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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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07. Juli 2017

Gebärmutterhalskrebs: Tumore erkennen, bevor sie entstehen

Da sich das Zervixkarzinom in der Regel langsam entwickelt, sollen mit der Krebsfrüherkennung Zellveränderung aufgespürt werden, noch bevor Krebs entsteht. Die Krankenkassen zahlen bislang allen Frauen ab 20 Jahren einmal jährlich einen Pap-Abstrich. Bei diesem Test werden Schleimhautzellen an Gebärmutterhals und Muttermund abgestrichen und unter dem Mikroskop begutachtet. Das Ergebnis wird einer von mehreren Kategorien zugeordnet und kann Hinweise auf veränderte Zellen oder Krebsvorstufen geben.
"Leider ist der Abstrich nicht so sensitiv, wie wir das gerne hätten", sagt Prof. Christian Dannecker, stellvertretender Direktor der Frauenklinik der LMU München. So können veränderte Zellen auch übersehen werden. "Der Test bietet daher nur bei regelmäßiger Teilnahme eine hohe Sicherheit". Der Krebs von Anna Schäfer blieb trotz jährlicher Vorsorge unentdeckt - ein sehr seltener Fall.

Damit dies noch seltener passiert, wird die Früherkennung für Frauen über 35 Jahren geändert: nur noch alle drei Jahre ein Abstrich, dafür ein zusätzlicher Test auf humane Papillomviren (HPV). Man weiß heute, dass HPV für rund 90% der Gebärmutterhalskarzinome verantwortlich ist. Fast jeder Mensch infiziert sich einmal im Leben mit HPV, viele schon beim ersten sexuellen Kontakt über die Haut. "Bei Frauen unter 30 Jahren ist ein positiver HPV-Test fast schon normal", sagt Dannecker.

Die Infektion verläuft unbemerkt und heilt meistens von allein ab. Nur in wenigen Fällen kann das Immunsystem die Viren nicht eliminieren. Eine mögliche Folge: Zellveränderungen, die sich bis zu Krebszellen entwickeln können. "Lässt sich bei Frauen über 35 Jahren eine HPV-Infektion nachweisen, ist anzunehmen, dass diese Infektion schon länger besteht und nicht von allein verschwinden wird", sagt Prof. Klaus Joachim Neis, tätig unter anderem an der Frauenklinik der Universität des Saarlandes. Daher ist diese kombinierte Form der Früherkennung wahrscheinlich besser als der alleinige Abstrich. Allerdings aber eben erst ab Mitte 30.

Findet der Arzt veränderte Zellen am Gebärmutterhals, ist dies noch keine Krebsdiagnose. Die Veränderungen werden zunächst nur beobachtet. Im fortgeschrittenen Stadium sprechen Ärzte von Krebsvorstufen. Sie werden meist operativ entfernt. Bei der Konisation trennt der Arzt mit einer Elektroschlinge das veränderte Gewebe am Gebärmutterhals heraus. "Nach erfolgreicher Konisation entwickeln über 90% der Frauen im Laufe ihres Lebens keine erneuten Zellveränderungen", sagt Neis. Eine Schwangerschaft ist weiterhin möglich, das Risiko für eine Frühgeburt bei dieser minimalinvasiven Technik nur leicht erhöht.

Der neueste HPV-Impfstoff verhindert die Infektion mit den neun häufigsten Typen. "Man kann den Wert der Impfung gar nicht hoch genug einschätzen", sagt Neis. "Leider sind die Impfraten zu niedrig" - und das, obwohl der Pieks kaum Nebenwirkungen hat. Empfohlen wird die Impfung für Mädchen vor dem ersten sexuellen Kontakt. Denn: "Auf eine bestehende Infektion hat die HPV-Impfung keinen Einfluss mehr", sagt Dannecker. Dann muss der Körper selbst mit den Viren fertig werden.
dpa
 
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