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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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17. September 2015

Effizientere Impfstoffe und bessere Behandlungsmöglichkeiten für B-Zell-Tumore

Eindringlinge aufspüren und bekämpfen: Antigenrezeptoren auf B-Lymphozyten, die zu den Zellen des Immunsystems gehören, erkennen fremde Moleküle, etwa Krankheitserreger oder Impfstoffe. Sie aktivieren die B-Zelle, auf der sie sich befinden, damit diese Antikörper produziert. Prof. Michael Reth, wissenschaftlicher Direktor des Exzellenzclusters BIOSS Centre for Biological Signalling Studies der Universität Freiburg, und seine Arbeitsgruppe haben mithilfe von 3 hochauflösenden Methoden untersucht, wie 2 bestimmte Klassen von Antigenrezeptoren auf reifen B-Lymphozyten verteilt sind: Immunoglobulin M (IgM) and Immunoglobulin D (IgD). Die Gruppe fand heraus, dass die IgM- und IgD-Rezeptoren in „Proteininseln“ angeordnet sind. Die neuen Einblicke in die Organisation der Antigenrezeptoren im Nanobereich sollen zukünftig dabei helfen, effizientere Impfstoffe und bessere Behandlungsmöglichkeiten für B-Zell-Krebstumore zu entwickeln. Das Team hat seine Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift „Science Signaling“ veröffentlicht.

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Mithilfe der direkten stochastischen optischen Rekonstruktionsmikroskopie (dSTORM) fanden die Forschenden heraus: IgM und IgD liegen auf der Membran von ruhenden B-Zellen in getrennten Proteininseln mit einer Größe von jeweils etwa 150 und 240 Nanometern. Diese Untergliederung der Antigenrezeptoren konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch mit weiteren hochauflösenden Mikroskopie-Verfahren nachweisen. Wird die B-Zelle aktiviert, so werden die IgM- und IgD-Inseln kleiner und die beiden Rezeptorklassen rücken näher zusammen.

Die Ergebnisse der Studien belegen, dass sich Lymphozyt-Membranen im Nanobereich in verschiedene Proteinkompartimente unterteilen. Zudem deuten sie darauf hin, dass IgM- und IgD-Proteininseln bei Aktivierung der B-Zelle Nano-Synapsen formen, die den Austausch von Lipiden und Proteinen ermöglichen. Dies könnte erklären, wie IgM-Antigenrezeptoren eine Verbindung mit so genannten Raft-assoziierten Lipiden und Proteinen aufnehmen. Diese Verbindung ist ein Kennzeichen der B-Zell-Aktivierung.

Michael Reth ist Professor für Molekulare Immunologie am Institut für Biologie III der Universität Freiburg und Sprecher des Exzellenzcluster BIOSS Centre for Biological Signalling Studies. Palash Maity, Erstautor der Studie, ist Postdoc am BIOSS und am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg. Die Bildanalyse erfolgte in Zusammenarbeit mit der Gruppe von Dr. Olaf Ronneberger, Institut für Informatik der Albert-Ludwigs-Universität. Die Freiburger Forschenden arbeiteten zudem mit Prof. Hassan Jumaa von der Universität Ulm und Prof. Björn F. Lillemeier vom Salk Institute in La Jolla/USA zusammen. Ronneberger und Jumaa sind ebenfalls BIOSS-Mitglieder. Diese Arbeit ist Teil des „BIOSS Nanoscale Exploration Program“ (BiNEP), ein Schwerpunkt im BIOSS-2 Forschungsprogramm. Darin erarbeiten BIOSS-Forscher Methoden, um die Nanowelt von Signalprozessen besser zu verstehen.

Universität Freiburg
Literatur:

Maity PC, Blount A, Jumaa H et al. Science Signaling 8, Issue 394. DOI:10.1126/scisignal.2005887 http://stke.sciencemag.org/content/8/394/ra93.abstract

 
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