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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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27. April 2017

Fortgeschrittenes Weichgewebesarkom: Signifikanter Überlebensvorteil durch Olaratumab

Mit dem monoklonalen humanen Antikörper Olaratumab (LARTRUVOTM) hält erstmals eine wirksame Antikörpertherapie Einzug in die Behandlung des Weichgewebesarkoms. Seit dem 9. November 2016 ist Olaratumab in Kombination mit Doxorubicin für die Erstlinientherapie von nicht mehr kurativ behandelbaren Sarkompatienten zugelassen. Grundlage ist die offene randomisierte Phase-II-Studie JGDG, in der die Kombination aus Olaratumab und Doxorubicin mit dem bisherigen Therapiestandard einer Doxorubicin-Monotherapie verglichen wurde. „Es ergab sich ein sehr deutlicher Vorteil im medianen Gesamtüberleben der mit Olaratumab behandelten Patienten von 11,8 Monaten gegenüber dem Kontrollarm“, berichtete Prof. Dr. Lars Lindner, Medizinische Klinik und Poliklinik III am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, bei der diesjährigen Sarkomkonferenz in Berlin (1). Olaratumab ist der erste zugelassene monoklonale Antikörper in der Erstlinientherapie des metastasierten Weichgewebesarkoms.
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Mit dem in der Phase-II-Studie JGDG untersuchten Olaratumab-haltigen Behandlungsregime gelang erstmals seit 40 Jahren ein entscheidender Fortschritt in der Erstlinientherapie von Patienten mit nicht resezierbarem, fortgeschrittenem Weichgewebesarkom (2). Doxorubicin-naive Patienten, die für eine kurative Behandlung (Operation oder Strahlentherapie) nicht geeignet waren, erhielten entweder Olaratumab plus Doxorubicin (n=66) oder Doxorubicin allein (n=67). Im Kombinationsarm wurde Olaratumab (15 mg/kg Körpergewicht) an Tag 1 und Tag 8 sowie Doxorubicin (75 mg/m2) an Tag 1 über bis zu 8 Zyklen von jeweils 21 Tagen gegeben. Sofern das Tumorwachstum innerhalb dieser acht Zyklen nicht fortschritt, erhielten Patienten weiterhin Olaratumab als Monotherapie bis zum Progress. Im Monotherapie-Arm erhielten die Patienten alle 21 Tage Doxorubicin (75 mg/m2), ebenfalls über bis zu 8 Zyklen.

Die Patienten im Kombinationsarm Olaratumab/Doxorubicin erreichten ein signifikant verlängertes medianes Gesamtüberleben von 26,5 Monaten verglichen mit 14,7 Monaten im Doxorubicin-Arm (Hazard Ratio (HR) 0,463; 95%-Konfidenzintervall (KI) 0,301-0,710; p=0,0003). Der Überlebensvorteil war über alle Subgruppen konsistent. „Dieses sehr gute Studienergebnis führte zu einer beschleunigten Zulassung von Olaratumab durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA. Eine bereits laufende Phase-III-Studie soll diese Daten nun in einem größeren Setting überprüfen“, so Lindner.

Auch im progressionsfreien Überleben, dem primären Endpunkt, ergab sich ein Vorteil der Kombination Olaratumab/Doxorubicin (6,6 vs. 4,1 Monate; HR 0,672; 95%-KI 0,442-1,021; p=0,0615). Die Tumoransprechrate betrug im Kombinationsarm 18,2% (95%-KI 9,8-29,6) verglichen mit 11,9% unter Doxorubicin-Monotherapie (95%-KI 5,3-22,2). Das Nebenwirkungsprofil war trotz der höheren Dosisintensität von Doxorubicin im Kombinationstherapie-Arm akzeptabel und gut kontrollierbar.

Gezielte Behandlung in spezialisierten Zentren

Weichgewebesarkome sind seltene, bösartige Tumoren mesenchymalen Ursprungs, die sich im gesamten Organismus bilden können und deren auslösende Faktoren noch weitestgehend unbekannt sind. Da vor allem im Frühstadium wenige Symptome auftreten, die zudem häufig unspezifisch sind, wird die zugrundeliegende Sarkomerkrankung oft sehr spät erkannt. Wie schwierig die exakte Diagnose ist, führten die verschiedenen Fallbeispiele vor Augen, die man im Rahmen der Sarkomkonferenz vorstellte und diskutierte. Dabei wurde deutlich, dass die Befundung und Therapieplanung in spezialisierten Zentren durch ein multidisziplinäres, erfahrenes Team entscheidend für die Prognose der Patienten ist.

Mitinitiator der Sarkomkonferenz, die jedes Jahr Therapeuten, Pflegende und Forschende aus Klinik und Praxis zusammenführt, ist die gemeinnützige Organisation „Das Lebenshaus e.V.“ (3). Sie setzt sich dafür ein, dass Menschen mit seltenen Erkrankungen, darunter auch Sarkompatienten, einen leichteren Zugang zu medizinischer Expertise erhalten. Gemeinsam mit Medi-zinern, der forschenden Industrie, Krankenkassen, Patientenorganisationen und anderen Vertretern des Gesundheitssystems soll die Aufklärung, Diagnostik und Behandlung der betroffenen Patienten verbessert werden.

Über Olaratumab

Olaratumab ist ein Antagonist des PDGFRα (platelet derived growth factor receptor α bzw. Thrombozyten-Wachstumsfaktor-Rezeptor α), der auf Tumor- und Stromazellen exprimiert wird. Olaratumab ist ein zielgerichteter, rekombinanter humaner, monoklonaler Antikörper vom Immunglobulin G Subklasse 1 (IgG1)-Typ, der spezifisch an PDGFRα bindet und damit Bindungen von PDGF AA, BB und CC und so die Rezeptor-Aktivierung verhindert. Im Ergebnis blockiert Olaratumab in vitro die Signalübertragung des PDGFRα auf Tumor- und Stromazellen. Zusätzlich zeigte Olaratumab in vivo eine Unterbrechung der PDGFRα-Signalübertragung in die Tumorzellen und damit eine Hemmung des Tumorwachstums (4).
Lilly
Literatur:
(1) Sarkomkonferenz, Berlin, 16.-18. März 2017
(2) Tap WD et al. Lancet 2016; 388: 488-497
(3) www.daslebenshaus.org
(4) Fachinformation LARTRUVOTM. Stand: November 2016
 
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