Montag, 23. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
23. Januar 2015

Existenzgründerteams entwickeln neuen Diagnosemarker sowie neue Behandlungsstrategie bei Krebsvorstufen

Gleich zwei junge Wissenschaftlerteams des Pathologischen Instituts am Universitätsklinikum Heidelberg (Geschäftsführender Direktor: Prof. Dr. Peter Schirmacher) haben mit ihren Ideen für eine Geschäftsgründung überzeugt: Sie setzten sich im Wettbewerb um die begehrte Förderung "eXist-Forschungstransfer" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gegen rund 75 Mitbewerber durch. Ihnen stehen nun in den kommenden zwei Jahren insgesamt 1,3 Millionen Euro zur Verfügung, um ihre Geschäftsideen - ein neuer Test zur Beurteilung von Darmkrebs und Leukämie sowie ein Medikament gegen virenverursachte Krebsvorstufen - weiterzuentwickeln und auf die Existenzgründung vorzubereiten.

Anzeige:
 
 

Chemotherapie - ja oder nein?

Ist nach der OP eine Chemotherapie angezeigt oder kann man sie dem Patient ersparen? Diese Frage ist bisher besonders bei Darmkrebs (kolorektales Karzinom), der noch nicht gestreut und auch die benachbarten Lymphknoten nicht befallen hat, schwer zu beantworten. Schließlich will man einerseits kein Risiko eingehen, andererseits dem Patienten keine belastende und möglicherweise unnötige Chemotherapie zumuten. Das Team um Dr. Georg Gdynia, Abteilung für Allgemeine Pathologie, entwickelte einen Test, der zuverlässig Auskunft darüber gibt, ob ein Tumor nach der Operation wahrscheinlich erneut heranwächst und Absiedlungen bildet oder eher nicht: Mit dem sogenannten "Energetic Fingerprinting" (EnFin) messen sie die Fähigkeit der Krebszellen, ohne Sauerstoff zu überleben. Je besser die Zellen mit dem Sauerstoffmangel zurecht kommen, desto aggressiver der Krebs.

Für den Test werden Zellen direkt aus dem operativ entfernten Tumor verwendet, die Ergebnisse liegen einen Tag nach Probeneingang vor. "Wir untersuchen bestimmte Marker für den Stoffwechsel ohne Sauerstoff. Sind sie in einer bestimmten Menge vorhanden, wird der Patient eher von einer Chemotherapie profitieren", erklärt Gdynia. Der EnFin-Test eignet sich auch bei Patienten mit einer bestimmten Art des Lymphdrüsenkrebs (Chronische Lymphatische Leukämie), die häufig erst in höherem Lebensalter auftritt: Eine Blutprobe mit Krebszellen kann darüber Auskunft geben, ob noch abgewartet werden kann bzw. welche Chemotherapie Erfolg haben könnte. Die Aussagekraft des Tests wurde bereits anhand der Daten von 130 Patienten überprüft, klinische Studien sollen in den kommenden zwei Jahren folgen.

Medikament gegen krebsauslösende Papillomviren

Das zweite Gründerteam "ViMREX" kommt aus der Abteilung für Angewandte Tumorbiologie des Pathologischen Instituts. Die drei Medizinerinnen Elena-Sophie Prigge, Dr. Miriam Reuschenbach und Dr. Christina von Knebel Doeberitz entwickeln eine neue Behandlungsstrategie gegen Krebsvorstufen, die durch bestimmte Viren, humane Papillomviren, verursacht werden. Solche Gewebeveränderungen können z.B. zu Gebärmutterhalskrebs führen. Bisher gibt es kein Medikament, das die Entwicklung zum Tumor stoppt. Die Krebsvorstufen werden in der Regel vom Arzt chirurgisch entfernt, können jedoch später wieder auftreten.

Das Team entdeckte, dass ein bekannter Wirkstoff, der bereits für die Behandlung bestimmter Leukämien zugelassen ist, die Viren "entschärft": Bei lokaler Anwendung z.B. als Salbe löscht er wichtige Informationen auf dem Erbgut der Viren, woraufhin diese ihre krebsauslösenden Eigenschaften verlieren. "Gefährliche Veränderungen im befallenen Gewebe können so rückgängig gemacht werden. Das könnte in Zukunft vielen Patientinnen chirurgische Eingriffe ersparen", erklärt Elena-Sophie Prigge. "Wir gehen davon aus, dass durch die Lokaltherapie betroffene Patienten effektiver, nachhaltiger und kostengünstiger behandelt werden könnten als bisher", so Reuschenbach. Eine erste klinische Studie ist in Vorbereitung.

Der Erfolg bei dem aufwändigen Auswahlverfahren der eXist-Förderung hängt nicht nur von guten Ideen, sondern auch von einer sorgfältigen Vorbereitung und Ausarbeitung ab. Dabei erfuhren die beiden Teams tatkräftige Unterstützung durch die technology transfer heidelberg GmbH, eine Tochter des Universitätsklinikums und verantwortlich für den Technologietransfer. Das Team des Technologietransfers begleitet die Wissenschaftler von der Patentierung ihrer Ideen bis zur Firmengründung und darüber hinaus, z.B. bei der späteren Investorensuche. Auch die Bewerbung um die eXist-Förderung unterstützte das Beraterteam. "Der eXist-Forschungstransfer ist hochkompetitiv und wir freuen uns ganz besonders, dass gleich zwei Teams aus Heidelberg im Auswahlprozess überzeugen konnten", sagt Dr. Volker Cleeves, Geschäftsführer der technology transfer heidelberg GmbH.

Quelle: technology transfer heidelberg
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
Zur Fachinformation
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs