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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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18. Juni 2014

H. Rexer, Geschäftsstelle der AUO.

First-line-Therapie beim fortgeschrittenen oder metastasierten Nierenzellkarzinom

Phase III, offene, randomisierte Sequenzstudie zur Prüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Sorafenib gefolgt von Pazopanib versus Pazopanib gefolgt von Sorafenib in der Erstlinienbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom - SWITCH-2 - AN 33/11.

Für die Therapie des fortgeschrittenen bzw. metastasierten Nierenzellkarzinoms stehen mehrere zugelassene Arzneimittel zur Verfügung, darunter auch die Präparate Sorafenib (Nexavar®) und Pazopanib (Votrient®). Die sequentielle Verabreichung von zielgerichteten Substanzen stellt zwar ein Standardvorgehen dar, allerdings gibt es noch keine validen Daten dazu, wie der Stellenwert einer definitiven Sequenztherapie einzuschätzen ist. Deshalb soll mit der vorliegenden Studie geklärt werden, ob die Reihenfolge der Verabreichung beider Präparate eine unterschiedliche Wirkung begründet.

Es werden in die Studie 544 Patienten in ca. 80 Studienzentren, davon ca. 60 in Deutschland, 9 in Österreich und 13 in den Niederlanden, in die Studie eingebracht. Alle Patienten werden mit jeweils beiden Prüfpräparaten behandelt, jedoch in unterschiedlicher Reihenfolge. In Arm 1 erhalten die Patienten zunächst zweimal täglich 400 mg Sorafenib und nach einer kurzen Behandlungspause 800 mg Pazopanib täglich. In Arm zwei erhalten die Patienten zunächst 800 mg Pazopanib täglich gefolgt von zweimal täglich 400 mg Sorafenib, ebenfalls nach einer kurzen Behandlungspause. In beiden Armen wird der Therapiewechsel durch Progression unter Ersttherapie oder nicht tolerierbarer Toxizität ausgelöst.

Alle Patienten werden einer engmaschigen Überwachung in den Wochen 0, 2, 4, 8, 12 und später alle 4 Wochen, unterzogen. Die Bewertung des Tumors wird mittels CT/MRT und RECIST-Kriterien alle zwei Zyklen (8 Wochen) vorgenommen.

Hauptziel der Studie ist das progressionsfreie Überleben (PFS), gemessen als Zeit zwischen Randomisierung und Datum von Progression oder Tod in der Zweitlinientherapie, also der zweiten Sequenz als Gesamt-PFS im Vergleich der beiden Sequenzen. Als Nebenziele werden die Zeit bis zur Progression in der Zweitlinientherapie, Zeit bis zum Versagen der Erstlinientherapie, deskriptive PFS in Erst- und Zweitlinientherapie, Gesamtüberleben, Krankheitskontrollrate, die Lebensqualität sowie Sicherheit und Verträglichkeit beider Therapien ausgewertet. In einem translationalen Forschungsprogramm werden Untersuchungen zu zirkulierenden Tumorzellen, Genveränderungen und Protein-Biomarkern durchgeführt.
 

Abb. 1: Bisheriger Rekrutierungsverlauf.
 

Es handelt sich um eine sogenannte IIT-Studie, die von der TU München gesponsert wird, Studienleiter ist Prof. Dr. J. Gschwend. Die 1:1-randomisierte, offene, kontrollierte, internationale Studie startete im 2. Quartal 2012 mit der Patienteneinbringung; die Rekrutierung soll bis Frühjahr 2015 laufen. Den aktuellen Stand der Rekrutierung sehen Sie in Abbildung 1. Abbildung 2 zeigt die deutschen Studienzentren, die sich über Patientenzuweisungen zur Studie sehr freuen. Weitere Studienzentren können noch aufgenommen werden. Die Kontaktdaten der Zentren entnehmen Sie bitte aus der Tabelle 1. Die Ein- und Ausschlusskriterien zur Vorauswahl geeigneter Patienten finden Sie in den nächsten beiden Absätzen.

