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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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19. März 2014

Febrile Neutropenie: laut ASORS-Erhebung Patienten oftmals unterversorgt

Bei der chemotherapeutischen Behandlung von Tumorpatienten tritt oftmals eine febrile Neutropenie (FN) als potentiell letale Komplikation auf. Zur Erhaltung der Lebensqualität und zur Erhöhung der Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten empfehlen internationale Leitlinien bei erhöhtem FN-Risiko den Einsatz von G-CSF (Granulozyten-koloniestimulierender Faktor).

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Trotz der anerkannten Wirksamkeit erhält ein großer Anteil der Patientinnen mit Mamma-Karzinom und erhöhtem FN-Risiko sowie der überwiegende Anteil von Patienten mit einem Lungenkarzinom und erhöhtem FN-Risiko kein G-CSF, wie eine repräsentative Erhebung der ASORS* ergeben hat (1).

Der prophylaktische Einsatz von G-CSF wird von den Leitlinien der EORTC2 (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) und der ASCO3 (American Society of Clinical Oncology) dann empfohlen, wenn bei Patienten ein hohes Risiko (>20%) oder ein mittleres Risiko (10% bis 20%) für eine FN sowie weitere Risikofaktoren (z. B. Alter > 65 Jahre, fortgeschrittene Erkrankung, Komorbidität) vorliegen. Inwieweit die Leitlinien im medizinischen Alltag als Teil der Supportivtherapie implementiert und eine G-CSF-Prophylaxe von den Ärzten tatsächlich durchgeführt wird, wurde durch die retrospektive Auswertung von 1.928 Patientendaten überprüft.

FN-Risiko bei Mamma-Karzinom unterschätzt

976 in die Erhebung eingeschlossene Patientinnen hatten ein Mamma-Karzinom. Von diesen hatten etwa 15% mindestens eine Komorbidität. Insgesamt wurden 1.698 Chemotherapie-Zyklen bei Patientinnen mit einem hohen und 2.260 Zyklen mit einem mittleren FN-Risiko durchgeführt.

Die Studie deckte auf, dass 34% der Patientinnen mit einem mittleren FN-Risiko und 13% der Hochrisiko-Patientinnen unzureichend versorgt wurden. Als Gründe für eine Therapie ohne G-CSF wurden häufig das Fehlen weiterer Risikofaktoren, individuelle Entscheidungen und ein nach eigener Erfahrung niedriges FN-Risiko genannt.

Lungenkarzinom: FN-Risiko ebenfalls unterschätzt

666 der in die Erhebung eingeschlossenen Patienten hatten ein Lungenkarzinom. Von diesen hatten beinahe 40% mindestens eine Komorbidität. 474 Chemotherapie-Zyklen wurden bei Patienten mit einem hohen und 1.109 Zyklen bei Patienten mit einem mittleren FN-Risiko durchgeführt.

Trotz der vielfältigen Risikofaktoren für die Entwicklung einer FN stellte sich heraus, dass 73,4% der Patienten mit einem mittleren FN-Risiko unzureichend versorgt wurden, bei Hochrisiko-Patienten lag der Anteil sogar bei 90%. Als häufigste Gründe für den Verzicht auf G-CSF wurden das Fehlen weiterer Risikofaktoren, individuelle Entscheidungen und ein nach eigener Erfahrung niedriges FN-Risiko angegeben.

Bei Betrachtung der behandelnden Ärzte stellte sich heraus, dass das Nichtbeachten der Leitlinien mit der Dauer der praktischen Erfahrung der Ärzte zunahm. Weiterhin hielten sich Ärzte der Fachrichtungen Onkologie und Hämatologie weniger oft an die Leitlinien als Ärzte anderer Fachgebiete.

Als häufige hämatologische Nebenwirkung tumorspezifischer Therapien ist die FN mit einer drastisch reduzierten Lebensqualität und einer erhöhten Mortalität verbunden. Letztere liegt laut Studien bei Patienten, die aufgrund einer FN hospitalisiert wurden, bei 9,5%. Bei zusätzlichem Vorliegen einer ernsten Komorbidität liegt die Mortalität bei 10,3% und bei mehreren Komorbiditäten schon bei über 21% (4). Neben diesen direkten Komplikationen kann die FN eine dosisreduzierte Chemotherapie notwendig machen und damit deren planmäßige Durchführung sowie den Therapieerfolg gefährden.

