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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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02. Juli 2012

Experten diskutieren neue Strategien gegen Leberkrebs

Rund eine Million Menschen weltweit leiden an einem sogenannten Leberzellkarzinom. Bei vielen ist die Prognose schlecht, denn bislang gibt es keine zufriedenstellenden Therapiemöglichkeiten. Über neue Behandlungskonzepte und aktuelle  Forschungsergebnisse diskutieren rund 200 Wissenschaftler und Ärzte verschiedener Fachrichtungen auf einem internationalen Forschungskongress vom 5. bis 7. Juli 2012 in Heidelberg. Gastredner ist der Heidelberger Nobelpreisträger  Professor Dr. Harald zur Hausen. Zu seinem Vortrag "Vaccination against Cancer: Results and Perspectives" am Donnerstag, den 5. Juli 2012, um 15.15 Uhr sind die interessierte Bevölkerung und Journalisten herzlich eingeladen. Die  Vortragssprache ist Englisch. Veranstaltungsort ist das Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg.

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Professor Harald zur Hausen ist 2008 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden. Er erkannte, dass Gebärmutterhalskrebs durch Virusinfektionen ausgelöst wird. Seine Forschung hat es ermöglicht, einen Impfstoff gegen eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen zu entwickeln.

Wie lassen sich Krebsstammzellen bekämpfen?

Der Kongress ist eine Veranstaltung des Sonderforschungsbereichs / Transregio "Leberkrebs - Von der molekularen Pathogenese zur zielgerichteten Therapie" mit Unterstützung der europäischen Gesellschaft zum Studium der Leber und der  Europäischen Krebsforschungsgesellschaft. Der Forschungsverbund, zu dem sich Wissenschaftler aus Heidelberg, Hannover und Braunschweig zusammengeschlossen haben, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft seit 2010 vier Jahre lang mit  insgesamt 11,2 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, Erkenntnisse der biomedizinischen Grundlagenforschung in neue Therapien gegen das Leberzellkarzinom zu überführen. Sprecher des Sonderforschungsbereichs ist Professor Dr. Peter  Schirmacher, Ärztlicher Direktor des Pathologischen Instituts am Universitätsklinikum Heidelberg.

Die Themen des Kongresses reichen von den molekularen Abläufen bei Entstehung und Wachstum des Karzinoms - die Ursachen sind u.a. chronische Virushepatitis B und C, übermäßiger Alkoholkonsum oder falsche Ernähung - zu möglichen  Ansatzpunkten für zukünftige Therapien. Im Fokus der Wissenschaftler stehen dabei u.a. die sogenannten Krebsstammzellen: Diese besonders aggressiven Tumorzellen sind resistent gegen gängige Krebstherapien wie Chemotherapie und  Bestrahlung. Verbleiben auch nur wenige von ihnen z.B. nach der Entfernung des Tumors in der Leber, bilden sie unaufhaltsam neue Tumoren. Forschungsgruppen v.a. in Heidelberg und Hannover fahnden derzeit intensiv nach charakteristischen  Merkmalen und Schwachpunkten dieser Zellen, um sie gezielt mit Zellgiften bekämpfen zu können.

Tumorzellen angreifen, gesundes Gewebe schonen

Fortschritte gibt es im Bereich der Tumormarker zu vermelden: In den letzten Jahren wurden einige Faktoren identifiziert, die ausschließlich in Leberzellkarzinomzellen gebildet werden bzw. eine wichtige Rolle beim Tumorwachstum  spielen. Sie eignen sich als Angriffspunkte für neue Wirkstoffe, die sich gezielt im Tumor anreichern, Krebszellen hemmen oder abtöten und gleichzeitig gesundes Gewebe schonen. "Viele dieser neuen Wirkstoffe werden momentan in  klinischen Studien erprobt", erklärt Professor Schirmacher, Organisator des Kongresses. "Rund zehn Kandidaten haben sich bisher als vielversprechend erwiesen und erste Studien dazu laufen in Heidelberg und Hannover an." Bisher gibt es  mit Sorafenib erst ein zugelassenes Medikament, welches gezielt das Tumorwachstum auf molekularer Ebene blockiert. Andere Tumormarker geben Hinweise auf die Aggressivität des Tumors und sollen in Zukunft die Therapiewahl unterstützen. "Auch hierzu hat unser Forschungsverbund seit seinem Bestand wesentlich beigetragen", so Professor Schirmacher.

Programm und weitere Informationen im Internet: www.livercancer.de

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
 
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