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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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15. März 2017

Lenvatinib+Everolimus beim mRCC: Neue Kombination auch in der Praxis gut bewertet

Seit August 2016 steht die Kombinationstherapie mit dem Multi-Tyrosinkinase-Inhibitor Lenvatinib (Kisplyx®) plus dem mTOR-Inhibitor Everolimus zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom (RCC) nach einer gegen VEGF gerichteten Vorbehandlung zur Verfügung (1). Im Interview hebt Prof. Dr. Viktor Grünwald, Hannover, die Bedeutung der neuen Therapieoption beim fortgeschrittenen RCC hervor und beantwortet wesentliche Fragen zum Umgang mit der Therapie im klinischen Alltag.
Mit Lenvatinib+Everolimus steht erstmals beim fortgeschrittenen RCC eine Kombination von 2 zielgerichteten Substanzen zur Verfügung. Die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erfolgte aufgrund der überzeugenden Daten in einem beschleunigten Verfahren. In der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie 205 mit 153 RCC-Patienten nach einer Anti-VEGF-Vortherapie der fortgeschrittenen Erkrankung führte die Kombination von Lenvatinib+Everolimus nahezu zu einer Verdreifachung des progressionsfreien Überlebens (PFS, primärer Endpunkt), verglichen mit der alleinigen Gabe von Everolimus (14,6 vs. 5,5 Monate; HR=0,40; 95%-KI 0,24-0,68; p=0,0005) (2). Auch beim Ansprechen zeigte sich ein klarer Vorteil für die Kombination: Die Gesamtansprechrate betrug 43% im Lenvatinib+Everolimus-Arm (2% komplette und 41% partielle Remissionen (PR) im Vergleich zu 6% (ausschließlich PR) im Everolimus-Arm (Risk-Ratio 7,2; 95%-KI: 2,3-22,5; p<0,0001). Im Median sprachen die Patienten 13 Monate auf die Therapie mit Lenvatinib+Everolimus und 8,5 Monate auf Everolimus allein an. Das Verträglichkeitsprofil war konsistent mit den bekannten Nebenwirkungen der Einzelsubstanzen (2).

Claudia Urban

Interview mit Prof. Dr. Viktor Grünwald, Hannover

Inwiefern stellt die Kombination Lenvatinib+Everolimus eine Innovation beim RCC dar?

Bisher war der limitierende Faktor bei Kombinationstherapien immer die Toxizität, was Kompromisse bei der Dosis und Wirksamkeit zur Folge hatte. In diesem Fall hat das Konzept mit Lenvatinib+Everolimus zu einer sprunghaften Verbesserung der Effektivität bei vertretbarer Toxizität geführt. Lenvatinib ist der erste VEGF-Rezeptor-Inhibitor, den wir erfolgreich in Kombination mit einem mTOR-Inhibitor einsetzen konnten. Die Hemmung beider Signalwege spielt offensichtlich eine entscheidende Rolle bei der Unterdrückung des Tumorwachstums. Ein PFS von fast 15 Monaten ist schon sehr beeindruckend. Das haben wir in der Zweitlinie des fortgeschrittenen RCC bislang noch nicht gesehen. Da wir immer mehr Patienten haben, die auch in der Zweitlinie für zielgerichtete Therapien infrage kommen, ist Lenvatinib+Everolimus für diese Patienten eine wichtige Option.

Was ist hinsichtlich Toxizität und Nebenwirkungsmanagement zu beachten?

Das Nebenwirkungsprofil entspricht im Wesentlichen dem der Einzelsubstanzen. In der Kombination treten erwartungsgemäß mehr Nebenwirkungen auf, die ein aktives und frühzeitiges Therapiemanagement erfordern. Hier stehen neben der Fatigue vor allem Magen- Darm-Nebenwirkungen und die Hypertonie im Vordergrund, die durch medikamentöse Maßnahmen und Dosisreduktionen relativ gut handhabbar sind. Wir haben auch gesehen, dass nebenwirkungsbedingte Dosisreduktionen zu keinem Effektivitätsverlust der Therapie geführt haben. Viele der meist Tyrosinkinase-Inhibitor-(TKI)-assoziierten Nebenwirkungen unter der Kombination Lenvatinib+Everolimus treten typischerweise in den ersten Behandlungswochen auf, darunter auch die unter TKI häufig beobachtete Hypertonie. Bei Überwachung und frühzeitiger Therapie ist dies aber unproblematisch. Eine umfassende klinische Kontrolle sollte daher von Beginn der Therapie an erfolgen.

Welche Bedeutung hat Lenvatinib+Everolimus für die klinische Praxis?

Lenvatinib+Everolimus hat aufgrund der gelieferten klinischen Daten gutes Potential für einen festen Platz innerhalb des Therapiealgorithmus beim fortgeschrittenen RCC. Insbesondere aufgrund der hohen Remissionsrate von 43%, die wir so in der Zweitlinie noch nicht gesehen haben, ist sie ein sehr wertvoller Zugewinn für die Therapielandschaft.
Eisai GmbH
Literatur:
(1) Fachinformation Kisplyx®, Stand: August 2016.
(2) Motzer RJ et al. Lancet Oncol 2015; 16:1473-82.
 
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