Donnerstag, 24. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
Fachinformation
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
04. November 2015

Genexpressionstests: Vorhersage des Rezidivrisikos – Vermeidung von Chemotherapien?

Zu einem Pressegespräch über den medizinischen Nutzen und die Kostenübernahme von Genexpressionstests zur Risikoeinschätzung von Brustkrebs luden Prof. Sven Mahner und Prof. Nadia Harbeck von der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der LMU, München. Neben der medizinischen Analyse und Bewertung von Testverfahren zur Risikoeinschätzung von Mammakarzinomen referierte die Medizinjournalistin und 1. Vorsitzende von Brustkrebs Deutschland e.V. Renate Heidinger mit sozioökonomischem Blick über die Diagnose und den Nutzen von Therapien aus der Sicht der betroffenen Patienten. 

Anzeige:
 
 

Diagnose Mammakarzinom: bei niedrigem Risiko keine Chemo 

Obwohl sich die Therapieoptionen für Mammakarzinom-Patientinnen in den letzten Jahren zunehmend verbessert haben, werden die Patientinnen in der Regel nach einem chirurgischen Eingriff häufig einer belastenden Chemotherapie unterzogen, um das Restrisiko eines Rezidivs auszuschließen. Dass dies aber nicht in jedem Fall indiziert ist, haben nun neue Studien aus den USA, (TAILORX-Studie) (1) und Israel (2) gezeigt, die die prognostischen Faktoren von Genexpressionstests unter die Lupe nahmen. Die neuen Daten, die auf dem European Cancer Congress 2015 in Wien vorgestellt wurden, erwiesen sich als „Quantensprung“, so Harbeck. Aufgrund von Genexpressionstests können nun Therapieentscheidungen bei frühem Brustkrebs viel individueller gestaltet werden, erläuterte Harbeck den Einsatz von Genexpressionstests. Zudem können bei vielen Patientinnen Übertherapien verhindert werden, das heißt, dass häufig auf die gefürchteten Chemotherapien, die eine hohe physische wie auch psychische Belastung für die Patientinnen darstellen, verzichtet werden kann. Weniger als 10% der Patientinnen überhaupt profitieren von einer Chemotherapie, gab Harbeck zu bedenken. Als verlässliches Instrument zur Prognose erwies sich der Oncotype DX®-Test, der einzige Test, der in diversen Studien evaluiert wurde und sichere Aussagen über das Rezidivrisiko bei hormonsensitiven Mammakarzinomen erlaubt. Patientinnen mit frühem Östrogenrezeptor-positiven, HER2-negativen Brustkrebs haben nun eine Entscheidungshilfe bei der Frage, ob neben der obligaten Hormontherapie noch eine Chemotherapie nötig ist. Mit dem Test werden Aktivitäten bestimmter Gene aus einer Tumorbiopsie bestimmt. Die Genexpressionsmuster erhalten einen Recurrence-Score von 0-100, mit dem das 10-Jahres-Rückfallrisiko bestimmt wird. Damit lassen sich Vorhersagen für Therapieoptionen begründen. So lag in der TAILORX-Studie bei Patientinnen, die aufgrund eines niedrigen Test-Scores auf eine Chemotherapie verzichtet haben, das rezidivfreie Überleben bei 99,3%, in der israelischen Erhebung betrug das Überleben nach 5,9 Jahren 99,1%. In vorläufigen Ergebnissen der größten deutschen Brustkrebsstudie (Adapt-Studie) (3) blieb 60% der Studienteilnehmer eine Chemotherapie erspart, das entspricht 10-15.000 Patientinnen jährlich, so Harbeck.

Lebensqualität gewinnen – Kosten sparen

„Die Datenlage ist sehr gut, der Benefit für die Mammakarzinom-Patientinnen ist eindeutig“, bemerkte Harbeck. Dass viele immer noch nicht flächendeckend von diesen Diagnosemöglichkeiten profitieren, und die Kosten von den meisten Krankenkassen nur in gut begründeten Einzelfällen übernommen werden, kritisierte Harbeck. Die Kosten für Chemotherapien würden die durch den Test verursachten um ein Vielfaches übersteigen, betonte Harbeck, „die Kosten für die Langzeitfolgen nicht eingerechnet“. So bezeichnete sie die Folgen einer unnötigen Chemotherapie drastisch mit einer „Art Körperverletzung“; nicht nur Haarausfall und Übelkeit, sondern auch Folgeschäden wie Herzbelastung, Unfruchtbarkeit oder periphere Neuropathien belasten die Frauen. Unterstützung erhielt Harbeck von Renate Heidinger, die sich als Gründerin der Organisation Brustkrebs Deutschland e.V. diesem Thema aus Patientensicht verschrieben hat. Den Befund Brustkrebs mit all seinen sozioökonomischen Folgen kennt sie selbst. „Die Diagnose Brustkrebs kommt meistens völlig unerwartet und verändert von einem Moment zum anderen erst einmal das Leben“ ist ihre Erfahrung. Die Patientinnen sowie auch die Angehörigen sind mit der Diagnose und der folgenden Therapie völlig überfordert. Nicht nur „das Vertrauen in den Körper ist weg“, so Heidinger, auch die Folgen wie zeitweiliger Berufsausfall, Beeinträchtigung des Sozial- und Familienlebens und eine veränderte Lebensperspektive belasten alle Beteiligten. Daher ist es ihrer Meinung nach auch „ethisch geboten“, alles Notwendige zu tun, um die Patientinnen zu entlasten und ihre Therapieentscheidungen mitzutragen. „Die neuen Ergebnisse sind eine wunderbare Nachricht für Patientinnen und Therapeuten“, konstatierte Heidinger; „der Genexpressionstest bietet daher heute die beste Entscheidungshilfe und sollte selbstverständlich von den Kosten her erstattet werden“.

ghk
Pressegespräch „Genexpressionstests: Evidenzlage sehr gut - Erstattung mangelhaft“, 13.10.2015, München; Veranstalter: Genomic Health
Literatur:

(1) Sparano JA et al. 2015 Sept. 29, N Engl J Med 
(2) Stemmer et al. (Abstract #1963) The European Cancer Congress 2015. Wien
(3) ADAPT-Studie (aktiv), Westdeutsche Studiengruppe; wsg@wsg-online.com

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
NET
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017