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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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22. Juni 2012

Highlight Hämatologie vom ASCO 2012: Bendamustin plus Rituximab hat weniger Nebenwirkungen als CHOP-R bei indolenten und Mantelzell-Lymphomen und verdoppelt PFS

Die Kombination aus Bendamustin und Rituximab (B-R) verlängert bei Patienten mit indolenten oder Mantelzell-Lymphomen signifikant das progressionsfreie Überleben (PFS) und ist wesentlich besser verträglich als die Standardtherapie CHOP-R. Dies zeigen die erstmals vorgestellten Langzeitergebnisse einer randomisierten Phase-III-Studie der Studiengruppe indolente Lymphome (StiL). Unter B-R war das mediane PFS mit 69,5 Monaten mehr als doppelt so lang wie unter CHOP-R mit 31,2 Monaten (p<0,001). Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) bewertete diese deutsche Studie als das hämatologische Highlight des diesjährigen Kongresses Anfang Juni und lud Studienleiter Prof. Mathias J. Rummel, Leiter des Schwerpunktbereiches Hämatologie der Justus-Liebig-Universität Gießen, als einen von nur vier Rednern in ihre Plenary Session und außerdem in die offizielle Pressekonferenz mit den wichtigsten Forschungsergebnissen ein. 

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In der Studie NHL1-2003 der deutschen Studiengruppe indolente Lymphome (Stil), die am Universitätsklinikum Gießen angesiedelt ist, erhielten 514 Patienten mit unbehandelten indolenten Non-Hodgkin- oder Manzelzell-Lymphomen randomisiert entweder B-R (n=261) oder CHOP-R (n=253). Nach einem Langzeit-Follow-Up von 45 Monaten betrug das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) im B-R-Arm  69,5 Monate versus nur 31,2 Monate im CHOP-R-Arm (Hazard Ratio 0,58; 95%-Konfidenz-Intervall 0,44-0,74; p=0,0000148). Während das Ansprechen unter beiden Schemata vergleichbar war (B-R: 92,7%, CHOP-R: 91,3%), war die Rate an kompletten Remissionen unter B-R signifikant höher (39,8% vs. 30,0%, p=0,021). Der Vorteil zeigte sich auch in verschiedenen Subgruppen und unabhängig vom Alter, denn Patienten über 61 Jahre profitierten in gleicher Weise wie jüngere Patienten (p=0,0022). In der häufigsten Subgruppe mit follikulärem Lymphom ist das mediane PFS unter B-R noch gar nicht erreicht, während es unter CHOP-R 40,9 Monate betrug. Selbst bei ungünstiger Prognose (FLIPI 3-5) und bei Patienten mit Morbus Waldenström und Mantelzell-Lymphom bestand unter B-R der PFS-Benefit, bei Patienten mit Marginalzonen-Lymphom waren B-R und CHOP-R gleich. B-R war deutlich besser verträglich. Unter dem B-R-Regime trat zwar eine höhere Inzidenz von milden Hautreaktionen auf, es kam jedoch nicht zu Haarverlust. Außerdem erlitten im B-R-Arm weniger Patienten neurologische Komplikationen, Stomatitis und Infektionen, und es wurde auch weniger G-CSF benötigt. (Quelle: Bendamustine plus rituximab (B-R) versus CHOP plus rituximab (CHOP-R) as first-line treatment in patients with indolent and mantle cell lymphomas (MCL): Updated results from the StiL NHL1 study. Abstract No. 3.)
 
Prof. Rummel sagte bei seiner Präsentation: "Für uns gilt das B-R Schema als ein neuer Standard für die Behandlung von Patienten mit indolenten Lymphomen und für ältere Patienten mit Mantelzell-Lymphomen, die nicht für eine Transplantation infrage kommen." Diese Einschätzung teilte ASCO-Diskutant  Professor Michael E. Williams vom University of Virginia Cancer Center in Charlottesville, USA, in der Plenary Session.
 
Das bifunktionelle Alkylanz Bendamustin ist ein besonderes Zytostatikum, das bereits in den 1960er Jahren in der früheren DDR entwickelt wurde. Mit der Wende nahm die klinische Entwicklung der Substanz, die sich durch ihre hohe Effektivität gepaart mit guter Verträglichkeit auszeichnet, einen großen Aufschwung. Deutsche Studiengruppen in Klinik und Praxis integrierten Bendamustin in ihre Studienkonzepte, so auch die StiL. Das CHOP-R-Regime aus Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison und dem monoklonalen Antikörper Rituximab war das bisher meist verwendete Schema für die Behandlung von Non-Hodgkin-Lymphomen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA hat sich das B-R-Regime breit etabliert. Es wird vom amerikanischen National Comprehensive Cancer Network (NCCN)  und von der deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie DGHO als First-line Therapie bei indolenten Lymphomen empfohlen. Die DGHO gab im Anschluss an den ASCO-Kongress eine Stellungnahme zur NHL1-2003 Studie ab.
 
Sie möchten die Einschätzung der Daten von Studienleiter Prof. Rummel persönlich kennenlernen?
In einem Interview erläutert er im passwortgeschützten Ärztebereich auf der Webseite der Deutschen Krebsgesellschaft den Hintergrund und die Ergebnisse seiner Studie und die praktischen Konsequenzen daraus. Das Interview kann hier angesehen werden.
 
Einen wissenschaftlichen Kommentar zur Studie finden Sie zudem auf der Webseite Onkodin.
 
 

Wissenschaftlicher Kontakt:       

Studiengruppe indolente Lymphome

Professor Dr. med. Mathias J. Rummel

Med. Klinik IV - Hämatologie

Universitätsklinik

Klinikstraße 36

35392 Gießen

Tel.:  +49 (0)641-985-42-600

mathias.rummel@innere.med.uni-giessen.de

www.stil-info.de  

Quelle: Mundipharma
 
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