Freitag, 18. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
23. Oktober 2012

Fortgeschrittenes nicht-plattenepitheliales NSCLC: Ein Jahr Erstlinien-Erhaltungstherapie mit Pemetrexed in der onkologischen Praxis

Pemetrexed (Alimta®) als Erstlinien-Erhaltungstherapie kann das Überleben von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-plattenepithelialen NSCLC verlängern (1). Die Zulassung für diese Therapielinie erfolgte vor einem Jahr für NSCLC-Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom (Adeno- und großzelliges Karzinom), deren Erkrankung nach einer platinbasierten Chemotherapie nicht unmittelbar fortgeschritten ist. In der onkologischen Praxis können Patienten nun eine Erstlinientherapie mit Pemetrexed/Cisplatin erhalten und anschließend ohne zeitliche Verzögerung eine Pemetrexed-Erhaltungstherapie. Bei diesem Regime wird die Erstlinientherapie durch die Nutzung der bereits in der Induktion verwendeten Substanz als aktive Therapiekomponente konsequent weitergeführt und ihr Potential damit sehr gut ausgeschöpft. Sie erhält Therapieoptionen für die Zweitlinie und entspricht dem Wunsch vieler Patienten nach kontinuierlicher Therapie (2).

Anzeige:
 
 

Drei Viertel der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) befinden sich zum Zeitpunkt der Diagnose in einem fortgeschrittenen Stadium (IIIb oder IV) (3). In Abhängigkeit von der körperlichen Verfassung des Patienten wird in der Regel eine Kombinationschemotherapie eingeleitet mit dem Ziel, das Tumorwachstum zu verzögern. Für die Erstlinientherapie sollten die effektivsten Substanzen gewählt werden, da viele Patienten nach erneutem Progress und symptomatischer Verschlechterung keine nachfolgenden Therapielinien mehr erhalten können. Eine innovative Option bietet das Konzept der NSCLC-Erhaltungstherapie, die das Ziel verfolgt, die Effektivität einer platinhaltigen Erstlinientherapie möglichst lange aufrecht zu erhalten.
 
Effektivität der Induktionstherapie ist entscheidend
 
Pemetrexed ist in Kombination mit Cisplatin für NSCLC-Patienten, außer bei überwiegend plattenepithelialer Histologie, eine wirksame und vergleichsweise gut verträgliche Erstlinientherapie und eignet sich deshalb gut für die kontinuierliche Weiterbehandlung. Mit dieser Zweifachkombination konnte in der für die Erstlinie zulassungsrelevanten, randomisierten Phase-III-Studie, im Vergleich zu Gemcitabin/Cisplatin, das Überleben von Patienten mit Adenokarzinom erstmals auf median über ein Jahr verlängert werden (4). In der Erstlinientherapie ist diese Kombination bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-plattenepithelialem NSCLC heute ein Standard.
 
Das Regime der NSCLC-Erstlinien-Erhaltungstherapie wurde in der großangelegten PARAMOUNT-Studie erfolgreich geprüft und konnte hierfür einen Überlebensvorteil nachweisen (5). Die insgesamt 939 Studienteilnehmer hatten fortgeschrittene Nicht-Plattenepithelkarzinome der Lunge und erhielten  zunächst eine Erstlinientherapie mit vier Zyklen Pemetrexed/Cisplatin. Patienten, die damit eine komplette oder partielle Tumorrückbildung oder eine Krankheitsstabilisierung erreichten (n = 539), wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und mit Pemetrexed in gleicher Dosierung (500 mg/m2 an Tag 1 alle drei Wochen) oder Placebo weiterbehandelt. Alle Patienten wurden palliativ versorgt und erhielten zusätzlich Vitamin B12, Folsäure und Dexamethason.
 
