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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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23. März 2016

Erstlinienzulassung für Crizotinib eröffnet neue Perspektiven beim fortgeschrittenen ALK-positiven NSCLC

 „Je früher wir Patienten mit fortgeschrittenem nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit zielgerichteten Therapien behandeln können, desto größer die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie. Umso erfreulicher ist, dass Crizotinib nun auch in Deutschland in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen ALK-positiven NSCLC zugelassen ist", sagte PD Dr. Thomas Wehler, Homburg, bei einer Fachpressekonferenz auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin zur Zulassungserweiterung für Xalkori® (Wirkstoff Crizotinib) in der Europäischen Union (EU) im November 2015.

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Damit ist Crizotinib der erste und einzige ALK-Inhibitor in Deutschland, der sofort nach der Diagnose eingesetzt werden kann.  „Die Möglichkeit, Crizotinib nun auch in den Ländern der EU ohne vorhergegangene Therapie beim fortgeschrittenen ALK-positiven NSCLC einsetzen zu können, ist ein Meilenstein", sagte Carl Janssen, Leiter von Pfizer Oncology Deutschland, und unterstrich zugleich die Bedeutung einer flächendeckenden ALK-Reflextestung in der modernen NSCLC-Diagnostik und -Therapie: „Um das Nutzenpotenzial der Zulassungserweiterung für die Patienten auszuschöpfen, ist eine frühzeitige molekulare Tumortestung unabdingbar."

Grundlage für die Zulassungserweiterung sind die Phase-III-Daten der Studie PROFILE 1014 (1), in der Crizotinib in der Erstlinientherapie mit Standardchemotherapie (Pemetrexed plus Cisplatin oder Carboplatin) verglichen wurde: Das progressionsfreie Überleben (PFS) konnte signifikant um etwa vier Monate (10,9 vs. 7,0 Monate; HR 0,45; p<0,001) verlängert werden. Die objektive Ansprechrate (ORR) war signifikant höher gegenüber dem Chemotherapie-Arm (74% vs. 45%). „Die Daten sind besonders vor dem Hintergrund der guten Kontrolle von stark belastenden Symptomen wie Husten und Atemnot relevant. In der Folge konnte das Präparat im Vergleich zur Chemotherapie auch die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessern“, berichtete Dr. Wehler.

Abb.: In der offenen, randomisierten Phase-III-Studie PROFILE 1014 verlängerte sich unter Therapie mit Crizotinib das progressionsfreie Überleben (PFS) gegenüber dem Chemotherapie-Arm signifikant um etwa 4 Monate (10,9 vs. 7,0 Monate; HR 0,45; p<0,001).

Abb.: In der offenen, randomisierten Phase-III-Studie PROFILE 1014 verlängerte sich unter Therapie mit Xalkori® (Crizotinib) das progressionsfreie Überleben (PFS) gegenüber dem Chemotherapie-Arm signifikant um etwa 4 Monate (10,9 vs. 7,0 Monate; HR 0,45; p<0,001).


In die offene, randomisierte Phase-III-Studie PROFILE 1014 waren 343 Patienten mit ALK-positivem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC eingeschlossen, die zuvor keine systemische Behandlung erhalten hatten. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), sekundäre Endpunkte die Ansprechrate (ORR), das Gesamtüberleben (OS), die Sicherheit und die patientenberichtete Lebensqualität und Symptomatik. Unter Crizotinib wurde ein doppelt so schnelles Tumoransprechen im Vergleich zur Chemotherapie erreicht (1,4 vs. 2,8 Monaten) und auch die Dauer des Tumoransprechens konnte gegenüber dem Chemotherapie-Arm mehr als verdoppelt werden (11,3 vs. 5,3 Monate).  „Diese Ergebnisse sind nicht nur statistisch signifikant, sondern von hoher klinischer Relevanz. Für die Betroffenen ergibt sich ein sehr großes therapeutisches Potential, da auch schwerbehandelbare Patientengruppen wie z.B. Patienten mit ECOG-Status 2 sowie mit Hirnmetastasen davon profitieren“, präzisierte Dr. Wehler. Das Nebenwirkungsprofil unterschied sich von dem der Chemotherapie in der Studie. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse, die unter Crizotinib-Therapie mit einer mindestens 5% höheren Wahrscheinlichkeit auftraten, waren Sehstörungen und gastrointestinale Ereignisse überwiegend von Grad 1 oder 2.

Gute Sympomkontrolle führt zu besserer Lebensqualität

„Besonders durch Husten und Atemnot erleben Patienten mit Lungenkrebs sehr starke Einschränkungen in ihrem Alltag. Deshalb ist eine Reduktion gerade dieser lungenkrebsassoziierten Symptomatiken entscheidend für einen spürbaren Gewinn an Lebensqualität“, betonte Dr. Wehler. So zeigte sich unter Crizotinib frühzeitig nach Therapiebeginn eine signifikant größere und klinisch relevante Verbesserung der Belastungen bei den Symptomen Schmerzen, Atemnot, Husten, Brust-, Arm- oder Schulterschmerzen (p<0,001) sowie eine signifikante und klinisch relevante Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität im Vergleich zur Chemotherapie (p<0.001). Die Lebensqualität wurde dabei mittels des validierten krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ C30 erhoben.
„Unsere Erfahrungen aus der Studienpraxis zeigen, dass der frühe Einsatz von Crizotinib ab der Erstlinie den Patienten Chancen auf ein längeres Überleben bei guter Lebensqualität eröffnet. Durch die Zulassungserweiterung können wir zudem deutlich mehr Patienten mit der zielgerichteten Therapie behandeln“, so das Fazit von Dr. Wehler.

Bedeutung der frühen Tumortestung

„Da nun auch unvorbehandelte Patienten eine Therapie mit Crizotinib erhalten können, steigt die Bedeutung einer frühen genetischen Tumortestung auf bekannte Treibermutationen möglichst direkt nach der Diagnosestellung“, pointierte Carl Janssen auf der Pressekonferenz. „Leider können wir in Deutschland noch nicht von einer routinemäßigen Testung aller Patienten ausgehen. Nach unseren Zahlen liegt die Testrate für ALK-Genrearrangements in Deutschland bei rund 60%.“ Damit liege Deutschland immer noch unter dem europäischen Durchschnitt. Janssen erklärte: „Ein beträchtlicher Anteil von Patienten hat von vornherein keine Chance auf eine zielgerichtete Therapie, weil sie nicht getestet wurden. Wir setzen uns dafür ein, diese Situation mit Hilfe von Partnerschaften mit anderen Unternehmen und Institutionen zu verbessern.“

Die Dringlichkeit einer flächendeckenden Reflextestung von NSCLC-Tumoren unterstrich auch Dr. Wehler: „Es sind zwar nur etwa 2% der NSCLC-Patienten ALK-positiv. Vor dem Hintergrund der Häufigkeit von Lungenkrebs ist dies jedoch absolut gesehen eine große Patientengruppe, für die es sich lohnt, die routinemäßige Testung weiter zu etablieren.“

Fachpresseveranstaltung „Zulassungserweiterung in der Europäischen Union (EU): Erstlinienzulassung für Crizotinib eröffnet neue Perspektiven für Patienten mit fortgeschrittenem ALK*-positivem NSCLC“ im Rahmen 32. Kongress der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe 2016 am 26. Februar in Berlin
Literatur:

(1) Solomon, B.J., Mok, T., Kim, D.W. et al, First-line crizotinib versus chemotherapy in ALK-positive lung cancer. N Engl J Med. 2014;371:2167-2177.

 
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