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07. Januar 2013

Hodgkin-Lymphom und systemisches anaplastisches großzelliges Lymphom: Brentuximab Vedotin - ein innovatives Therapieprinzip mit großem Potential

Das Hodgkin-Lymphom gilt als eine gut behandelbare Erkrankung. Doch bis zu 20% der Patienten rezidivieren, und deshalb bestehe ein großer Bedarf an neuen Therapieoptionen, betonte Prof. Peter Borchmann, Köln. Der derzeit vielversprechendste Ansatz ist das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Brentuximab Vedotin (ADCETRIS®), sagte Prof. Norbert Schmitz, Hamburg. Die Europäische Kommission (EC) hat Brentuximab Vedotin jetzt für zwei Indikationen unter Auflagen zugelassen: zur Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem CD30-positiven Hodgkin-Lymphom nach autologer Stammzelltransplantation (ASZT) bzw. nach mindestens zwei vorherigen Therapien, wenn ASZT oder eine Mehrfachwirkstoff-Chemotherapie nicht in Frage kommen und mit rezidiviertem oder refraktärem systemischen anaplastischen großzelligen Lymphom (sALCL).

Bisheriger Stand beim 1. Rezidiv des Hodgkin-Lymphoms ist eine zweimalige Induktionschemotherapie gefolgt von Hochdosischemotherapie und ASZT. Danach lebt etwa die Hälfte der Patienten nach 3 Jahren ohne Krankheitsprogression, berichtete Borchmann. Ein großes Potential zur Therapieoptimierung hat das CD30-Targeting mit Brentuximab Vedotin, ein „antibody-drug conjugate“, bei dem der gegen CD30 gerichtete Antikörper über einen Linker mit einem sehr aktiven Zytostatikum - dem Monomethyl Auristatin E (MMAE) - verbunden ist. „Das Geheimnis des Erfolgs ist der Linker“, sagte Schmitz. Denn die Verbindung zwischen MMAE und dem Antikörper wird erst lysiert, nachdem der Antikörper an die Zielzelle gebunden und das Antikörper-Konjugat in das Lysosom aufgenommen wurde. Dadurch wird in der Zielzelle eine sehr hohe Wirkstoffkonzentration erreicht, ohne nennenswerte systemische Zytostatikakonzentrationen. Erst in der Tumorzelle entfaltet MMAE die zytotoxische Wirkung.

Bereits in der Phase I zeigte sich eine besonders gute Verträglichkeit verbunden mit einer hohen Wirksamkeit, hob Borchmann hervor. Dies bestätigten die mit Spannung erwarteten Daten der Phase-II-Studie, in die 102 Hodgkin-Lymphom-Patienten mit Rezidiv nach ASZT eingeschlossen waren (1). Von ihnen erreichten 96 (94%) eine teils massive Reduktion der Tumormasse, 33% hatten eine komplette Remission und die Gesamtansprechrate lag bei 75%. Nur 2 Patienten waren progredient. „Vergleichbare Ansprechraten sind bisher noch mit keinem anderen Medikament in dieser Situation erzielt worden. Ungewöhnlich war auch, dass diese Therapie, die in der 2. Linie gegeben wurde, den vorangegangenen Therapien überlegen war. Dies stimmte die Untersucher enthusiastisch,“ sagte Borchmann. Das geschätzte mediane Überleben lag bei 27 Monaten. Grad-3/4-Nebenwirkungen waren sehr selten. Als Hauptnebenwirkung von Brentuximab Vedotin traten Neutropenien auf, die jedoch nur in Ausnahmefällen zu Infektionen führten. Auch Polyneuropathien wurden beschrieben. „Durch das bisher unerreicht gute Ansprechen in Verbindung mit der guten Verträglichkeit ergibt sich für Brentuximab Vedotin ein vorteilhaftes Nutzen-Risiko-Profil“, so das Fazit von Borchmann.

Rezidivierte sALCL

Anaplastisch großzellige Lymphome sind eine Gruppe der peripheren T-Zell-Lymphome, die ebenfalls CD30 exprimieren. Auch für sie gibt es bis dato keine Standardtherapie im Rezidiv, berichtete Dr. Georg Hopfinger, Salzburg. Die meisten Patienten erhalten eine CHOP-basierte Chemotherapie. Eine günstigere Prognose haben Patienten bei Nachweis der anaplastic lymphoma kinase (ALCL/ALK-positiv) mit einem Langzeitüberleben von etwa 70%, während ALK-negative Patienten eine deutlich schlechtere Prognose aufweisen. Für rezidivierte Patienten steht jetzt mit Brentuximab Vedotin ebenfalls eine sehr wirksame Substanz zur Verfügung. In einer Phase-II-Studie wurden 58 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem sALCL mit Brentuximab Vedotin behandelt, 72% waren ALK-negativ und hatten damit eine schlechte Prognose. Im Median hatten die Patienten bereits zwei Vortherapien erhalten, über 25% eine Hochdosistherapie (2). Es konnte ein Gesamtansprechen von 86% erzielt werden, 59% hatten eine komplette Remission, bei 97% der Patienten schrumpfte der Tumor. Der ALK-Status war für das Ergebnis nicht relevant. Wie beim Hodgkin-Lymphom war Brentuximab Vedotin auch beim sALCL wirksamer als die Vortherapie: Das progressionsfreie Überleben lag bei median 14,3 Monaten im Vergleich zu nur 5,9 Monaten unter der letzten Vortherapie.

as

Mit freundlicher Unterstützung der Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG

Literaturhinweise:
(1) Younes A et al. J Clin Oncol 2012; 30: 2183-2189
(2) Pro B et al. JCO 2012; 30: 2190-2196
 

Quelle: Satellitensymposium im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung der DGHO, ÖGHO und SGHO, Stuttgart, 20.10.2012; Veranstalter: Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG
 
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