Der primäre Studienendpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS). Es betrug ab Beginn der Induktionstherapie in der Pemetrexed-Gruppe im Median 6,9 Monate und im Placebo-Arm 5,6 Monate (durch Prüfärzte ermittelt); der Unterschied war signifikant (Hazard Ratio 0,59; 95%-Konfidenzintervall 0,47-0,74; p<0,0001).Darüber hinaus konnte für die Erhaltungstherapie mit Pemetrexed auch ein signifikanter Vorteil im Gesamtüberleben nachgewiesen werden: Die durchgehend mit Pemetrexed behandelten Patienten erreichten ein medianes Gesamtüberleben von 16,9 Monaten (ab Beginn der Induktion) im Vergleich zu 14,0 Monaten bei Placebogabe (1). Dies entspricht einer Risikoreduktion von 22% (HR 0,78; p=0,0191) zugunsten der Behandlung mit Pemetrexed.
 
Die Erhaltungstherapie mit Pemetrexed zeigte ihre Wirksamkeit in allen prädefinierten Studiensubgruppen (differenziert u.a. nach Alter, Performance-Status und Histologie) und  wurde vergleichsweise gut vertragen. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse (Grad 3/4) waren Anämie (6,4% vs. 0,6%), Neutropenie (5,8% vs. 0%) und Fatigue (4,7% vs. 1,1%). Die Lebensqualität wurde mit einem standardisierten Fragebogen (EQ-5D) erfasst und war in beiden Studienarmen vergleichbar.
 
Therapiepausen können entfallen
 
Das neue Konzept hat bereits Eingang in den Therapiealgorithmus bei nicht-plattenepithelialem NSCLC gefunden, wie Prof. Martin Kohlhäufl von der Klinik Schillerhöhe, Gerlingen, bei einer Presseveranstaltung im Rahmen der DGHO-Jahrestagung 2012 berichtete. Auch in die aktualisierten Leitlinien der American Society of Clinical Oncology (ASCO) zur Therapie des fortgeschrittenen NSCLC hat die Möglichkeit, eine initial erfolgreiche Therapie unter Verzicht auf Therapiepausen weiterführen zu können, bereits Aufnahme gefunden (6). Eine Erhaltungstherapie mit Pemetrexed im Anschluss an eine Erstlinienbehandlung mit Pemetrexed /Cisplatin biete die Möglichkeit einer verlängerten Tumorkontrolle, so Prof. Martin Kohlhäufl von der Klinik Schillerhöhe, Gerlingen. Die PARAMOUNT-Studie stütze das Konzept der kontinuierlichen Weiterbehandlung mit Pemetrexed und könnte neue Wege in der Erstlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-plattenepithelialem NSCLC weisen, fasste der Experte zusammen.
 
Kurzinfusion erleichtert die ambulante Therapie
 
Pemetrexed ist ein Multi-Target-Enzym-Inhibitor, der Schlüsselenzyme der DNA- und RNA-Nukleotidsynthese in der Tumorzelle blockiert. Die relativ niedrige TS-Expression in Adenokarzinomen könnte erklären, weshalb Pemetrexed bei diesen Tumoren besser wirkt. Pemetrexed wird als zehnminütige Kurzinfusion appliziert und lässt sich einfach in ein ambulantes Betreuungsschema eingliedern. Da für die Erhaltungstherapie ein aus der Induktionsphase bekannter Therapiebaustein genutzt wird, sind die Therapieabläufe dem Patienten bekannt. Auch ist die Therapie mit Pemetrexed gut kalkulierbar, da keine neuen Toxizitäten zu erwarten sind.
 
Literaturhinweise:
(1) Paz-Ares L et al. J Clin Oncol 30, 2012 (suppl; abstr LBA7507)
(2) Online-Umfrage im Auftrag von Lilly Onkologie, Stand November 2011
(3) Swisher SG., in: Fossella FV, Komaki R, Putnam JB Jr, eds. Lung Cancer. New York, NY: Springer, 2002: 118-41
(4) Scagliotti G et al. J Clin Oncol 2008;26:3543-3551
(5) Paz-Ares L et al. Lancet Oncol 2012;13(3):247-255
(6) Azzoli et al. J Clin Oncol 2011;29(28):3825-3831

Quelle: Lilly
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
 
 
Themen
NET
CML
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017