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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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31. Januar 2017

Hochrisikopatienten mit CLL: Venetoclax bietet neuen Therapieansatz

Hochrisikopatienten mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) hatten bislang eine schlechte Prognose, weil sie kaum auf die Chemoimmuntherapie ansprechen. Wenn eine Therapieunverträglichkeit und/oder ein Therapieversagen auf die neueren Inhibitoren des B-Zell-Rezeptor-Signalwegs dazukamen, fehlten bislang weitere erfolgversprechende Therapien. Für diese Patienten steht mit Venclyxto® (Venetoclax) ab sofort eine Therapieoption mit einem neuen Wirkansatz zur Verfügung.
 
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Anders als die Inhibitoren des B-Zell-Rezeptor-Signalwegs (BCR) Ibrutinib und Idelalisib induziert Venetoclax die Apoptose in CLL-Zellen. „Mit Venetoclax steht eine neuartige Therapieoption zur Verfügung, die an einem bisher nicht angreifbaren Ziel in der Zelle, nämlich der gestörten Apoptose-Regulation ansetzt“, erläuterte Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer, Ulm, auf der Einführungspressekonferenz. „Dieses theoretische Prinzip einer neuartigen Therapie übersetzt sich in eine hervorragende Wirksamkeit.“

Die Zulassung von Venetoclax beruht auf zwei multizentrischen Phase II-Studien, in denen die Wirksamkeit und Verträglichkeit zum einen bei Patienten mit rezidivierender/refraktärer CLL mit 17p-Deletion (1) und zum anderen bei Patienten mit R/R CLL nach Behandlung mit BCR-Inhibitoren (2) untersucht wurden. In die erste Studie waren 107 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren eingeschlossen worden; sie waren bereits mit zwei Therapien vorbehandelt. Nach 12 Monaten betrug hier die Gesamtansprechrate 79%. 7% der Patienten erreichten eine komplette und 70% eine partielle Remission. In der zweiten Studie mit 64 Patienten wurde eine kombinierte Gesamtansprechrate von 64% erreicht.

Nebenwirkungen tragen vor allem in den ersten drei Monaten nach Therapiebeginn auf; die häufigsten Grad 3/4 Nebenwirkungen waren Neutropenie, Anämie und Thrombozytopenie. Betrachtet man alle Schweregrade, so kommen außerdem Diarrhoe, Übelkeit und Fatigue dazu. Wegen der raschen Reduktion der Tumorlast muss das Tumorlyserisiko berücksichtigt werden. Dafür sind eine schrittweise Aufdosierung des Medikaments sowie Vorsichtsmaßnahmen in Abhängigkeit von der Höhe des Risikos nötig.

Dr. rer. nat. Anne Benckendorff
Einführungspressekonferenz „Venetoclax (Venclyxto®) für Hochrisiko-Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie“, 19. Januar 2017 in Frankfurt am Main; Veranstalter: AbbVie
Literatur:
(1) Stilgenbauer S, Eichhorst B, Schetelig J  et al.
Venetoclax in relapsed or refractory chronic lymphocytic leukaemia with 17p deletion: a multicentre, open-label, phase 2 study
The Lancet Oncology 2016; 17: 768-778
DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(16)30019-5
(2) Jones J et al. Abstract 637, American Congress of Hematology 2016
 
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