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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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12. Februar 2016

Krebs bei Kindern – ein Kampf an verschiedenen Fronten

Jedes Jahr erkranken weltweit über 200.000 Kinder an Krebs; in Deutschland sind es ca. 2.000 Kinder und Jugendliche. Die Internationale Vereinigung der Eltern krebskranker Kinder ICCCPO hat den 15. Februar zum Internationalen Kinderkrebs-Tag ausgerufen. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jungendmedizin und die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie haben zu diesem Anlass zum Kampf gegen den Krebs bei Kindern aufgerufen.

Für jedes der erkrankten Kinder und ihrer Familien bedeutet die Diagnose Krebs einen Kampf an vielen Fronten: Zum einen geht es ums Überleben, um das Überwinden der Krebserkrankung, das Durchstehen der belastenden, oft monate- oder jahrelangen Therapie. Zum anderen wollen die Kinder und ihre Familien nicht den Anschluss an das normale Leben verlieren. Es gilt, die Schulausbildung fortzuführen, aber auch den Kontakt zu den Freunden zu halten. Die Eltern stehen wiederum im Konflikt, sich um ihr krankes Kind kümmern zu wollen, aber auch weiterhin ihre beruflichen und anderweitigen Verpflichtungen wahrnehmen zu müssen. Die daraus resultierende Isolation, die viele Familien während der Therapie erfahren, ist oft eine große Belastung. Ein guter und einfach umzusetzender Vorsatz für den Internationalen Kinderkrebstag am 15.02. wäre daher, ein erkranktes Kind zu besuchen oder der Familie Unterstützung anzubieten und ihnen so Teilhabe am „normalen“ Leben zu schenken, rät Prof. Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Westfälischen Kinderzentrum des Klinikums Dortmund.

Galten noch vor 40 Jahren Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen als nahezu nicht heilbar, liegt die Aussicht heute in Deutschland eine solche Erkrankung zu überleben nach 5 Jahren bei 84% und nach 10 Jahren bei 81%. Möglich wurde dieser Erfolg durch ein umfassendes Netzwerk von klinischen Studien und Registern der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH). Die Pathogenese der Tumorerkrankungen ist tiefer durchleuchtet und neue therapeutische Ansätze sind erforscht worden. Durch diese äußerst positive Entwicklung rücken nun die Spätfolgen mehr in den Blick; Therapien werden entsprechend angepasst. Allerdings muss es gelingen, die kinderonkologischen Patienten an der Entwicklung neuer zielgerichteter Medikamente teilhaben zu lassen. Sonst drohe Stagnation, so Prof. Schneider.

Global betrachtet sind die Chancen, eine Krebserkrankung im Kindesalter gut zu überstehen, allerdings sehr ungleich verteilt. Während in den reicheren Ländern 80% der Kinder dauerhaft geheilt werden, versterben in den ärmeren Ländern mehr als 80% aufgrund mangelhafter medizinischer Versorgung. Diese Zahlen sind nicht akzeptabel. Damit alle Kinder und Jugendlichen an den Fortschritten der Kinderonkologie teilhaben können, muss das diesbezügliche Wissen weltweit ausgetauscht werden. Auch in Ländern mit geringeren Ressourcen müssen tragfähige medizinische Strukturen aufgebaut werden, die eine spezialisierte Behandlung ermöglichen. Moderne Therapien müssen weltweit zugänglich gemacht werden. Ein gutes Beispiel hierfür innerhalb Europas ist das europäische Verbundprojekt Expo-R-Net, in dem der grenzüberschreitende Zugang zu modernen Therapien durch den Aufbau von Referenznetzwerken gefördert wird. Aber auch darüber hinaus engagieren sich deutsche Kinderonkologen bei dem Aufbau stärkerer Strukturen in osteuropäischen Ländern, Russland und Ländern Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas, um Krebs bei Kindern zu heilen – überall!
 
Daten, Zahlen und Fakten zu Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter auf www.gpoh.de und auf www.kinderkrebsinfo.de.

Die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) ist Mitglied im Konvent für fachliche Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Fachgesellschaft der gesamten Pädiatrie in Deutschland.

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
 
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