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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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13. Juli 2015

Erstlinientherapie bei mCRC: Neue Auswertungen der FIRE-3-Studiendaten

In einer aktuellen gepoolten Analyse (FIRE-3, PEAK und CALGB-80405-Studie) zum Therapiestrategie-Vergleich bei Patienten mit RAS-Wildtyp-Tumoren zeigte sich ein signifikanter Vorteil hinsichtlich des medianen Gesamtüberlebens (OS) für den Einsatz eines Anti-EGFR-Antikörpers gegenüber Bevacizumab mit einer Hazard Ratio von 0,77 (95%-Konfidenzintervall 0,63–0,95; p=0,016) (1). Auf Basis dieser Ergebnisse und unter Berücksichtigung der nach wie vor unvollständigen Datenlage zur CALGB-80405-Studie empfiehlt die Arbeitsgruppe „Kolon-/Rektum-/Dünndarmkarzinom“ der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO), beim Vorliegen eines RAS-Wildtyps und bei Eignung des Patienten den primären Einsatz eines Anti-EGFR-Antikörpers im Therapiekonzept zu berücksichtigen (2). Die Arbeitsgruppe empfiehlt darüber hinaus, den Mutationsstatus bei Patienten mit mCRC primär zu bestimmen.

Neue Analysen der FIRE-3-Studie

Mittlerweile wurden zahlreiche weitere Analysen der FIRE-3-Studiendaten (3) vorgenommen. Eine dieser während der ASCO-Jahrestagung vorgestellten neuen Auswertungen prüfte die Endpunkte der Studie in Abhängigkeit vom Auftreten einer Krankheitsprogression während der laufenden Antikörpertherapie (4). Es konnte gezeigt werden, dass Patienten, die noch während der Erstlinienbehandlung progredient wurden, ein kürzeres progressionsfreies Überleben (PFS) und OS erreichten als Patienten, bei denen die Progression erst nach der Beendigung der Antikörpertherapie eingesetzt hatte. Patienten, die die Antikörpertherapie aus einem anderen Grund als der Krankheitsprogression beendet hatten, zeigten im Cetuximab-FOLFIRI-Arm ein signifikant längeres medianes OS (38,3 vs. 28,2 Monate) als im Bevacizumab-FOLFIRI-Arm (HR 0,64; p=0,01). Der Effekt war auch dann zu beobachten, wenn Patienten mit einer frühen Progression (PFS <6 Monate) aus der Analyse ausgeschlossen wurden (38,7 versus 28,8 Monate; HR 0,56; p=0,002).

Die Forschung geht weiter: FIRE-4

Welche Therapiesequenz über 3 Linien die effektivste ist für mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp, die auf eine Erstlinientherapie mit Cetuximab plus FOLFIRI angesprochen haben, soll jetzt in der FIRE-4-Studie untersucht werden. Geprüft werden 3 Fragestellungen. 1. Welche Erstlinientherapiestrategie ist besser geeignet: eine möglichst lange Behandlung mit Cetuximab plus FOLFIRI (bis zum Progress oder Intoleranz) oder eine kurze, intensive Induktion mit Cetuximab plus FOLFIRI gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit FUFA (5-Fluorouracil, Folinsäure) plus Bevacizumab? 2. Spricht der Tumor nach einer Behandlung mit Cetuximab in der Erstlinie gefolgt von einer Zweitlinientherapie ohne den Antikörper in der dritten Linie wieder auf Cetuximab an? 3. Welches ist die effektivere Drittlinientherapie für Patienten, die in der Erstlinie unter Cetuximab plus FOLFIRI mindestens eine Krankheitsstabilisierung von mehr als 6 Monaten erreicht hatten: Reexposition mit Cetuximab oder eine nicht gegen den EGFR gerichtete Therapie (Regorafenib)? Geplant ist der Einschluss von 450 Patienten. Leiter der klinischen Studie ist Prof. Volker Heinemann, München.

Potenzielle Behandlungsoption für unterschiedliche Tumorarten: Avelumab

Während des ASCO-Jahreskongresses hat die Merck-Pfizer-Allianz erstmals Daten zum Einsatz von Avelumab (Antikörper Anti-PD-L1: MSB0010718C) bei verschiedenen soliden Tumoren wie dem Ovarial-, dem Magen- und dem nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) aus dem internationalen klinischen JAVELIN-Studienprogramm vorgestellt. Es wurde über den Start der ersten von mehreren zulassungsrelevanten Phase-III-Studien berichtet, die den Anti-PD-L1-Antikörper Avelumab bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC (Stadium IIIb/IV) und Krankheitsprogression nach vorheriger Therapie mit einer platinhaltigen Dublette in 290 Studienzentren in mehr als 30 Ländern prüft.

Darüber hinaus stellte Frau Professor Dr. Mary L. Disis, University of Washington School of Medicine, Seattle (WA)/USA, neueste klinische Ergebnisse zum Einsatz von Avelumab bei stark vorbehandelten Patientinnen mit rezidiviertem oder refraktärem Ovarialkarzinom aus einer laufende Phase-Ib-Studie vor (5). Disis zufolge belegen die vorliegenden Studienergebnisse, dass Avelumab bei diesen Patientinnen klinisch aktiv ist. Es handle sich um den größten bislang berichteten Datensatz zur Anti-PD-L1-Therapie beim rezidivierenden oder refraktären Ovarialkarzinom. Auf Basis der ermutigenden Daten werde derzeit die Phase-III-Entwicklung von Avelumab geplant.

Der rein humane, monoklonale Ig (Immunglobulin)G1-Antikörper Avelumab bindet an den programmierten Zelltod-Liganden 1 (PD-L1). Durch Hemmung der Interaktionen von PD-L1 bewirkt Avelumab eine Aktivierung der T-Zellen und damit der spezifischen Immunabwehr. Darüber hinaus beteiligt es mit seinem nativen Fc-Fragment das angeborene Immunsystem und vermittelt eine Antikörper-abhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC).

Merck Serono
Literatur:

(1)    Khattak MA et al. Clin Colorectal Cancer 2015, 14: 81–90
(2)    www.aio-portal.de/tl_files/aio/stellungnahmen/Statement%20der%20AIO-KRK%20Leitgruppe_RASwt_update%2018_02_2015.pdf
(3)    Heinemann V. et al. Lancet Oncol. 2014.
(4)    Stintzing S et al. J Clin Oncol 2015, 33: Abstract 3589
(5)    Disis ML et al. J Clin Oncol 2015, 33: Abstract 5509

 
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