbesserung der Therapielandschaft des Nierenzellkarzinoms", so Prof. Grünwald.
 
Das Gesamtüberleben (OS, sekundärer Studienendpunkt) verlängerte sich um 10,1 Monate von 15,4 Monaten unter Behandlung mit Everolimus auf 25,5 Monate unter Kombinationstherapie mit Lenvatinib und Everolimus (HR=0,51; 95% KI: 0,30-0,88; p=0,024 – Datenschnitt Dezember 2014) (2). Ein bei der Jahrestagung der Amerikanischen Krebsgesellschaft (ASCO) präsentiertes Update ergab ein Gesamtüberleben von 25,5 Monaten gegenüber 15,4 Monaten (HR=0,59; 95%-KI: 0,36-0,97; p=0,065) für den Kombinationsarm vs. Everolimus allein (Datenschnitt Juli 2015) (3).
 
In die Studie eingeschlossen waren Patienten mit einem klarzelligen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Nierenzellkarzinom und gutem Allgemeinzustand (ECOG-Performance-Status 0 oder 1), deren Erkrankung unter oder innerhalb von 9 Monaten nach einer antiangiogenetischen Erstlinientherapie fortgeschritten war. Die Teilnehmer wurden im Verhältnis 1:1:1 randomisiert und erhielten entweder Lenvatinib (18 mg/Tag) in Kombination mit Everolimus (5 mg/Tag) oder Lenvatinib* (24 mg/Tag) oder Everolimus (10 mg/Tag). Alle Wirkstoffe wurden oral verabreicht. Die Therapie erfolgte in kontinuierlichen Zyklen von 28 Tagen und wurde fortgeführt bis zum Krankheitsprogress oder inakzeptabler Toxizität (2).
 
Gute Ansprechrate und handhabbare Nebenwirkungen

Neben dem PFS und OS wurden die Patientendaten auch hinsichtlich Gesamtansprechrate (ORR) und Verträglichkeit (jeweils sekundäre Studienendpunkte) ausgewertet (2). Mit einer Ansprechrate von 43% unter Behandlung mit Kisplyx® (Lenvatinib) in Kombination mit Everolimus (2% komplette und 41% partielle Remission) und 6% unter Monotherapie mit Everolimus zeichnete sich auch hier ein klarer Vorteil für die Kombinationstherapie ab. Im Median sprachen die Patienten 13 Monate auf die Therapie mit Lenvatinib in Kombination mit Everolimus und 8,5 Monate auf Everolimus allein an (2).
 
Das Verträglichkeitsprofil für Lenvatinib in Kombination mit Everolimus war konsistent mit den jeweiligen bekannten Nebenwirkungen der Einzelsubstanzen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Grad 3 unter Lenvatinib plus Everolimus gehörten Diarrhoe, Fatigue oder Asthenie und Bluthochdruck sowie unter der Everolimus-Monotherapie Anämie, Dyspnoe, Hypertriglyzeridämie und Hyperglykämie (2). Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse vom Grad ≥3 traten bei 45% der Patienten mit Lenvatinib plus Everolimus und bei 38% im Everolimus-Arm auf (2).
 
"Erwartungsgemäß erhöht die Kombination das Risiko für Nebenwirkungen. Gastrointestinale Nebenwirkungen stehen dabei ganz klar im Vordergrund. Die wichtige Botschaft aber ist: Die Nebenwirkungen sind mit einem proaktiven Therapiemanagement, d.h. mit geeigneten prophylaktischen und begleitenden Maßnahmen sowie ggf. mit Dosisanpassungen, handhabbar. Das Limitierende bei Studien mit Kombinationen waren bislang immer die Toxizitäten, die zu Dosiskompromissen und dadurch zu einem Verlust der erforderlichen Wirksamkeit geführt haben. Die Kombination von Lenvatinib und Everolimus war mit einer beeindruckenden Effektivitätssteigerung trotz Dosisanpassungen verbunden. Wichtig ist es, die für den Patienten individuelle Dosis zu finden und durch frühe Interventionen einen Exzess an Toxizitäten zu vermeiden", erläuterte Prof. Grünwald.
 
Neuer Standard in der Zweitlinientherapie?

"Zur Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms haben wir seit einigen Jahren effektive Therapien, in der Zweitlinie waren die Optionen deutlich begrenzter. Es standen nur moderat aktive Substanzen zur Verfügung, die mit einer PFS-Erwartung von ca. 4-5 Monaten einhergingen. Das war verbesserungswürdig. Mit HOPE 205 gibt es erstmals eine Studie, die den Vorteil zweier zielgerichteter Substanzen beim Nierenzellkarzinom belegt. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Ich glaube, dass die Kombinationstherapie mit den beiden zielgerichteten Substanzen Lenvatinib und Everolimus neben weiteren neuen Substanzen ihren festen Stellenwert in der Behandlung des Nierenzellkarzinoms haben wird", sagte Prof. Grünwald.
 
Die Aufgabe der nächsten Jahre liegt dem Experten zufolge darin, die Patienten zu identifizieren, die von einer solchen zielgerichteten Therapie am besten profitieren.
 
In den USA ist die Kombinationstherapie Lenvatinib plus Everolimus zur Behandlung von fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom bereits seit Mai 2016 zugelassen. Sie wird in der Nierenkrebs-Guideline des US-amerikanischen National Comprehensive Cancer Network (NCCN) mit dem zweithöchsten Empfehlungsgrad (2a) zur Therapie bei RCC-Patienten mit vorheriger antiangiogenetischer Behandlung empfohlen (4).
Eisai
Literatur:
(1) Fachinformation Kisplyx® Stand August 2016.
(2) Motzer R, et al.: Lancet Oncol 2015;16:1473-1482.
(3) Hutson TE et al.: J Clin Oncol 2016; 34 (suppl; abstr 4553) ;poster #175.
(4) NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology (NCCN Guidelines®): Kidney Cancer, Version 3.2016; https://www.nccn.org/professionals/physician_gls/f_guidelines.asp#site (Zugriff am 14.9.2016).
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
NET
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs