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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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11. Oktober 2013

Histondeacetylase-Inhibitoren legen Autophagie in Leukämiezellen lahm

Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist es gelungen, neue therapeutische Angriffspunkte für Leukämien zu identifizieren. In Zusammenarbeit mit Forschern aus Deutschland, der Schweiz und den USA beschäftigten sich die Arbeitsgruppen von Dr. Jan Henning Klusmann, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie und Professor Dr. Georg Behrens, Klinik für Immunologie und Rheumatologie, mit den Wirkmechanismen von Histondeacetylase-Inhibitoren (HDACi). "Diese Substanzen wecken große Erwartungen im Kampf gegen Krebserkrankungen. Einige Medikamente sind schon zugelassen", erklärt Dr. Klusmann.

Müllentsorgung in Leukämiezellen

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass HDACi unerwartete Wirkungen in Leukämiezellen haben." Histondeacetylasen sind Enzyme, die das Ablesen der DNA und die Funktion von Eiweißen in der Zelle regulieren. Wie genau sie bei Krebserkrankungen wirken, ist nicht vollständig verstanden. Dr. Klusmann war diesen Substanzen schon lange auf der Spur. "Wir begannen mit einer systematischen Suche nach dem, was in Zellen unter dem Einfluss von HDACi geschieht. Am Ende vieler Experimente gelangten wir zur Erkenntnis, dass diese Enzymblocker die Autophagie in Leukämiezellen blockieren." Über Autophagie - Zellen bauen dabei ihre eigenen Strukturen ab - recyceln Zellen Eiweiße und Zellorganellen; sie nutzen diese Vorgänge vor allem in Mangelsituationen.

"Es sieht so aus, dass wir durch eine Blockade der Autophagie diese Tumorzellen regelrecht zumüllen und sie dadurch vermehrt absterben", erläutert Prof. Behrens. "Das können wir durch HDACi erreichen, aber auch durch andere Substanzen. Tumorzellen produzieren offenbar mehr Müll, der ständig beiseite geschafft werden muss. Auf Störungen der Autophagie reagieren sie daher sehr sensibel."

Die beiden Projektleiter freuen sich, dass die langjährige Kooperation zum Erfolg geführt hat. "Jan Henning Klusmann forscht seit langem an Leukämiezellen, wir studieren seit einiger Zeit Autophagie in Immunzellen. Wir arbeiten eigentlich in völlig verschiedene Richtungen. Die Infrastrukturen der MHH, das neue Pädiatrische Forschungszentrum und die Mitarbeiter der Arbeitsgruppen haben dazu beigetragen, dass echte Synergien entstehen konnten", sagt Prof. Behrens.

Die Erkenntnisse haben direkte Bedeutung für die Behandlung von Patienten und sollen in klinischen Studien berücksichtigt werden. "Wie immer bleiben aber noch Fragen offen", sagt Dr. Klusmann. "Unsere Beobachtungen liefern genügend Stoff, um weiter gemeinsam zu forschen und Therapien zu verbessern. Das kann dann sowohl Menschen mit Leukämien als auch denen mit Störungen im Immunsystem zu Gute kommen."

Literaturhinweis:
Histone deacetylase inhibitors induce apoptosis in myeloid leukemia by suppressing autophagy
M V Stankov, M El Khatib, B Kumar Thakur et al.
Leukemia (12 September 2013) | doi:10.1038/leu.2013.264
http://www.nature.com/doifinder/10.1038/leu.2013.264

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover
 
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