Wichtig ist hierbei, dass die Patienten noch nicht mit einem TKI anbehandelt sein dürfen. Bei Fragen zur Studie wenden Sie sich bitte an den Projektkoordinator Dr. Stefan Feldner, Tel.: 0761/15242-19, Email: stefan.feldner@iomedico.com oder an Frau Rexer, 039827/79 677, SWITCH@MeckEvidence.de.
 

Abb. 2: Teilnehmende Studienzentren.
 

Einschlusskriterien
- Patienten mit metastasiertem bzw. fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (alle Histologien), die für eine Zytokintherapie nicht geeignet sind und für die die Studienmedikation eine Erst-
linientherapie darstellt
- Alter > 18 Jahre und ≤ 85 Jahre
- Karnofsky-Index ≥ 70%
- MSKCC Prognosescore (2004): niedrig (gut) oder intermediär
- Lebenserwartung von mindestens 12 Wochen
- Patienten mit mindestens einer messbaren Läsion (für RECIST 1.1 Befundung). Die Läsionen müssen mittels CT oder MRT vermessen werden.
- Adäquate Knochenmark-, Leber- und Nierenfunktion festgestellt anhand der folgenden Parameter, die innerhalb von 7 Tagen vor Beginn der Behandlung mit der Studienmedikation bestimmt werden müssen:
- Hämoglobin > 9.0 g/dl
- Absolute Neutrophilenzahl (ANC) >1,500/mm3
- Thrombozyten ≥ 100.000/µl
- Gesamtbilirubin < 1.5 x obere Grenze des Normbereichs (OGN)
- ALT and AST < 2.5 x OGN (gleichzeitige Erhöhungen von Bilirubin und ALT/AST > 1.0 x OGN sind nicht erlaubt)
- Alkalische Phosphatase < 4 x OGN
- PT-INR/PT < 1.5 x OGN [Patienten, die mit Cumarinderivaten oder Heparin therapeutisch antikoaguliert werden, können an der Studie teilnehmen, vorausgesetzt die Werte zur Überwachung sind stabil]
- Serumkreatinin < 2 x OGN

Ausschlusskriterien
- Herzerkrankungen: chronisches Herzversagen > NYHA-Stadium 2 oder LVEF in Baseline-Echokardiographie (optional) < 50%; aktive koronare Herzkrankheit (Myokardinfarkt, der länger als 6 Monate zurückliegt, ist erlaubt); Herzrhythmusstörungen, die eine antiarrhythmische Therapie erfordern (Betablocker oder Digoxin/Digitoxin sind erlaubt) und unkontrollierte Hypertonie (RR ≥ 150 mmHg syst. und/oder 90 mmHg diast. trotz antihypertensiver Therapie).
- Infektion mit HIV oder Hepatitis B oder C-Viren
- Bestehende schwere Infektionen (> Grad 2 NCI-CTC Version 3.0)
- Symptomatische Metastasen im Gehirn oder den Meningen (es sei denn, die Behandlung dieser Metastasen ist vor mehr als 6 Monaten abgeschlossen worden, ein negativer Hirnscan, angefertigt innerhalb der letzten 4 Wochen vor Studienmedikationsstart, liegt vor und der Patient ist klinisch stabil).
- Ischämischer Schlaganfall, TIA, Lungenembolie oder unbehandelte tiefe Venenthrombose innerhalb der letzten 6 Monate
- Patienten mit Anfallsleiden, die eine entsprechende Therapie erhalten (z.B. Steroide oder Antiepileptika)
- Empfänger einer allogenen Organspende
- Patienten mit Hinweis auf eine Blutungsdiathese
- Patienten unter Hämodialyse
- Korrigiertes QT-Intervall (QTc) > 480 ms
Unbehandelte Hypothyreose
 

Tabelle 1: Kontaktdaten zu den Studienzentren.
 


Frau H. Rexer

MeckEvidence
Seestr. 11
17252 Schwarz

E-mail: AUO@MeckEvidence.de

 
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