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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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07. Januar 2013

Intravenöse Eisencarboxymaltose als effiziente Therapieoption der Anämie bei Krebspatienten

Die Anämie gehört zu den häufigsten Begleiterkrankungen von Tumorpatienten. Sie äußert sich insbesondere durch eine Fatigue und kann die betroffenen Patienten in ihren Alltagsaktivitäten und in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigen. Ursachen der Anämie können eine Chemo- oder Strahlentherapie sein. In den meisten Fällen liegt der Anämie jedoch eine entzündungsbedingte Störung der Eisenresorption sowie des Eisenmetabolismus zugrunde, die aber im Praxisalltag häufig übersehen wird. Eine orale Eisensupplementierung ist in diesen Fällen unwirksam. Daher empfehlen die Leitlinien der EORTC (1), ASCO (2) und NCCN (3) einen tumorbedingten Eisenmangel nicht mit oralem Eisen zu behandeln, sondern eine intravenöse (i.v.) Eisengabe zu erwägen.

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Auf dem Symposium der Vifor Pharma Deutschland im Rahmen des DGHO-Kongresses erläuterten die Onkologen Prof. Dr. Hartmut Link aus Kaiserslautern und Dr. Tilman Steinmetz aus Köln, was bei einer suffizienten Behandlung der Anämie bei Tumorpatienten zu beachten ist und welche Therapiestrategien den Eisenhaushalt wieder normalisieren können. Die kürzlich in Annals of oncology publizierten Ergebnisse einer nicht-interventionellen Studie bei über 600 anämischen Tumorpatienten mit Eisenmangel weisen darauf hin, dass die i.v. Applikation von Eisencarboxymaltose (ferinject®) eine effektive Anämiekorrektur bewirken kann (4). Die Behandlung mit Eisencarboxymaltose als alleinige anti-anämische Therapie oder in Kombination mit Erythropoese-stimulierenden Agenzien (ESAs) korrigierte die Anämie effizient und war gut verträglich. Die Normalisierung der Hämoglobin (Hb)-Werte war unabhängig vom Ausgangs-Hb. Auch der Transfusionsbedarf blieb über die Beobachtungsperiode stabil, so dass 5 Wochen nach der Eisengabe 93% der Patienten keine Bluttransfusionen benötigten.

Eisenmangel und Anämie sind häufige Erscheinungen bei Krebspatienten. Je nach Tumorart und Tumorstadium weist bis zu jeder zweite Patient mit soliden Tumoren bereits zum Zeitpunkt der Diagnose eine Anämie auf, berichtete Prof. Link. Unter einer Chemo- oder Strahlentherapie könne die Inzidenz noch weiter steigen. Das Symptomspektrum ist breit und umfasst neben Fatigue auch Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen, Übelkeit, Schwäche, Störungen des Immunsystems, Belastungsdyspnoe und Tachykardie (5). Die häufigsten Ursachen sind eine Krebs-induzierte Anämie als Folge von Knochenmarksinfiltration, Blutverlusten, Entzündungen sowie eine Therapie-bedingte Anämie und Eisenmangel.

Tumorerkrankungen sind häufig mit einem gestörten Eisenstoffwechsel assoziiert

Im Rahmen der Krebserkrankung komme es zu Störungen des Eisenstoffwechsels, so Link. Denn ähnlich wie bei vielen anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen wird die orale Eisenaufnahme über den Darm durch das Akute-Phase-Protein Hepcidin stark vermindert.
Das sei auch der Hauptgrund dafür, dass eine orale Eisengabe bei diesen Patienten ineffektiv sei, gab Link zu bedenken.

Auch die Leitlinien der EORTC (1), ASCO (2) und NCCN (3) raten bei einem tumorbedingten Eisenmangel von einer oralen Eisengabe ab und sprechen sich für eine intravenöse (i.v.) Eisengabe aus. Die DGHO-Leitlinie von 2011 empfiehlt das ferinject® als die effektivste Möglichkeit, Eisen i.v. zu substituieren.  Mit Hilfe des hochkonzentrierten und dextranfreien Präparates können ohne vorherige Testdosis bis zu 1.000 mg in mindestens 15 min infundiert werden. Dies entspricht laut Fachinformation (7) dem minimalen Eisenbedarf anämischer Patienten mit einem Mindestkörpergewicht von 35kg.