G-CSF-Prophylaxe mit Pegfilgrastim: Signifikante Reduktion der febrilen Neutropenie und der assoziierten Mortalität

Als prophylaktische Maßnahme hat sich die Therapie mit dem Wachstumsfaktor G-CSF bewährt. Dieser fördert die Reifung von Granulozyten aus hämatopoetischen Stammzellen (5). Das Risiko einer FN-Entwicklung lässt sich durch die Gabe von G-CSF laut einer Metaanalyse signifikant um 46% senken (6). Damit assoziiert ist auch eine signifikante Reduktion der Mortalität um 45%. "Eine Behandlung mit G-CSF ist wichtiger Bestandteil einer umfassenden Supportivtherapie bei erhöhtem FN-Risiko und kann den Behandlungserfolg entscheidend beeinflussen", erklärt Prof. Dr. med. Hartmut Link, Westpfalz-Klinikum, Kaiserslautern.

Lang wirksames G-CSF: Pegfilgrastim - überlegene Wirkung, hohe Therapiesicherheit

Seit der Zulassung vor elf Jahren hat sich Pegfilgrastim (Neulasta®) in über 30 klinischen Studien und durch die Anwendung bei mehr als 4,35 Millionen Patienten für die Vermeidung febriler Neutropenien mit hoher Wirksamkeit und sehr guter Verträglichkeit bewährt (7,8). In einer Phase-III-Studie wurde die überlegene Wirkung von Pegfilgrastim gegenüber Filgrastim besonders deutlich: Während chemotherapeutisch behandelte Patienten mit prophylaktischer Gabe von Pegfilgrastim in 7% der Fälle eine FN entwickelten, war diese Rate mit einer Filgrastim-Prophylaxe mit 22% mehr als dreimal so hoch (9).

Ein wichtiger Vorteil von Pegfilgrastim ist laut Prof. Link, Kaiserslautern, in der verlängerten Halbwertszeit begründet, die auf die gezielte Pegylierung des Moleküls zurückzuführen ist. Dadurch ist die renale Clearance stark reduziert und die Elimination erfolgt überwiegend zu einer rezeptorvermittelten Endozytose in neutrophile Granulozyten. Während einer neutropenischen Phase bleibt die wirksame Serumkonzentration deshalb erhalten, bei steigender Neutrophilenzahl wird Pegfilgrastim dagegen internalisiert und abgebaut. Die Granulopoese wird also nur für die erforderliche Zeitdauer stimuliert. "Dieser selbstregulierende Clearance-Mechanismus ermöglicht durch Pegfilgrastim mit Regeneration der Neutrophilen auch eine optimale Neutrophilenzahl im physiologischen Normalbereich", so Prof. Link weiter.

* ASORS = Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der Deutschen Krebsgesellschaft

Literaturhinweise:
(1) Link H et al., DGHO-Jahrestagung 2013, Wien; abstract P275 sowie Link, H. (2014). G-CSF-Prophylaxe von febriler Neutropenie und Infektionen nach Chemotherapie. Der Onkologe, 20(3), 268-270. doi: 10.1007/s00761-014-2649-7
(2) Aapro MS et al., Eur J Cancer 2011; 47(1): 8-32
(3) Smith TJ et al., J Clin Oncol 2006; 24:3187-3205
(4) Kuderer NM et al., Cancer 2006; 106: 2258-2266
(5) Bennett CL et al., N Engl J Med 2013; 368: 1131-1139
(6) Kuderer NM et al., J Clin Oncol 2007; 25: 3158-3167
(7) Gregory et al., 2010
(8) Amgen, data on file (Date of preparation: March 2013)
(9) Von Minckwitz G et al., Ann Oncol 2008; 19 (2): 292-298

Quelle: Amgen
 
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