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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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08. Dezember 2016

Follikuläres Lymphom: Obinutuzumab-basierte Induktions- und Erhaltungstherapie verlängert PFS

Der glykomodifizierte monoklonale Typ-II-Anti-CD20 Antikörper Obinutuzumab (Gazyvaro®) zeigt eine vielversprechende Aktivität bei akzeptabler Verträglichkeit in Kombination mit Chemotherapie bei rezidivierten indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen (iNHL). In der globalen, randomisierten (open-label) Phase-III-Studie GALLIUM, die auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) vorgestellt wurde, erzielte eine Obinutuzumab-basierte Induktions- und Erhaltungstherapie bei Patienten mit nicht vorbehandeltem follikulären Lymphom eine klinisch bedeutsame Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) im Vergleich zu einer Rituximab-basierten Therapie.
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Eine Immunochemo-Induktionstherapie gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Rituximab ist Standard bei Patienten mit fortgeschrittenem, symptomatischem, follikulären Lymphom (FL). Mit diesem Ansatz werden mediane progressionsfreie Überlebenszeiten von 6-8 Jahren und ein medianes Gesamtüberleben von 12-15 Jahren erzielt. Jedoch ist das FL nach wie vor eine nicht heilbare Erkrankung. Die meisten Patienten erleiden ein Rezidiv, etwa 30% innerhalb der ersten 3 Jahre, was mit einer schlechten Prognose einhergeht.
 
In der von Robert E. Marcus, Kings College Hospital, London, in der Plenary Scientific Session vorgestellten GALLIUM-Studie erwies sich eine Obinutuzumab-basierte Immunochemotherapie einer Rituximab-basierten Immunochemotherapie als überlegen. Eingeschlossen waren in diese Phase-III-Studie Patienten mit zuvor unbehandeltem FL (Grade 1-3a) oder Chemotherapie-naivem Marginalzonenlymphom (MZL). Kombiniert wurde die Immuntherapie mit CHOP, CVP oder Bendamustin nach Wahl des behandelnden Arztes. Die Patienten wurden 1:1 randomisiert zu Rituximab 375 mg/m2 an d1 jedes Zyklus oder zu Obinutuzumab 1.000 mg an d1, 8 und 15 in Zyklus 1 und an d1 in den folgenden Zyklen (entweder 8x 21-Tage-Zyklus mit CHOP und CVP oder 6x 28-Tage-Zyklus mit Bendamustin). Patienten mit einer kompletten Remission (CR) oder partiellen Remission (PR) nach der Induktionstherapie erhielten entweder Rituximab (R) oder Obinutuzumab (Gazyvaro® = G) alle 2 Monate für 2 Jahre oder bis zur Krankheitsprogression. Primärer Endpunkt war das vom Untersucher beurteilte PFS von Patienten mit FL. Nach der geplanten Interimsanalyse wurde die Studie auf Empfehlung des IDMC (Independent Data Monitoring Committee) entblindet. Vorgestellt wurden auf dem ASH die Daten von 1.202 FL-Patienten (R-Chemo: n=601; Gazyvaro®-Chemo: n=601). Die Mehrzahl der Patienten (57,1%) hatte als Chemotherapie Bendamustin erhalten, 33,1% CHOP und 9,8% CVP.
 
Die Beurteilung der CR und objektiven Ansprechrate (ORR) am Ende der Induktionstherapie basierte auf CT/NMR Bildgebung und sie waren in beiden Armen vergleichbar. Nach einer medianen Nachbeobachtung von 34,5 Monaten (0-54,5) war das Risiko für eine Progression oder Tod in der Obinutuzumab-Gruppe im Vergleich zur Rituximab-Gruppe um 34% reduziert (Hazard-Ratio (HR): 0,66; 95%-KI: 0,51-0,85; p=0,001).  Die Medianwerte wurden noch nicht erreicht, eine HR von 0,66 würde sich aber in ein um 1,5fach verlängertes PFS übersetzen. Die von den Untersuchern geschätzten 3-Jahres-PFS-Raten waren 80% für G-Chemo (95%-KI: 75,9-83,6%) und für R-Chemo 73,3% (95%-KI: 68,8%-77,2%). Ein Vorteil für das Obinutuzumab-Chemo-Regime bestand auch nach Einschätzung des Independent Review Committee ( ICR).
 
Unter Obinutuzumab-Chemo waren Nebenwirkungen wie Infusions-bezogene Reaktionen (IRRs), Zytopenie und Infektionen und ebenso AEs (adverse events) von Grad 3-5 (74,6%) sowie schwere AEs (46,1%) häufiger als unter Rituximab-Chemo (67,8% bzw. 39,9%). Die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen, die zum Tode führten, war in beiden Gruppe ähnlich hoch (4,0% und 3,4% mit R-Chemo). Bei 16,3% der Patienten in der G-Chemo-Gruppe und bei 14,2% in der R-Chemo-Gruppe führten die AEs zu einem Therapieabbruch ohne dass eine Krankheitsprogression bestand. Der Abfall der IgG-Level am Ende der Induktionsphase war in beiden Therapiearmen vergleichbar.
 
Die Ergebnisse der GALLIUM-Studie sprechen für eine Obinutuzumab-basierte Therapie als neuen Standard für nicht vorbehandelte Patienten mit follikulärem Lymphom, so die Schlussfolgerung der Autoren.
 
Dr. Anita Schweiger
Obinutuzumab-Based Induction and Maintenance Prolongs Progression-Free Survival (PFS) in Patients with Previously Untreated Follicular Lymphoma: Primary Results of the Randomized Phase 3 GALLIUM Study. Abstr. 6 Plenary Scientific Session, 4.12.2016, San Diego
 
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