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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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02. November 2016

Graft-versus-Host-Erkrankung: Internationales Forschungsprojekt zur Stammzelltransplantation

Bei der Behandlung von akuten und chronischen Leukämien sowie bei allen Formen des Knochenmarkversagens ist heute die allogene Stammzelltransplantation (SZT) eine wichtige Säule im Kampf gegen die Erkrankung. Bei der allogenen Stammzelltransplantation werden Blutstammzellen von einem Fremdspender auf den Empfänger übertragen. Diese Therapieform hat seit den 1980er Jahren den Kampf gegen Leukämie deutlich erfolgreicher gemacht, führt aber bis heute bei etwa einem Drittel der stammzelltransplantierten Patienten zu schweren und bei 15-20% zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Diese Immunreaktionen werden als Spender-gegen-Empfänger-Reaktion bzw. Graft versus Host Disease (GvHD) bezeichnet.
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"Zentrales Behandlungsprinzip der allogenen Stammzelltransplantation ist es, im Patienten mit den Stammzellen eines fremden Spenders ein neues Immunsystem aufzubauen. Dieses bekämpft dann im Sinne einer Immunreaktion die Krebszellen. Bei einer zu starken Reaktion greift es aber auch in Form der Spender-gegen-Empfänger-Reaktion verschiedene Gewebe des Patienten wie die Haut, die Leber, den Darm oder die Lunge an, was im schlimmsten Fall zum Tod führen kann", erläutert Prof. Dr. Ernst Holler, Leiter des Stammzelltransplantationsprogrammes am UKR.

Forschungsschwerpunkt in Regensburg

Die Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des UKR und das Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie (RCI) arbeiten seit vielen Jahren mit Hochdruck daran, durch die "Programmierung" der Immunzellen im Patienten die Abstoßungsreaktion zu vermeiden oder zumindest so zu verringern, dass sie nicht lebensbedrohlich wird. Für solche Zelltherapien wurde am UKR das José-Carreras-Centrum für Somatische Zelltherapie (JCC) errichtet, in dem unter Reinstraumbedingungen Immunzellen entsprechend aufbereitet werden.

Um für die Anwendung solcher Zellen und für andere Therapien der GvHD nun die nächsten Schritte realisieren zu können, hat die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung ein Sonderforschungsprojekt mit einer Förderung von 500.000 Euro ausgelobt. "Wenn es Wissenschaftlern gelingt, die Graft-versus-Host-Erkrankung in den Griff zu bekommen, ist das ein großer Schritt, um die Überlebenschancen der betroffenen Patienten deutlich zu erhöhen", so Dr. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung.

Europaweite Forschung unter Regensburger Leitung

Preisträger ist das internationale Forschungsprojekt "Mt Sinai Acute GvHD International Consortium", kurz MAGIC, das von Prof. Dr. Ernst Holler am Universitätsklinikum Regensburg auf europäischer Ebene koordiniert wird. MAGIC setzt sich zum Ziel, weltweit in den führenden Transplantationszentren alle Patienten durch wöchentliche Serumproben auf Biomarker der GvHD zu untersuchen und gleichzeitig alle Daten zur GvHD gemeinsam und nach internationalem Standard zu erfassen. Am UKR arbeiten Mitarbeiter des RCI, der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III, des Instituts für Mikrobiologie und Hygiene und des Instituts für funktionelle Genomik gemeinsam an diesem Projekt, um die optimale Diagnostik bereits gesicherter Biomarker sicherzustellen sowie neue Biomarker aus dem Bereich des Mikrobioms in das MAGIC Projekt zu integrieren.

"Ziel ist es einerseits, die bereits bekannten und neuen Biomarker so in ihrem Stellenwert abzusichern, dass sie in Zukunft wie Routinelabortests zur GvHD-Prognosebeurteilung herangezogen werden können. Darauf aufbauend sollen dann klinische Behandlungskonzepte risikoadaptierter Frühtherapien entwickelt werden, die entweder bei den ersten Symptomen der GvHD oder aber auch schon vor ihrem klinischen Auftreten vorbeugend am individuellen Risiko des Patienten gesteuert eingesetzt werden können. Die Hoffnung ist hier, dass durch frühe bedarfsgerechte Therapie die GvHD sehr viel rascher und häufiger als früher gestoppt werden kann und dies entscheidend zur Verbesserung des Überlebens, aber auch der Lebensqualität der Patienten beiträgt", führt Prof. Holler aus.

Durch die Teilnahme einer Vielzahl von Transplantationszentren (in Deutschland sind es u.a. die Universitätsklinika Hamburg, Freiburg, Würzburg, Erlangen, Frankfurt a.M., Dresden, Köln, Münster sowie die Charité in Berlin) wird sichergestellt, dass allgemein gültige Biomarker definiert werden und neu erarbeitete Behandlungsprinzipien unmittelbar für alle Transplantationszentren wirksam und anwendbar sind.

Prof. Holler: "Es ist zu erwarten, dass aus diesen Anstrengungen und durch die Förderung der Deutschen Jose Carreras Leukämie-Stiftung national und international entscheidende und vor allem für die Patienten bedeutsame Fortschritte in der Frühbehandlung der GvHD erzielt werden können."
Universitätsklinikum Regensburg
 
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