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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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06. Dezember 2016

Lebensqualität und Produktivität sind bei myeloproliferativen Erkrankungen meist deutlich eingeschränkt

Die Krankheitslast von Patienten mit myeloproliferativen Erkrankungen (MPN) ist hoch. Fast alle (90%) berichten über belastende Symptome in den 12 Monaten bis zur Befragung, unter anderem über Müdigkeit, Schwindel, Nachtschweiß und Schlafstörungen. Funktionsbeeinträchtigungen im Alltag inklusive des Arbeitslebens treten – je nach Art der MPN – in 30% bis knapp 50% auf.
Entsprechende Interimsdaten einer großen, sektorenübergreifenden Studie aus Australien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada sind jetzt bei der 58. Jahrestagung der American Society of Hematology in San Diego vorgestellt worden (1). Das Plädoyer der Autoren des noch laufenden MPN Landmark Survey: „Ziel der Betreuung inklusive der medikamentösen Therapie sollte es sein, die Krankheitslast zu reduzieren und die Funktionalität der Patienten im Alltag zu verbessern.“

Myelofibrose (MF), Polycythemia vera (PV) und essenzielle Thrombozytopenie (ET) gehören zu den Philadelphia-Chromosom-negativen myeloproliferativen Neoplasien, häufig assoziiert mit  JAK2V617F-Mutationen. Die Manifestationen variieren zwischen den verschiedenen MPN-Formen, aber auch interindividuell zwischen Patienten einer Krankheitsentität. Erythro-, Thrombo-, Leukozytose und Splenomegalie sind häufig. Eine kürzlich publizierte Befragung von mehr als 800 US-amerikanischen Patienten hatte ergeben, dass binnen eines Monats ein Drittel bis die Hälfte der Befragten ihrer Erkrankung wegen Pläne ändern musste oder nicht arbeiten konnte (2).

Die aktuell vorgestellten Daten des MPN Landmark Survey beziehen sich nun auf 699 Patienten aus anderen westlichen Ländern inklusive Europa. Die Befragungen fanden zwischen Mai und Oktober 2016 statt, 149 Patienten stammen aus Deutschland. 87% der Teilnehmer mit MF (durchschnittliches Alter 62 Jahre) berichteten über Einbußen der Lebensqualität, bei den PV-Patienten waren es 71% (durchschnittliches Alter 59 Jahre) und 73% bei den Patienten mit ET (durchschnittlich 55 Jahre alt). Die häufigsten Symptome waren Müdigkeit – mehr als die Hälfte der Befragten litten darunter – gefolgt von abdominalen Beschwerden und Kurzatmigkeit. Circa ein Drittel derer, die Vollzeit arbeiteten, berichteten über krankheitsbedingte Arbeitsausfälle in den vergangenen 7 Tagen (35%). Drei Viertel der Befragten (74%) sahen Beeinträchtigungen für ihr Arbeitsverhältnis, dazu gehörten freiwilliger oder unfreiwilliger Arbeitsverlust, Frühberentungsregelungen oder Arbeitszeitreduzierungen. „Unsere Ergebnisse sind vergleichbar mit denen der US-amerikanischen Landmark-Studie und belegen starke Einschränkungen in der Arbeitsproduktivität von Patienten mit MPN, und zwar in allen drei Krankheitsentitäten“, resümieren die Autoren um Prof. Claire N. Harrison vom Guy's and St. Thomas' NHS Foundation Trust aus London. Das Ziel, solche Einschränkungen zu reduzieren, sollte für die Wahl der Behandlung wesentlich sein.

Risiken für thromboembolische Ereignisse
Für das Management von MPN-Patienten sind thromboembolische Ereignisse (TEE) ein wichtiger Aspekt. TEE können zu schweren Spätkomplikationen führen, Patienten mit erhöhten Risiken aber werden häufig nicht früh genug identifiziert. Für PV-Kranke hat nun eine Arbeitsgruppe an der Mayo Clinic in Rochester Risikofaktoren für arterielle und venöse Thrombosen spezifiziert (3). In die Analyse der monozentrischen Untersuchung gingen Daten von 587 Patienten mit Polycythemia vera ein (Durchschnittsalter 60 Jahre). Bei 40% kam es zu mindestens einem TEE vor oder nach Diagnose: Arterielle Thrombosen überwogen (26% der Teilnehmer). Frühere vaskuläre Ereignisse, erhöhte Leukozytenzahlen, Hyerlipidämie, Diabetes, Bluthochdruck und höheres Alter erhöhten das Risiko für TEE. Auch ausgeprägte Hämorrhagien waren ein Risikofaktor. Venöse Thrombosen traten häufiger bei Frauen auf als bei Männern, in jüngerem Alter und bei tastbarer Milz.

Eine effektive und sichere Therapieoption ist der JAK-Inhibitor Ruxolitinib. Erst vor kurzem hatte eine prospektive, randomisierte Phase-III-Studie (RESPONSE) belegt, dass sich mit dem JAK-Kinaseinhibitor Ruxolitinib das Ziel, den Hämatokrit ohne Aderlass auf < 45% zu senken und das Milzvolumens um ≥ 35% zu reduzieren deutlich besser erreichen lässt als mit bestmöglicher Therapie (BAT): 20,9% mit Ruxolitinib vs. 0,9% bei Behandlungsstandard, je bis Woche 32. Bei 60% der mit Ruxolitinib therapierten Patienten erreichte der Hämatokrit den Zielwert, aber nur bei 20% unter BAT.
nsi
58. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) vom 03.-06.12.2016 in San Diego; Montag 05.12.2016, Session 634 (MPN), Poster 18.00 bis 20.00 Uhr, Abstract 4267 und Abstract 948
Literatur:
(1) Harrison CN, Koschmieder S, et al.: The impact of myelproliferative neoplasms (MPNs) on patients' quality of life and productivity: results from the International MPN Landmark Survey. 58. Jahrestagung der American Society of Hematology in San Diego; Montag, 05.12.2016, Abstract 4267
(2) Mesa R, Miller CB, et al.: Myeloproliferative neoplasma (MPN) have a significant impact on patients' overall health and productivity: the MPN Landmark survey. BMC Cancer 2016; DOI 10.1186/s12885-016-2208-2
(3) Cerquozzi S, Barraco D, et al.: Risk factors for arterial and venous thrombosis in Polycythemia Vera: single center experience in 587 patients. 58. Jahrestagung der American Society of Hematology in San Diego; Montag, 05.12.2016, Abstract 948
(4) Vanucchi AM, KiladjianJJ, et al.: Ruxolitinib versus standard therapy of polycythemia vera. N Engl J Med 2015; 372; 426-35
 
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