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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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18. März 2013

Einmal Brustkrebs – immer Brustkrebs?

Am onkologischen Spitzenzentrum in Frankfurt machen neuste Methoden Hoffnung auf einen Durchbruch beim Kampf gegen das Rezidiv bei Brustkrebs. Das Arsenal besteht vor allem aus operativen und strahlenmedizinischen „State of the Art“-Verfahren. Wie der gerade bei Sängerin Anastacia festgestellte Rückfall zeigt, ist das Wiederkehrrisiko bei Brustkrebs real. Der Fall der prominenten Patientin hat diese weibliche Volkskrankheit wieder in breite Erinnerung gerufen. Frühzeitig erkannt gilt das Leiden aber als gut heilbar. Der wissenschaftliche Fortschritt hat die Therapiemöglichkeiten stetig verbessert: neben operativen und medikamentösen Strategien haben sich in den letzten Jahren auch die strahlentherapeutischen Optionen deutlich erweitert.

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Häufigster Krebs der Frau, aber heilbar

Brustkrebs ist mit gut 32% die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, fast 72.000 Mal im Jahr wird in Deutschland ein Mammakarzinom festgestellt. Etwa 17.200 Betroffene sterben jährlich noch. Als Risikofaktoren gelten insbesondere Situationen mit hormonellem Ungleichgewicht bzw. Hormontherapie, Rauchen, falsche Ernährung, Vererbung und erhöhtes Körpergewicht. Trotz ihrer Häufigkeit ist Brustkrebs aber nicht die gefährlichste Krebserkrankung bei Frauen. Wird ein Mammakarzinom frühzeitig erkannt und behandelt, ist es dank neuer Therapiemethoden heute heilbar, oft auch bei Erhalt der Brust. Über die letzten Jahre haben sich hochkomplexe Diagnose- und Therapieschemata entwickelt, die bei fast 85% der Patientinnen eine Heilung ermöglichen. Grundvoraussetzung dieser Erfolge ist die enge Zusammenarbeit von Experten unterschiedlicher Fachrichtungen in universitären Brustzentren. Hier entwickeln Frauenärzte, Radiologen, Pathologen, Nuklearmediziner, Strahlentherapeuten, Psychoonkologen, Humangenetiker und internistische Onkologen individuelle Therapiepläne für jede Patientin.

Am Anfang einer jeden erfolgreichen Brustkrebsbehandlung steht die frühstmögliche Entdeckung des Karzinoms - entweder im Rahmen der frauenärztlichen Vorsorgeuntersuchung, des nationalen Mammographie-Screening-Programms für Frauen zwischen 50 und 70 Jahren oder durch Brustultraschall. Jeder Verdacht muss durch Entnahme einer Gewebeprobe gesichert werden. Dafür ist ein kleiner ambulanter Eingriff nötig, der jedoch direkt in der Praxis unter örtlicher Betäubung erfolgen kann.
 
Die drei Therapiesäulen: Stahl, Strahl und Chemie

Ist der Befund positiv, steht die Operation im Zentrum der Behandlung. Das Spektrum ist breit: von der brusterhaltenden Operation über die plastisch-onkologische Rekonstruktion bis zur ästhetischen Chirurgie.
Die Onkoplastik ermöglicht immer öfter den Brusterhalt. Sie reseziert das Mammakarzinom kombiniert mit einer ästhetischen Operation. Der Tumor kann brusterhaltend oder durch komplette Entfernung der Brustdrüse (Mastektomie) bekämpft werden. Sind die Relation von Tumorgröße und Brustvolumen günstig und ist der Tumor noch nicht in die Muskulatur oder Haut eingedrungen, kann der Tumor mit dem umliegenden Gewebe (Lumpektomie) oder mit einem ganzen Gewebequadrant (Quadrantektomie) entfernt werden.
Im Falle einer Mastektomie (komplette Entfernung der Brust) kann im Anschluss an die Krebsoperation die sogenannte Mammarekonstruktion erfolgen. Die meisten Frauen setzten eine Amputation der Brust mit dem Verlust der eigenen Weiblichkeit gleich. Sie begrüßen daher die Möglichkeit, die Brust wieder aufbauen zu lassen.
Hierfür stehen mit künstlichen Implantaten oder Eigengewebsrekonstruktionen, wie dem DIEP-Flap, dem TRAM-Flap und der Latissimus-dorsi-Lappenplastik, verschiedene Techniken zur Auswahl.
 
