Sonntag, 20. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
12. April 2012

Glioblastom: tumorsuppressives Gen entdeckt

Das Team um Professorin Dr. Ruthild Weber von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat entdeckt, dass ein Gen mit bislang unbekannter Funktion dem Wachstum von Hirntumoren entgegenwirkt. Die Forscher veröffentlichten ihre Erkenntnis in der Fachzeitschrift „Brain“.
Die Wissenschaftler des MHH-Instituts für Humangenetik haben Zellen untersucht, die von Glioblastomen abstammen. Dabei ist ihnen ein Gen aufgefallen, das in vielen Glioblastomen verändert vorlag. „Wenn ein Gen in einem Tumor inaktiviert ist, ist das ein Hinweis darauf, dass es Tumor-unterdrückend wirkt“, sagt Professorin Weber. Die Genveränderung wurde auch in Tumoren anderer Organe entdeckt. „Möglicherweise ist seine tumorsuppressive Wirkung nicht auf Gehirntumore beschränkt, sondern spielt beispielsweise auch bei Brust- und Darmkrebs eine Rolle“, sagt Professorin Weber. Darüber hinaus gibt es Hinweise dafür, dass das Gen auch Nervenerkrankungen wie Alzheimer beeinflussen könnte.

Die Forscher konnten die tumorsuppressive Funktion des Gens mit weiteren Experimenten belegen. So wuchsen Tumorzellen mit intaktem Gen weniger und waren weniger beweglich. Auch im Mausmodell demonstrierten die Wissenschaftler, dass Tumore mit intaktem Gen nur halb so groß wurden wie solche mit verändertem Gen. Zudem fand das Forscherteam heraus, dass das auf Grundlage des Gens entstehende Protein zu den so genannten fokalen Adhäsionsproteinen gehört. Fokale Adhäsionen sind unterhalb der Zellmembran gelegene Kommunikationszentren, die auch für die Beweglichkeit der Zelle wichtig sind. So erhielt das Protein den Namen ‚Focadhesin’ – abgeleitet von ‚fokalem Adhäsionsprotein’. Nun wollen die Wissenschaftler weitere zellbiologische Eigenschaften des Focadhesins aufklären.

Die Genfunktion zu kennen, bedeutet einen Schritt in Richtung individualisierte Krebsmedikation zu machen: „Es wäre denkbar, dass Patienten, deren Tumoren das veränderte Gen tragen, auf ein neues Krebsmedikament anders ansprechen als Patienten mit Tumoren mit intaktem Gen“, sagt die Humangenetikerin. Somit könnten neue Medikamente gezielter eingesetzt werden.

Die Publikation ist unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum, Heidelberg, an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn entstanden, wo die Humangenetikerin bis Ende des Jahres 2011 Professorin am Institut für Humangenetik war. Die Ergebnisse zur Zellbeweglichkeit haben sie nach Hannover geführt, da es an der MHH renommierte Arbeitsgruppen gibt, die sich mit diesem Thema beschäftigen.
Quelle: Medizinische Hochschule Hannover
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017