Dienstag, 24. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
15. Dezember 2015

Urothelkarzinom: Vinflunin-Erhaltung nach Platin firstline

Die Prognose von Patienten mit metastasiertem/fortgeschrittenem Urothelkarzinom ist trotz initialem Ansprechen auf eine Platintherapie schlecht und bei der Mehrheit der Patienten kommt es nach der Erstlinientherapie zu einer Progression der Erkrankung. Vinflunin (Javlor®) gehört zu der Gruppe der Vinca-Alkaloide und ist in Europa das erste und derzeit einzige Medikament, welches beim metastasierten Urothelkarzinom zugelassen ist, wenn eine platinhaltige Therapie versagt hat (1-2).

Anzeige:
 
 

Mit Eintreten einer Progression besteht das Risiko der Verschlechterung des Allgemeinzustands des Patienten, wodurch die Möglichkeit der Durchführung einer weiteren Chemotherapie eingeschränkt werden kann. Für eine Aufrechterhaltung des initialen Therapieansprechens bzw. der initialen Krankheitsstabilisierung erscheint es deshalb sinnvoll, direkt im Anschluss an die platinbasierte Therapie eine Erhaltungstherapie zu initiieren – ein Ansatz, der bei anderen Krebserkrankungen (z. B. beim Lungenkrebs) bereits erfolgreich durchgeführt wird (3-4).

Vor diesem Hintergrund wurden zwei Studien zur Untersuchung einer Vinflunin-Erhaltungstherapie durchgeführt, die auf dem diesjährigen europäischen Krebskongress (ECCO) vorgestellt wurden. In den beiden Phase-II-Studien JASiMA (5) und MAJA (6) wurde untersucht, ob Patienten, die unter einer Gemcitabin/Cisplatin-Erstlinientherapie mindestens eine Stabilisierung der Erkrankung (SD) aufwiesen, von einer anschließenden Erhaltungstherapie mit Vinflunin profitierten. Vinflunin wurde innerhalb von 6 Wochen nach der letzten Gemcitabin/Cisplatin-Gabe verabreicht und die Therapie bis zum Progress fortgeführt. In der einarmigen JASiMA-Studie (5) (N=19) zeigte sich nach einem medianen Nachbeobachtungszeitraum von 27 Monaten ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von 8,3 Monaten.

Bei drei Patienten konnte durch die Erhaltungstherapie das Ansprechen von einer partiellen Remission (PR) auf eine komplette Remission (CR) verbessert werden; drei weitere Patienten zeigten eine Verbesserung des partiellen Ansprechens und bei weiteren neun Patienten konnte eine Stabilisierung des Zustands nach Erstlinie erreicht werden. Vergleichbar gute Ergebnisse konnten auch in der randomisierten, zweiarmigen MAJA-Studie gezeigt werden, in der die Erhaltungstherapie mit Vinflunin gegenüber einer bestmöglichen Supportiv-Behandlung („best supportive care“; BSC) verglichen wurde (6). Die vorläufige Zwischenauswertung von 66 Patienten, die mindestens 2 Zyklen der Erhaltungstherapie durchlaufen hatten, zeigte ein medianes PFS unter der Vinflunin-Erhaltungstherapie von 10,4 Monaten versus 4,6 Monaten in der Kontrollgruppe (Abbildung 1). Das Risiko einer Tumorprogression konnte um 48% gesenkt werden. Die Krankheitskontrolle (CR + PR+ Stable Disease) war unter der Vinflunin-Erhaltungstherapie deutlich höher (84%) als im Kontrollarm (52%). Die Erhaltungstherapie mit Vinflunin wurde in beiden Studien von den Patienten gut vertragen [5-6]. Die am häufigsten auftretende hämatologische Grad3/4-Toxizität war Neutropenie, die in den meisten Fällen jedoch komplikationslos verlief. In beiden Studien trat jeweils nur ein Fall von febriler Neutropenie (Grad 3) auf. Nicht-hämatologische Grad 3/4-Toxizitäten waren hauptsächlich gastrointestinaler Natur (z. B. Obstipation: JASiMA-Studie 10,5% und MAJA-Studie 17,6%).
 

Abbildung 1: Wahrscheinlichkeit eines progressionsfreien Überlebens (2)

Abbildung 1: Wahrscheinlichkeit eines progressionsfreien Ãœberlebens (2)


Aus diesen vorläufigen, vielversprechenden Daten zogen die Autoren beider Studien das Fazit, dass eine Erhaltungstherapie mit Vinflunin bei Patienten mit metastasiertem/fortgeschrittenem Urothelkarzinom, die einen klinischen Nutzen nach der platinbasierten Erstlinientherapie zeigen, die Krankheitsprogression möglicherweise verzögern kann. Inwiefern sich diese positiven Ergebnisse auch auf das Gesamtüberleben der Patienten auswirken werden, wird die weitere Nachbeobachtung der Studien zeigen.

Pierre Fabre
Literatur:

(1) European Medicines Agency. European Public Assessment Report summary. 07-2012
(2) Witjes JA et al. EAU Guidelines Muscle-invasive and Metastatic Bladder Cancer. 2015
(3) Gligorov J et al., Lancet Oncol 15(12):1351-60, 2014
(4) Ciuleanu T et al., Lancet 374(9699): 1398-1400, 2009
(5) de Wit M et al., ECCO 2015, Abstract 2640 & Poster 131
(6) García-Donas J et al., ECCO 2015, Abstract 2635 & Poster 126

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs