Samstag, 19. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
10. November 2015

Glioblastom: Vorliegen einer IDH1-Mutation bewirkt in vitro stärkere Zellabtötung durch Strahlentherapie

Maligne Gliome werden mit einer Kombination aus Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie behandelt. Hochbeachtete internationale Studien zeigten, dass bei diesen oft aggressiven Tumoren, insbesondere bei der bösartigsten Form, dem sogenannten Glioblastom, der Verlauf nach der Therapie besser ist, wenn eine bestimmte genetische Veränderung in den Tumorzellen vorliegt, nämlich eine Mutation im Stoffwechselenzym Isocitratdehydrogenase 1 (IDH1). Allerdings war bisher unklar, ob dieser Effekt darauf beruht, dass Tumorzellen mit der IDH1-Mutation weniger aggressiv wachsen oder dass sie empfindlicher auf die Strahlentherapie reagieren.

Anzeige:
 
 

Die Diplom-Biologin Jacqueline Kessler aus der Universitätsklinik für Strahlentherapie (Direktor: Prof. Dr. Dirk Vordermark) ging dieser Frage nach. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit in der Arbeitsgruppe Molekulare Strahlenbiologie (Leiter: Dr. rer. nat. Matthias Bache) der Strahlenklinik erforschte sie das biologische Verhalten sowie die Strahlenempfindlichkeit von Hirntumorzellen, bei denen die IDH1-Mutation künstlich eingefügt wurde, im Vergleich zu Zellen ohne Mutation. Da bösartige Hirntumore häufig Regionen mit Hypoxie aufweisen, führte sie die Experimente sowohl unter normaler als auch unter reduzierter Sauerstoffkonzentration durch.

Dabei zeigte sich, dass die IDH1-Mutation in drei verschiedenen Gliomzellarten in Zellkultur einerseits zu einem veränderten Wachstumsverhalten, zum Beispiel einer verminderten Fähigkeit, einen dreidimensionalen Zellhaufen („Sphäroid“) zu bilden führte. Gleichzeitig war aber auch die direkte Strahlenempfindlichkeit der Tumorzellen mit Mutation erhöht, sowohl bei guter als auch bei schlechter Sauerstoffversorgung.

„Die international stark beachteten Forschungsergebnisse von Frau Kessler zeigen, dass zumindest bei Hirntumorzellen in der Kulturschale die Mutation des Stoffwechselenzyms IDH1 eine stärkere Zellabtötung durch die Strahlentherapie ermöglicht“, so Prof. Vordermark. Die Ergebnisse seien nicht direkt auf die Patientenbehandlung übertragbar, in fernerer Zukunft seien aber unterschiedliche Strahlentherapiekonzepte für Patienten mit oder ohne IDH1-Mutation denkbar.

Die Arbeiten von Frau Kessler wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie das Wilhelm-Roux-Programm der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gefördert. Die aktuellen Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Radiotherapy & Oncology“ veröffentlicht.

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Literatur:

Kessler J, Güttler A, Wichmann H et al. IDH1(R132H) mutation causes a less aggressive phenotype and radiosensitizes human malignant glioma cells independent of the oxygenation status. Radiother Oncol. 2015 Sep;116(3):381-7.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26328938

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017