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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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23. September 2016

Nur jeder vierte Krebspatient stirbt zuhause

Mehr als die Hälfte aller Menschen mit unheilbaren Krebserkrankungen stirbt im Krankenhaus. Allerdings wächst der Anteil derer, die ihre letzten Wochen im Hospiz oder in einem Alters- beziehungsweise Pflegeheim verbringen, wie eine Studie zeigt. In Umfragen sprechen sich die meisten Krebspatienten für ein Sterben im häuslichen Umfeld aus. Dieser Wunsch kann ihnen in Deutschland häufig nicht erfüllt werden. In den Städten Bochum und Münster sowie den Landkreisen Borken und Coesfeld starben 2011 nur knapp 25% von ihnen zuhause.
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Das belegen die Totenscheine, die der Palliativmediziner Dr. Burkhard Dasch vom Klinikum der Universität München zusammen mit Kollegen aus Bochum ausgewertet hat. Zum Vergleich haben die Mediziner die Totenscheine aus dem Jahr 2001 herangezogen.

Zu beiden Zeitpunkten starben die meisten Krebspatienten im Krankenhaus. Der Anteil ist jedoch von gut 62 auf rund 51% gefallen. Gleichzeitig ist der Anteil der Krebskranken, die in Hospizen sterben, von 5,5 auf 12,5% gestiegen. Auch in Alten- und Pflegeheimen starben 2011 mehr Krebspatienten als zehn Jahre zuvor. Der Anteil stieg von gut 7 auf knapp 11%. Rund 2% starben 2011 auf einer Palliativstation. Diese Einrichtungen gab es 2001 im Untersuchungsgebiet noch nicht.

Die Entwicklung wurde durch die Eröffnung von Hospizen gefördert. Im Jahr 2001 gab es in Bochum und Münster erst 3 Palliativstationen, die sich auf die Betreuung von sterbenden Menschen spezialisiert hatten. Seither sind in den beiden Landkreisen 3 neue Hospize hinzugekommen. Der Bedarf ist laut Dasch aber noch nicht gedeckt. Die Weiterverlegung in ein Hospiz sei aufgrund zu gering vorgehaltener Bettenzahlen oft ein Problem und ein Nadelöhr. Krankenhausentlassungen würden hierdurch verzögert und stationäre Liegezeiten verlängert. Dasch begrüßt deshalb, dass die Bundesregierung mit einem Gesetz den Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung fördern will.

Der Wunsch der Patienten, zuhause zu sterben, lässt sich nach Ansicht von Palliativmedizinern nicht immer erfüllen. Dr. Dasch nennt als Beispiel Menschen mit Hirntumoren. Diese Patienten litten häufig unter epileptischen Anfällen, Lähmungen, Koordinationsstörungen sowie Hirnleistungsstörungen, so Dasch. Angehörige seien dann mit der häuslichen Pflege dieser Patienten häufig überfordert.
DMW
Literatur:
B. Dasch et al.
Epidemiologische Untersuchung zum Sterbeort von Tumorpatienten. Auswertung von Todesbescheinigungen einer Dekade.
DMW 2016; 141 (17); e158-e165
 
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