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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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16. Mai 2012

Knollenblätterpilz-Gift alfa-Amanitin in der Krebstherapie einsetzbar? Kooperationsforum „Biopharmaceuticals“ am 23. Mai

Konjugate aus Antikörpern und Toxinen stellen ein neues biopharmazeutisches Wirkstoffprinzip dar. Wissenschaftlern ist es nun gelungen, alfa-Amanitin aus dem Knollenblätterpilz – eines der potentesten Gifte des Pflanzenreichs – an einen Antikörper zu binden und im Kampf gegen Krebs zu nutzen: So wird Amanitin zielgenau in Tumorzellen transportiert und zerstört nur diese spezifisch.
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Das ist ein Beispiel, wie selektiv therapeutische Proteine an krankheitsrelevante Zielmoleküle binden und bei lebensbedrohlichen Krankheiten wirken können. Derzeit beschäftigen sich 550 laufende Projekte von Firmen mit Biopharmazeutika (BCG Biotec-Report 2012). Dabei stehen Effizienzsteigerung und oftmals neue Therapieoptionen für Alzheimer-Demenz, Arthrose oder Hirnhautentzündung im Vordergrund.

Diesem umfangreichen Thema widmet sich das 3. Kooperationsforum „Biopharmaceuticals“ am 23. Mai 2012 in Benediktbeuern. Die Bayern Innovativ GmbH als Koordinator des Netzwerkes Life Science konzipiert und organisiert das Forum mit Roche in Penzberg als strategischem Partner – einem der europaweit größten Biotech-Standorte. Mit eingebunden ist der Cluster Biotechnologie Bayern.

Experten aus Industrie und Wissenschaft präsentieren aktuelle Strategien der Industrie und der Wissenschaft und stellen Technologieplattformen zur Effizienzsteigerung von Biopharmazeutika vor. Im Fokus stehen darüber hinaus das Design neuer biopharmazeutischer Wirkstoffe sowie die translationale Forschung und Rahmenbedingungen für Innovationen.

„Es gibt viele lebensbedrohende Krankheiten, bei denen Fortschritte zu erwarten sind“, bewertet Dr. Ralf Schumacher, Head of Large Molecule Research bei Roche in Penzberg, das therapeutische Potenzial von Biopharmazeutika. Die Pipeline des Pharma- und Biotechkonzerns umfasst dabei die Entwicklung Antikörper-basierter Therapeutika gegen Erkrankungen wie Krebs oder Alzheimer ebenso wie gegen Entzündungs- und kardiovaskuläre Erkrankungen. Durch das Verständnis der Funktionsweise dieser Medikamente will Roche „first in class“ und „best in class“ bei der Entwicklung neuer, medizinisch differenzierter biologischer Therapeutika sein.

Das erfordert neue Konzepte und Technologien, um bisher nicht oder schwer behandelbare Krankheiten wirkungsvoll zu therapieren. Wissenschaftler greifen hierfür häufig auf Wirkmechanismen aus der Natur zurück.

Durch die bereits beschriebene Kopplung des stark giftigen alfa-Amanitin an einen Antikörper gegen das Krebsantigen EpCAM konnten Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg in Zellkulturen das Wachstum von Krebszellen des Pankreas, Dickdarms, der Brust und des Gallenganges stoppen; Wirksamkeit in Pankreastumoren zeigen auch erste Tierexperimente. Das Gift des Kollenblätterpilzes wird durch den Antikörper spezifisch an die Krebszellen transportiert, aufgenommen und erst im Zellinneren aktiviert, wo es seine zerstörerische Wirkung entfaltet.
Derzeit wird die Technologie von der Wilex-Tochter Heidelberg Pharma GmbH weiterentwickelt. Das Design geeigneter Linker, die das Gift an den Antikörper binden, steht dabei im Vordergrund, wie Dr. Torsten Hechler von dem Biotechunternehmen auf dem Forum berichten wird.

Onkolytische Viren

Ein weiterer neuartiger Ansatz nutzt die zelltoxische Wirkung von Viren für die Tumortherapie. Die sogenannten onkolytischen Viren greifen gezielt Tumorzellen an. Ein Beispiel sind die von dem kalifornischen Biotech-Unternehmen Genelux entwickelten Vaccinaviren, die bereits in anderer Form bei Millionen von Menschen zur Pockenimpfung eingesetzt werden. Wie Dr. Albert Röder berichten wird, ist es Forschern des Unternehmens gelungen, den Virus so zu modifizieren, dass er speziell Tumorzellen angreift, sich in ihnen vermehrt und dadurch abtötet.
Aktuell sind rund 150 Teilnehmer aus 6 Ländern angemeldet. Das Forum bietet somit eine ideale Plattform zum Erfahrungs- und Wissensaustausch und um neue Kooperationen und Anwendungsfelder zu erschließen.
Quelle: Bayern Innovativ Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH
 
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