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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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12. Oktober 2012

Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom: Patienten mit indolenter Erkrankung für nebenwirkungsarme Therapie mit Bevacizumab plus Interferon identifizieren

Die antiangiogene Therapie mit Bevacizumab plus Interferon alfa-2a (IFN) hat sich seit der Zulassung 2007 als effektive Firstline-Option beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom (RCC) bewährt. Die 30-40% der Patienten, deren Krankheitsverlauf indolent ist, können in der Erstlinie so behandelt werden, sagte Prof. Dr. Jan Roigas, Berlin. Als indolent, so Roigas, gelten langsam voranschreitende RCC-Erkrankungen mit asymptomatischen Metastasen (außer Leber- und Knochenmetastasen), die Patienten wirken "gesund", haben weder Schmerzen noch weisen sie starke Laborwertveränderungen auf. Wird Bevacizumab/IFN als Firstline-Therapie eingesetzt, bleiben dem Patienten zudem alle weiteren Substanzklassen für weitere Therapielinien erhalten. "Aus diesem Grund setze ich in der Regel Bevacizumab/IFN bevorzugt bei Patienten ein, die einen guten Allgemeinzustand aufweisen und bei denen eine lange Sequenztherapie angezeigt ist“, ergänzte Roigas.

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Die Zulassung von Bevacizumab/IFN basiert auf der placebokontrollierten, randomisierten Phase-III-Studie AVOREN (1), in der die Zugabe von Bevacizumab zu IFN das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant von 5,5 auf 10,4 Monate (HR = 0,57; p < 0,0001) steigern konnte. Die einarmige Phase-II-Studie BEVLiN (2) ergab für Bevacizumab in Kombination mit niedrig dosiertem IFN (3 Mio. I.E.) ein PFS von 15,3 Monaten mit gleichzeitiger Reduktion der IFN-bedingten Nebenwirkungen. Das Nebenwirkungsprofil von Bevacizumab/IFN erwies sich in klinischen Studien als gut kontrollierbar. Durch eine Dosisreduktion von IFN lässt sich die Verträglichkeit weiter optimieren, wie eine Subgruppenanalyse der AVOREN-Daten zeigte, wonach sich die IFN-bedingten Nebenwirkungen durch eine IFN-Dosisreduktion von 9 auf 6 oder 3 Mio. I.E. dreimal wöchentlich bei vollständigem Erhalt der Wirksamkeit deutlich von 44% (6 Wochen vor der Dosisreduktion) auf 18% (6 Wochen nach der Dosisreduktion) reduzieren ließen (3,4).

Von standardisierter Therapie weit entfernt

"Dadurch, dass für diese Entität sieben Substanzen zugelassen sind und niedergelassene und Krankenhausärzte, Urologen und Onkologen gleichermaßen tätig sind, wird sehr unterschiedlich therapiert in Deutschland", so Doehn. Eine zentralisierte Behandlung des Nierenzellkarzinoms wäre wünschenswert. "Es ist nicht sinnvoll, wenn Ärzte lediglich 1-2 Fälle pro Jahr sehen. Wir als auf dieses Krankheitsbild spezialisierte Ärzte kennen die Substanzen jetzt und können mit der Dynamik der Erkrankung, Komorbiditäten und dem Nebenwirkungsspektrum umgehen."

Die Forschung geht weiter

In weiteren Phase-II- und -III-Studien wird Bevacizumab in Kombination und in der Sequenz geprüft. Beispielsweise wird in der randomisierten, zweiarmigen Phase-II-Studie BERAT der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Nierentumoren (IAGN) die Sequenztherapie über drei Linien, beginnend mit Bevacizumab/IFN in der Firstline, gefolgt von TKI/mTOR vs. mTOR/TKI verglichen und von einem ausführlichen Biomarker-Programm begleitet.

ab

Literaturhinweise:
(1) Escudier B et al., Lancet 2007; 370: 2103-11
(2) Melichar B et al., ESMO 2012; Abstract 809P
(3) Escudier B et al. J Clin Oncol 2010; 28: 2144-50
(4) Melichar B et al., Ann Oncol 2008; 19: 1470-6

Quelle: Jubiläumspressegespräch anlässlich des 64. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie, 28.9.2012, Leipzig
 
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