Freitag, 18. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
02. Mai 2013

Kleine Nieren-Läsionen: Operation versus Surveillance - was bei wem?

Es wird diskutiert, dass bei Patienten mit kleinen Karzinomen innerhalb der Niere (Diameter < 3-4 cm) eine aktive Überwachung ausreichend ist, da diese Tumoren häufig langsam wachsen und letztendlich nicht die Ursache für den Tod des Patienten sind. Auf der 28. Jahresversammlung der European Association of Urology (EAU) plädierten die Wissenschaftler für eine aktive Surveillance nur bei älteren oder komorbiden Patienten. Die Prävalenz von Wachstum und Metastasierung nach operativer Entfernung kleiner Nierenzellkarzinome wurde retrospektiv bei 2.197 Patienten mit Nierenzellkarzinom unter 4 cm Diameter von sechs deutschen Zentren untersucht (1). Das Risiko eines Lymphknotenbefalls oder einer Metastasierung stieg numerisch mit der Größe des Tumors an. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von mehr als fünf Jahren lagen die Tumor-assoziierten Sterberaten bei 6,5% (≤ 2 cm), 7,6% (2-3 cm) und 8,4% (3-4 cm).

Anzeige:
 
 

Für Patienten ohne Lymphknotenbefall oder Metastasen zur Zeit der Diagnose/Operation wurde eine 5-Jahres-Tumor-assoziierte Sterberate von 5,8% verzeichnet. Eine multivariate Analyse identifizierte Alter, Metastasen und Tumordifferenzierung als unabhängige prognostische Faktoren. Die Autoren folgerten, dass auch kleine Nierenzellkarzinome ein aggressives Potenzial enthalten und adäquat therapiert werden sollten. Zu ähnlichen Schlussfolgerungen kam eine Untersuchung des Therapieerfolgs 10 Jahre nach operativem Eingriff bei Nierenzellkarzinomen der Stadien pT1 und pT2 (2). 182 Patienten hatten eine radikale Nephrektomie, 40 einen organerhaltenden Eingriff erhalten - die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 127 Monate (19-208). Die Tumoren hatten im Median einen Diameter von 4,5 cm (12-203 mm), 189 der Patienten hatten ein Klarzellkarzinom. 157 der Tumoren waren pT1 und 65 pT2. 39 der 222 Patienten (17,6%) entwickelten lokale Rezidive oder Metastasen. Bei den Patienten mit pT1G1-Tumoren entwickelten 14,6% Metastasen. 14 Patienten erhielten eine Operation und/oder eine systemische Therapie bei Auftreten von Rezidiven/Metastasen, von denen acht mit einem medianen Follow-Up von 59 Monaten überlebten und sechs Patienten im Median innerhalb von 18 Monaten verstarben. Da alle Tumorstadien Rezidive und Metastasen entwickeln können, empfehlen die Autoren eine lebenslange Nachbeobachtung für alle Patienten mit RCC. Wenn Rezidive oder Metastasen entdeckt werden, sei eine weitere Operation möglich und wirksam.

