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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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28. Januar 2016

Faktoren zur Entscheidung für lebensverlängernde Maßnahmen

Viele Menschen wünschen sich ein selbstbestimmtes Lebensende ohne maximale Intensivmedizin. Dennoch sind sie oft unsicher, wie sie über den Einsatz lebensverlängernder Maßnahmen entscheiden sollen und was sie tun müssen, damit ihre Entscheidungen berücksichtigt werden. Dies ist ein Fazit der medizinischen Doktorarbeit von Dr. Johanna Allmann, Ärztin am Klinikum Nürnberg in der Klinik für Innere Medizin 5 (Schwerpunkte Hämatologie und Onkologie). Die Dissertation wurde an der TU München erstellt und wegen ihrer besonderen gesellschaftlichen Bedeutung von Bundestagspräsident Norbert Lammert Ende 2015 mit dem zweiten Studienpreis der Körber-Stiftung, Hamburg, ausgezeichnet.

Welche Faktoren spielen bei der Entscheidung über lebensverlängernde Maßnahmen eine Rolle? Die repräsentative Umfrage auf mehreren Stationen des Münchener Uniklinikums Rechts der Isar zeigte u.a.:
•    Ältere Menschen sprachen sich häufiger gegen lebensverlängernde Maßnahmen aus, Frauen eher als Männer.
•    19,5 % der befragten Frauen und 12,1 % der Männer lehnten eine Wiederbelebung ab.
•    Wer an einer Krebserkrankung oder chronischen Herzschwäche litt, sprach sich häufiger gegen eine Lebensverlängerung mit intensivmedizinischen Maßnahmen aus.
•    Für den Fall der Prognose eines irreversiblen Hirnschadens lehnte eine deutliche Mehrheit (81%) lebenserhaltende Maßnahmen ab.
•    Eine Patientenverfügung hat jeder Fünfte (22%); sehr wenige (2%) hatten sie im Krankenhaus dabei.

„Rechtzeitig mit nahestehenden Menschen sprechen und eine Vorsorgevollmacht erstellen!“

Wie kann ich Vorsorge dafür treffen, dass mein Leben selbstbestimmt und würdig zu Ende geht? Seit 2009 ist gesetzlich geregelt, dass in einer bindenden Patientenverfügung schriftlich festgehalten werden kann, ob bei Herzstillstand und schwerster Erkrankung eine Reanimation und intensivmedizinische Maßnahmen erfolgen sollen. Die Ärzte sind verpflichtet, dem dokumentierten Willen zu folgen, sofern die medizinische Indikation gegeben ist.

„Trotz der Gesetze zur Stärkung der Patientenwillens und der breiten öffentlichen Diskussion sind die meisten Menschen sehr unsicher, wie sie über den Einsatz lebensverlängernder Maßnahmen entscheiden sollen“, so das Resümee von Johanna Allmann. Patientenverfügungen liegen, wie ihre Befragung zeigt, in der Klinik nur selten vor. Deswegen empfiehlt die Nürnberger Ärztin, sich mit Angehörigen und nahestehenden Personen rechtzeitig über das Thema auszutauschen und eine Vorsorgevollmacht zu erstellen. Wichtig sei zudem die Information der Patienten in der Klinik: „Im Klinikalltag muss genug Zeit sein, die Patienten immer wieder aufzuklären und auf ihre Vorstellungen und Ängste einzugehen“, erklärt Johanna Allmann.

Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Standort Nürnberg
 
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