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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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05. März 2014

Frauenärztliche Bundesakademie: Brustkrebs und Schwangerschaft

Die Zahl der Frauen, die trotz einer Brustkrebs-Erkrankung schwanger werden und ein Kind bekommen wollen, nimmt in Deutschland stetig zu. Denn auf der einen Seite wird jede zehnte Brustkrebserkrankung bei einer Frau diagnostiziert, die jünger ist als 45 Jahre. Auf der anderen Seite steigt immer noch das durchschnittliche Alter an, in dem Frauen Kinder bekommen: Während in den 1960er Jahren das Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes bei 23 Jahren lag, betrug es im Jahr 2006 26 Jahre, im Jahr 2012 29 Jahre(1). Die gute Nachricht: "Frauen, die eine Brustkrebs-Behandlung hinter sich haben, bereits seit zwei Jahren ohne Rezidiv sind und sich gesund fühlen, können aus unserer Sicht normalerweise ohne Probleme eine Schwangerschaft planen; es scheint sogar in manchen Fällen möglich zu sein, dass Frauen bereits nach einem Intervall von sechs Monaten nach Therapieende schwanger werden und ein gesundes Kind bekommen können", betonte Prof. Dr. med. Diethelm Wallwiener, Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen, auf der Pressekonferenz des FOKO 2014 in Düsseldorf.

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"Eine Schwangerschaft hat nach den neuesten Studienergebnissen weder einen positiven noch einen negativen Einfluss auf die Brustkrebs-Erkrankung, auf die Häufigkeit von Rezidiven oder Metastasen oder auf die Sterblichkeit." (2,3) Frauen, die nach einer Brustkrebs-Erkrankung noch ein Kind bekommen, haben scheinbar häufig einen günstigeren Verlauf ihrer Brustkrebs-Erkrankung. "Das könnte aber daran liegen, dass vor allem Frauen, die der Krebserkrankung mit einer erheblichen körperlichen Widerstandskraft begegnen, später noch Mutter werden und noch lange für ihre Familien da sind", erläuterte Prof. Wallwiener. "Diese Widerstandskraft ist also schon vorher da und wird nicht erst durch die Schwangerschaft hervorgerufen. Außerdem sehen wir bei diesen Frauen oft einen sehr starken Kinderwunsch, der sie se hr motiviert, alles für ihre Gesundheit zu tun".

Keine Gefahr für spätere Schwangerschaften

Kann die Chemotherapie die Eizellen der Frau schädigen und damit in späteren Schwangerschaften genetische Veränderungen bei ihren Kindern hervorrufen? Der Brustkrebs-Experte verneint diese Frage: "Rein theoretisch haben wir immer damit gerechnet, dass eine frühere Chemotherapie genetische Veränderungen in den Eizellen hervorrufen könnte. Wir haben dazu aber inzwischen eine hervorragende Studienlage und können sagen, dass die Chemotherapie nicht zu einer erhöhten Fehlbildungsrate führt, dass sie aber die Funktion der Eizellen und damit die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Es wurden selbst in großen, internationalen Nachsorge-Studien keine genetischen Veränderungen und auch keine erhöhte Krebsrate bei den Kindern von Frauen entdeckt, die wegen einer früheren Brustkrebs-Erkrankung eine medikamentöse Therapie erhalten haben, sei es eine Chemotherapie, eine Anti-Hormon-Behandlung oder eine Behandlung aus dem Spektrum der indivualisierten Therapiekonzepte. Dies bestätigt auch die aktuelle Leitlinie der britischen Gynäkologen zu Brustkrebs und Schwangerschaft."(4) Zu berücksichtigen sind allerdings eine erhöhte Frühgeburtenrate und häufig ein geringeres Geburtsgewicht. Deshalb gelten Schwangerschaften nach einer Krebserkrankung immer als Risikoschwangerschaften und sollten in einem Perinatalzentrum bis zur Entbindung betreut werden.

Kein Eisprung mehr nach der Krebstherapie?

Viel problematischer ist die Tatsache, dass die Krebstherapie  abhängig vom Alter  häufig dazu führt, dass Frauen danach keinen Eisprung mehr haben können: Bei etwa jeder 20. Brustkrebspatientin, die jünger ist als 30 Jahre, verursacht die Behandlung mit Strahlen und Medikamenten eine Unfruchtbarkeit, und bei jeder zweiten Frau zwischen 36 und 40 Jahren. "Es solte mit diesen Frauen vor dem Beginn der Therapie besprochen werden, ob sie noch einen Kinderwunsch haben. Dann sollten wenn möglich Eizellen oder auch Gewebe des Eierstocks entnommen und tiefgefroren werden", erläuterte Prof. Wallwiener.

"So hat die Frau die Möglichkeit, nach der Krebserkrankung mit Maßnahmen der künstlichen Befruchtung noch schwanger zu werden und ein eigenes Kind zu bekommen." Ob für die Entnahme der Eizelle nach der Krebsdiagnose ausreichend Zeit ist, ob eine Hormonstimulation - wie normalerweise üblich - angesichts der Krebserkrankung überhaupt möglich ist und welche Chancen eine solche Maßnahme haben kann, das muss in jedem einzelnen Fall im interdisziplinären Team mit Onkologen, Brustoperateur, Fortpflanzungsmedizinern, Endokrinologen und Geburtshelfern besprochen werden. Das gilt auch für alle anderen Krebserkrankungen. Frauen, die krebskrank werden und ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben, sollten deshalb unbedingt in einem Zentrum behandelt werden, das alle diese Möglichkeiten anbietet.

Wahrend der Schwangerschaft behandeln mit Blick auf die Gesundheit des Kindes

Anders als eine Schwangerschaft NACH einer Krebserkrankung stellt eine Brustkrebs-Erkrankung WÄHREND der Schwangerschaft eine problematische Situation dar: Bei vielen Frauen ist das Größerwerden der Brust das erste Anzeichen der Schwangerschaft überhaupt, so Wallwiener. Im dritten Trimenon führt dann zusätzlich der Milcheinschuss teilweise zu knotigen, schmerzhaften Veränderungen. Hinter diesen Veränderungen kann sich eine Brustkrebs-Erkrankung leicht verstecken.

"Jede Veränderung, die länger als einen Monat besteht, sollte abgeklärt werden", betonte Wallwiener. "Die Frau sollte die Diagnostik nicht aufschieben in der Vorstellung, dass sie mit den Untersuchungen ihrem Kind schaden könnte. Der Schaden ist viel größer, wenn der Brustkrebs in der ganzen Zeit ungehindert weiterwachsen kann." Die Operation selbst stellt für Mutter und Kind in aller Regel kein Risiko dar. Mit Rücksicht auf die Schwangerschaft wird die Op-Zeit möglichst kurz gehalten. Das bedeutet, dass der Wiederaufbau der Brust, der oft eine aufwändige Operation verlangt, auf die Zeit nach der Schwangerschaft verschoben wird. Auch die Strahlenbelastung für das Kind durch die Diagnostik kann bei sorgfältiger Abschirmung der Fruchthöhle so stark erniedrigt werden, dass eine Schädigung des ungeborenen Kindes ausgeschlossen werden kann (Tabelle).

Quelle: Frauenärztliche Bundesakademie
 
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