Die aktive Überwachung bei älteren und komorbiden Patienten

Die meisten publizierten Serien zur aktiven Überwachung sind retrospektiv und aus nordamerikanischen Zentren, denen nun eine prospektive europäische Untersuchug hinzugefügt wurde. In einem italienischen Zentrum wurden 32 kleine Nieren-Läsionen mit Verdacht auf Nierenzellkarzinom entdeckt. Die Indikation für eine aktive Überwachung bei diesen Läsionen war zur Hälfte das Vorhandensein von schweren Komorbiditäten, bei 15,6% der Patienten das fortgeschrittene Alter, 9,4% der Patienten verweigerten eine invasive Behandlung und bei 18,8% der Patienten betrug die Tumorgröße < 15 mm. 87,5% der Läsionen waren solide, der maximale Diameter betrug 2,1 cm, das Tumorvolumen zur Zeit der Diagnose 6,92 cm3. Die Bildgebung erfolgte alle sechs Monate während der ersten drei Jahre und danach jährlich. Eine Assoziation mit dem Tumorwachstum wurde in univariaten Analysen mit Tumordiameter (p=0,047) und Tumorvolumen (p=0,024) zur Zeit der Diagnose sowie bei exophytischem Wachstumsmuster (p=0,009) beobachtet. Bei fünf Patienten (16%) wuchs der Tumor auf 4 cm bei einer Verdopplungszeit von < 12 Monaten. Eine verzögerte Operation erhielten vier Patienten (3 RCC, 1 Onkozytom). Es wurde kein Progress mit Metastasen und kein RCC-assoziierter Tod beobachtet. Aufgrund ihrer Ergebnisse folgern die Autoren, dass die aktive Beobachtung mit Intervention bei Tumorprogress eine sichere Alternative bei der Behandlung der kleinen Nierenläsionen bei älteren oder/und komorbiden Patienten ist.
Eine retrospektive Untersuchung prüfte, ob eine spätere Nephrektomie bei Patienten mit kleinen Nieren-Läsionen das Langzeitüberleben beeinträchtigt (4). Eine Analyse der SEER-Datenbank identifizierte 6.237 Patienten mit pT1a-Nierenzellkarzinomen, die einer radikalen oder partiellen Nephrektomie unterzogen wurden. Bei 641 Patienten (10,3%) wurde der Eingriff > 3 Monate nach Diagnose durchgeführt. Frauen (56% vs. 45%; p=0,02) und Patienten ohne Komorbiditäten (44% vs.37%; p=0,003) wurden häufiger später nephrektomiert. Die Rate an partiellen Nephrektomien innerhalb von drei Monaten oder später als drei Monate nach Diagnose unterschied sich nicht (18% vs. 17%; p=0,4). Eine frühere Intervention war assoziiert mit größerem Tumordurchmesser (2,9 cm vs. 2,2 cm). Eine spätere Intervention ging nicht mit einer höheren Tumor-assoziierten Mortalität einher (HR=1,21; p=0,2). Die Autoren folgern, dass bei Patienten mit kleinen Tumor-Läsionen, die initial aktiv überwacht werden, ein späterer Eingriff den Therapieerfolg nicht beeinträchtigt.

Eine weitere Analyse der SEER-Datenbank wurde durchgeführt, um Tumor-assoziierte versus nicht-Tumor-assoziierte Mortalität bei Patienten mit partieller oder radikaler Nephrekomie im Vergleich zur aktiven Überwachung zu untersuchen (5). Von 10.595 Patienten mit T1a-Nierenzellkarzinom wurden 69,1% nephrektomiert und 30,8% aktiv überwacht. Die 8-Jahres-Tumor-assoziierte Mortalität war mit 8,3% versus 11,7% signifikant verschieden (HR=0,52; p=0,02). Obwohl numerisch unterschiedlich (10,2% vs. 16,2%), wurde kein signifikanter Unterschied bei der Subgruppe der älteren Patienten (≥ 75 Jahre) beobachtet (HR=0,59; p=0,1). Diese Ergebnisse zeigen, dass bei ausgewählten Patienten die aktive Therapie die Mortalität gegenüber der aktiven Überwachung senkt. Dies gilt wahrscheinlich nicht für Patienten im Alter ≥ 75 Jahre, die, so die Schlussfolgerung der Autoren, weder von einer partiellen noch einer radikalen Nephrektomie im Vergleich zur aktiven Überwachung profitieren.

Fazit: Aktuell auf dem EAU präsentierte Untersuchungen stellen nicht-invasive Überwachungsprotokolle in Frage, da auch kleine Nierenläsionen einen aggressiven Charakter haben können. Ausnahmen können ältere und komorbide Patienten sein, da sie wahrscheinlich nicht von einer invasiven Therapie profitieren.

is

Literaturhinweise:
(1) Steffens S et al.: Do small renal cell carcinomas have a higher prevalence of locally advanced growth and distant metastases? A large multicentre study. EAU 2013, Poster #338
(2) Nestler S et al.: Is it necessary to perform long term follow-up in patients after surgery for pT1 and pT2 renal cell carcinoma? EAU 2013, Poster #342
(3) Volpe A et al.: Active surveillance of small renal masses: first Italian prospective study. EAU 2013, Poster #174
(4) Becker A et al.: A treatment delay in surgical intervention for elderly patients with small renal masses does not impact oncological outcomes. EAU 2013, Poster #175
(5) Sun M et al.: Nephrectomy versus active surveillance for small renal masses: Cancer-specific mortality and competing-risks of death. EAU 2013, Poster #179

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017