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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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19. März 2014

Ernährungstherapie: Gewichtsverlust riskant für onkologische Patienten

Gewichtsverlust bei Patienten mit einer onkologischen Erkrankung ist mit einer schlechteren Prognose assoziiert. Einer Tumorkachexie sollte daher möglichst frühzeitig mit einem individuellen und multimodalen Ansatz begegnet werden - so der Tenor der Experten bei einem Symposium zur Ernährungstherapie in der Onkologie im Rahmen des 31. Deutschen Krebskongresses in Berlin.

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"Mangelernährung bei onkologischen Patienten ist häufig und relevant", betonte Dr. Jann Arends, Freiburg, und präsentierte dazu Daten von Pirlich et al., die eine Prävalenz von Mangelernährung bei stationären onkologischen Patienten von 38% zeigen (1). Der Verlust an Körpergewicht ist dabei mit einer deutlich eingeschränkten Prognose assoziiert: So lag das mediane Überleben von Patienten mit einem Gewichtsverlust von 5% und mehr deutlich unter dem von Patienten mit einem stabilen Gewichtsverlauf (2).

Auch bei einem chirurgischen Eingriff haben Karzinom-Patienten mit einem relevanten Gewichtsverlust eine signifikant geringere Überlebenschance als Patienten mit stabilem Gewicht (p<0,001) (3), so PD Dr. Marc E. Martignoni, München. Darüber hinaus ist bei Patienten mit einer Kachexie die Rekonvaleszenz nach operativen Eingriffen deutlich verlängert (4). Zum Zeitpunkt der Operation sind Martignoni zufolge jedoch bereits 40% der Patienten kachektisch (3).

Vielfältige Gründe für den Gewichtsverlust

Die Gründe für den Gewichtsverlust bei Tumorpatienten sind Arends zufolge vielfältig. Eine wichtige Rolle spielen u.a. unzureichende Nahrungsaufnahme z.B. wegen Schmerzen oder Übelkeit, eine unzureichende Absorption der Nährstoffe z.B. aufgrund von Diarrhö oder Strahlenenteritis oder metabolische Veränderungen wie eine systemische Entzündung.

Arends unterstrich, dass für die Prognose des Patienten nicht das absolute Körpergewicht des Patienten im Vordergrund steht, sondern seine Muskelmasse. So konnten Prado CM et al. bei 250 adipösen Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren zeigen, dass jene Teilnehmer ohne Sarkopenie ein signifikant besseres Überleben als jene mit relevantem Muskelabbau (p<0,0001) aufweisen (5).
 
Frühzeitig ernährungstherapeutisch intervenieren

Die aktuellen ESPEN-Leitlinien sehen die Tumorkachexie als ein zum Teil vermeidbares Phänomen an und nennen als wichtige Maßnahme dagegen die frühzeitige ernährungstherapeutische Intervention (6). Martignoni zufolge sollte die Behandlung einer Mangelernährung multimodal und individuell erfolgen und möglichst sowohl Nährstoffzufuhr als auch Muskeltraining umfassen. "Wir wissen, dass Gewichtszunahme eine wichtige Rolle beim Überleben von Krebspatienten spielen kann. Und der beste Stimulus zur Gewichtszunahme ist körperliche Aktivität", so Martignoni.

Er präsentierte dazu ein Programm, das an der Technischen Universität München durchgeführt wird und das den Einfluss von Ernährung und Sport bei Patienten untersucht, die aufgrund einer Tumorerkrankung eine Chemotherapie erhalten. 30% der bisher in die Beobachtungsstudie eingeschlossenen Patienten (n=284) wiesen zu Therapiebeginn eine Kachexie auf. Bei den bisher komplett erfassten Teilnehmern (n=133) konnte nach sechs Monaten unter gezielter physiotherapeutischer Aktivierung und dem Einsatz von medizinischer Trinknahrung eine Gewichtsstabilisierung sowie deutliche Steigerung von Leistung und Lungenfunktion gezeigt werden.

Medizinische Trinknahrung, auch bilanzierte Diät genannt, stellt einen wichtigen Bestandteil einer effizienten Ernährungstherapie dar. Voll bilanzierte Trinknahrung enthält alle lebensnotwendigen Nährstoffe in einer patientenfreundlichen Darreichungsform, um den Ernährungszustand von Patienten mit ungenügender normaler Nahrungszufuhr zu verbessern. Einen besonderen Vorteil bieten Trinknahrungen mit kleinem Trinkvolumen und einer hohen Energie- und Nährstoffdichte, da dies die Compliance der Patienten und somit die Effizienz der Ernährungstherapie steigert.

Literaturhinweise:
(1) Pirlich et al., Clin Nutr. 2006
(2) DeWys WD et al., Am J Med 1980
(3) Bachmann et al., J Gastrointest Surg 2008
(4) Bachmann et al., Nutr & Cancer 2013
(5) Prado CM et al., Lancet Oncol 2008
(6) Arends J et al., Clnical Nutrition 2006

Quelle: Symposium "Ernährungstherapie in der Onkologie: Chancen und Herausforderungen". 31. Deutscher Krebskongress Berlin, 19. Februar 2014, unterstützt von Nutricia GmbH, Erlangen
 
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