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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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08. April 2016

ITOC3: Perspektiven in der Immunonkologie

Prof. Dr. Angela Krackhardt, München, eröffnete das Symposium auf der „3rd Immunotherapy of Cancer Conference“ (ITOC3) in München, mit einer Einführung in die Immuntherapie und spannte einen weiten Bogen von den Anfängen der Immunonkologie in den frühen 80iger Jahren, die ersten immunregulativen Moleküle wie z.B. CTLA-4 (Cytotoxic T Lymphocyte Antigen-4) oder PD-1 (programmed cell death-1), die dann nach jahrzehntelanger Forschung und Entwicklung als Immuntherapie die ersten großen Erfolge an Patienten aufweisen konnten. Unter dem Motto from „Bench to Bedside“ referierten auch Prof. Ignacio Melero, Pamplona, und Prof. Wolfgang Herr, Regensburg, über den Einsatz der Immuntherapeutika bei diversen Entitäten und zeigten aktuelle Entwicklungen in der Hämatologie.

Untermauert durch Phase-III-Studien erwiesen sich die ersten, neu entwickelten Immun-Checkpoint-Inhibitoren, Ipilimumab und Nivolumab, als „Meilensteine“ auf dem langen Weg zur klinischen Wirksamkeit, so Krackhardt. Der CTLA-4-spezifische monoklonale Antikörper Ipilimumab führt eine Blockade von CTLA-4 auf T-Zellen herbei; der anti-PD-1-Antikörper Nivolumab bindet an den PD-1-Rezeptor auf T-Zellen und hemmt die Interaktion mit den Liganden PD-L1 und PD-L2 auf Tumorzellen. Ipilimumab (Yervoy®) wurde 2011 in den USA als erster Checkpointinhibitor für die Immuntherapie des metastasierten Melanoms zugelassen; 2014 folgte dann die Zulassung von Nivolumab (Opdivo®) für das lokal fortgeschrittene oder metastasierte nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC).

Die immunbasierten Therapieansätze, insbesondere die Immun-Checkpoint-Modulation, beschränken sich inzwischen nicht mehr nur „auf die Spitze des Eisbergs“ wie beim malignen Melanom und dem NSCLC, betonte Melero; weitere Tumorentitäten wie Nierenzellkarzinom, Prostatakarzinom, Blasenkrebs, maligne hämatologische Neoplasien, Kopf-Hals-Tumoren und nicht zuletzt Brust- und Ovarialkarzinom, werden laut Melero in Zukunft von den neuen Therapien profitieren. Das Portfolio der immunstimulierenden Substanzen wie Ipilimumab und Nivolumab wird durch weitere wichtige Neuentwicklungen vergrößert. Kombinationsansätze der Immuntherapeutika sind bereits in diversen klinischen Studien evaluiert und besitzen ein enormes synergistisches Potential, so der Immun-Mediziner. Das belegen Daten der Checkmate -067-Studie, bei Patienten mit metastasiertem Melanom. Hier war die kombinierte Checkpoint-Blockade mit Ipilimumab und Nivolumab effektiver als eine Monotherapie. Für die Zukunft erhofft sich Melero in der Immuntherapie auch positive Effekte durch Kombinationen mit herkömmlicher Chemotherapie, Radiotherapie und zielgerichteter Therapie sowie auch Strategien zur Vakzinierung.

Die Daten sprechen für sich, sagte auch Herr beim Blick auf die aktuelle Studienlage bei Immuntherapien. Mit dem anti-PD-1-Inhibitor Nivolumab erzielten Patienten laut Herr nicht nur bei Vorliegen eines fortgeschrittenen malignen Melanoms eine Remission (CheckMate -003), sondern auch beim NSCLC, Nierenzellkarzinom und weiteren Entitäten. Dabei betrug in der Langzeittherapie (> 2 Jahre) beim Melanom das mediane Überleben (OS) 16,8 Monate mit einem 2-Jahres-Überleben von 43%. Bei der PD-1-Blockade des rezidivierten oder therapierefraktaären Hodgkin-Lymphoms mit Nivolumab zeigte sich in einer Phase-I-Studie eine objektive Ansprechrate von 87% (95%-KI 0,66–0,97; p=0,016) mit einem kompletten Ansprechen (CR) von 17% und einem partiellen Ansprechen von 70%. 13% der verbliebenen Patienten hatten eine stabile Erkrankung (SD). Die Rate des progressionsfreien Überlebens (PFS) betrug 86% bei 24 Wochen, erläuterte der Hämato-Onkologe. Unerwünschte Ereignisse (AEs) wie Müdigkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Durchfall und Übelkeit werden bei den Immuntherapien auch durch überschießende Reaktionen des Immunsystems induziert; AEs von Grad 1 und 3 traten bei 78% bzw. 22% der Patienten auf.

Abschließend stellte Krackhardt Fallbeispiele aus dem klinischen Alltag zur Diskussion; Patienten, der jüngste 40, der älteste 87 Jahre alt, mit den unterschiedlichsten onkologischen Erkrankungen und Vorbehandlungen, die sich einer Immuntherapie unterzogen, sprachen trotz differenten Krankheitsverlaufs auf die Behandlung an.

Krackhards Fazit: Die neue Generation der immunonkologischen Therapeutika zeigt beeindruckende Ergebnisse auch bei Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen und bei extensiv Vorbehandelten. So profitieren auch multimorbide und ältere Patienten von der Behandlung und zeigen ein verbessertes Langzeitüberleben.

ghk
Satellitensymposium „Broadening the horizon of Immuno-Oncology in 2016: What happens at bench and bedside“, 21.03.2016, anl. der 3rd Immunotherapy of Cancer Conference (ITOC3), München; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb
 
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