Ergänzt wird die Operation meist durch eine medikamentöse Behandlung, zum Beispiel mittels Chemo-, Hormon- oder Antikörpertherapie oder sogenannten hochmodernen „zielgerichteten“ Therapien, die zu den progressivsten Medikamenten der Medizin überhaupt gehören.
 
Die dritte wichtige Stütze beim Kampf gegen Mammakarzinome ist die Bestrahlung. Die perkutane, postoperative Strahlentherapie ist in der Lage, die Häufigkeit von Rezidiven deutlich zu senken. Sie hat somit einen existenziellen und langfristigen Effekt auf die Heilungs- und Überlebensraten der Betroffenen. Dabei werden immer häufiger hochfortschrittliche Bestrahlungstechniken, wie die intensitätsmodulierte (IMRT) und bildgestützte Radiotherapie (IGRT) eingesetzt, um die Dosisverteilung im Zielgebiet zu optimieren und die Belastung des Normalgewebes weitgehend zu reduzieren. Neben Bestrahlungsformen, die von außen auf den Körper einwirken, kommen - fallabhängig - auch interstitielle und intraoperative Formen der Radiotherapie zum Einsatz.
 
Schon während der OP bestrahlen

In Langzeitstudien wird aktuell bei ausgewählten Patientinnen mit niedrigem Risikoprofil für ein Lokalrezidiv der Einsatz der intraoperativen Radiotherapie mittels Intrabeam als alleinige Form der Bestrahlung untersucht, also unter Wegfall der postoperativen, etwa sechswöchigen Homogenbestrahlung der gesamten Brust. Intrabeam kommt auch als sogenannte vorgezogene „Boost-Bestrahlung“ in Kombination mit der postoperativen Homogenbestrahlung der Brust zum Einsatz. In beiden Fällen verkürzt sich dabei die Gesamtbehandlungszeit. Welche Bestrahlungsform und optional welche Studienteilnahme für die individuelle Patientin die besten Heilungschancen eröffnen, wird am Brustzentrum des Universitätsklinikums in multidisziplinären Tumorboards besprochen und den Patientinnen fallabhängig angeboten. Das Universitätsklinikum Frankfurt bietet das gesamte Spektrum der perkutanen, intraoperativen und interstitiellen Strahlentherapie an.

Vorteil durch Forschung

Aus der Vielfalt der Möglichkeiten die für die individuelle Patientin optimale Lösung auszuwählen, erfordert inzwischen ein hohes Maß an Spezialisierung, das zumeist nur noch an großen onkologischen Zentren gewährleistet werden kann. Solche Zentren, die eigene Forschung betreiben, bieten Patientinnen die Möglichkeit zur Teilnahme an Therapieoptimerungsstudien mit dem Einsatz modernster Substanzen. Derartige Studien eröffnen Brustkrebspatientinnen zusätzliche Optionen für eine hochmoderne und sichere Behandlung, denn sie profitieren in ausgewählten Fällen vom Zugang zu neuen, noch nicht zugelassenen Medikamenten oder Verfahren. Darüber hinaus liefern wissenschaftliche Studien neue Erkenntnisse zur weiteren Optimierung etablierter Krebstherapien.
 
Terminhinweis:
Klinikallianz Plus widmet sich auf ihrer kommenden Veranstaltung „Frühlingsanfang in der Frauenheilkunde - neue Konzepte und Perspektiven“ auch dem Thema Brustkrebsheilung und diskutiert den „State of the Art“ und die neuesten Therapieentwicklungen.
Zeit: Mittwoch, 20.03.2012, 18:00 Uhr
Ort:  Gesellschaftshaus des Palmengartens, Raum Orchidee, Palmengartenstraße 11, 60325 Frankfurt

Quelle: Klinikallianz Plus
 
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