Auf der anderen Seite warnte der Experte vor einem unnötigen Einsatz von Bluttransfusionen. Denn zahlreiche Studien sowie eine Cochrane-Metaanalyse zeigten, dass Bluttransfusionen das Rezidivrisiko und die Gesamtmortalität bei verschiedenen Krebserkrankungen erhöhen (8-10). „Bei einem Hb-Wert von 8 g/dl und weniger ist eine Transfusion indiziert und zulässig", so Prof. Link. In einem Hb-Bereich zwischen 10 und 12 g/dl sollte jedoch nicht transfundiert werden, ausser es liegen Komorbiditäten vor, die eine frühzeitige Transfusionsindikation darstellen. Bei nicht-chemotherapierten Tumorpatienten mit einem Hb-Wert > 8 g/dl und einem Eisenmangel sollte i.v. Eisen gegeben werden. „Bei Patienten mit einer Chemotherapie-induzierten Anämie ist es sinnvoll, i.v. Eisen und ESAs in Kombination zu geben,“ so Prof. Link.

Effektive Therapie der Eisenmangelanämie mit i.v. Eisencarboxymaltose

Einer Therapie der Eisenmangelanämie müsse eine sorgfältige Diagnose vorausgehen, betonte Dr.Steinmetz, Köln. Die wichtigsten Parameter zur Untersuchung des Eisenstoffwechsels bei Krebspatienten seien Serumferritin, Transferrinsättigung (TSAT), löslicher Transferrinrezeptor (sTfR), der Hämoglobingehalt der Retikulozyten (CHr) sowie das CRP. „Als Primärtherapie der Eisenmangelanämie sollten immer 500 bis 1.000 mg i.v. Eisen erwogen werden“, so Steinmetz. Das gelte besonders für Patienten mit einem Ferritin-Wert < 100 ng/ml. Bei Patienten mit einem erniedrigten sTfR  sei die zusätzliche Gabe von ESA ratsam.

Dass sich mit einer i.v. Eisengabe - alleine oder in Kombination mit ESAs - auch unter den Bedingungen der Praxisroutine eine gute Anämiekorrektur erreichen lässt, zeigen die Ergebnisse einer zwölfwöchigen nicht-interventionellen Studie an mehr als 600 anämischen Tumorpatienten, die in 68 hämatologischen bzw. onkologischen Praxen in Deutschland behandelt wurden (4). Die Publikation der Studie ist kürzlich in Annals of Oncology erschienen. Ein Viertel der Patienten hatte vor Studienbeginn eine anti-anämische Therapie erhalten, überwiegend mit Bluttransfusionen (13,3%) und ESA (8,3%). Eisencarboxymaltose wurde nach dem Ermessen der behandelnden Ärzte ohne Dosis- und Häufigkeitsbeschränkungen verabreicht. Eine zusätzliche Anwendung von ESAs war zulässig. Das Hb normalisierte sich unabhängig vom Ausgangs-Hb-Wert innerhalb von 5 bis 12 Wochen auf 11 bis 12 g/dl. Der Hb-Anstieg wurde sowohl bei der alleinigen Behandlung mit Eisencarboxymaltose als auch in der Kombination von Eisencarboxymaltose und ESA erreicht. Selbst Patienten mit einem Ferritin-Ausgangswert ≥ 500 ng/ml erreichten nach der i.v. Eisengabe wieder normale Hb-Werte. Allerdings verlief die Normalisierung des Hämoglobins in dieser Subgruppe etwas langsamer als bei Patienten mit Ferritin-Ausgangswerten ≤ 100 ng/ml. 93% der Studienteilnehmer waren nach 5 Wochen transfusionsfrei. Die Behandlung mit i.v. Eisencarboxymaltose wurde gut vertragen.

Literaturhinweise:
(1) Aapro MS, Link H. Oncologist 2008; 13 (Suppl 3): 33-36
(2) Rizzo JD et al. Blood 2010; 116: 4045-4059
(3) National Comprehensive Cancer Network (NCCN) Practice Guidelines in Oncology – v.1.2013
(4) Steinmetz et al. Annals of Oncology 2012; doi:10.1093/annonc/mds338.
http://annonc.oxfordjournals.org/content/early/2012/10/12/annonc.mds338.abstract
(5) Ludwig H. Semin Oncol 1998; 25 (Suppl 7): 2-6
(6) www.mein-onkopedia.de/onkopedia/leitlinien/eisenmangel-und-eisenmangelanaemie
(7) Fachinformation ferinject®, Stand November 2011
(8) Vamvakas EC, Blajchman MA. Blood 2001; 97: 1180-1195
(9) Amato A, Pescatori M. Cochrane Database Syst Rev. 2006 Jan 25;(1):CD005033
(10) Mortensen FV et al. Transfusion 2011; 51: 259-263

Quelle: Vifor Pharma
 
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