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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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17. Juli 2015

Senologiekongress 2015: Effektivität von Everolimus beim fortgeschrittenen Mammakarzinom belegt

Everolimus (Afinitor®) plus Exemestan ist im Juli seit 3 Jahren für die Therapie des HR-positiven, HER2/neu-negativen, fortgeschrittenen Mammakarzinoms bei postmenopausalen Frauen ohne symptomatische viszerale Metastasierung zugelassen, nachdem es zu einem Rezidiv oder einer Progression nach einem Nicht-steroidaler Aromatase-Inhibitor (NSAI) gekommen ist (3), und hat sich seither als eine Standardtherapieoption etabliert (4). Die aktuellen Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) und der Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) (6) empfehlen den Einsatz dieser zielgerichteten Therapie auf Basis der guten Ergebnisse der zulassungsrelevanten Studie Breast cancer trials of OraL EveROlimus(BOLERO)-2 (2). In den Empfehlungen der AGO hat die Kombination Everolimus plus Exemestan bereits zum dritten Mal in Folge den höchsten Empfehlungsgrad (++) erhalten (5): Bei einem schnellen Progress wird Everolimus und Exemestan in der ersten Linie mit einem Doppelplus empfohlen. Bei Patientinnen mit einem langsameren Progress sieht die Doppelplus-Empfehlung den Einsatz von Everolimus in Kombination mit Exemestan in der Zweitlinie nach einer initialen endokrinen Therapie vor (5). Die klinischen Daten zu Everolimus plus Exemestan werden fortlaufend durch Ergebnisse aus der breiten Praxisanwendung unterstützt, die die 2012 gestartete Beobachtungsstudie BReast cancer treatment with Afinitor (everolimus) and exemestane for ER+ Women (CRAD001JDE53) (BRAWO)liefert. Deren dritte Interimsanalyse 18 Monate nach Einschluss der 500. Patientin wurde auf dem Senologiekongress 2015 vorgestellt (1).

Primäres Ziel von BRAWO ist die Evaluation der Effektivität von Everolimus und Exemestan in der routinemäßigen Anwendung des klinischen Alltags im Gesamtkollektiv und in Abhängigkeit von der körperlichen Aktivität. Zu den sekundären Beobachtungsparametern gehören die Lebensqualität und ihre Beeinflussung durch körperliche Aktivität, die Prophylaxe und Handhabung von Stomatitis in der klinischen Routine sowie Erkenntnisse zu Therapiesequenz und Arzneimittelanwendung, einschließlich der Dokumentation von unerwünschten Ereignissen. Deutschlandweit wurden bis zum 08. Januar 2015 1.373 der geplanten 3.000 Patientinnen in die Dokumentation aufgenommen (1). Für die dritte Interimsanalyse konnten erstmalig die Daten von 1.300 Studienteilnehmerinnen mit fortgeschrittenem, HR+, HER2-negativem Mammakarzinom ausgewertet werden (1) (im Vergleich zur zweiten Interimsanalyse mit 500 Patientinnen (7). Die BRAWO-Patientinnen waren verglichen mit dem BOLERO-2-Kollektiv im Median vier Jahre älter (661 vs. 622 Jahre). Vergleichbar war hingegen der Anteil an Patientinnen mit Viszeralmetastasen (54,4%1 vs. 58%) (2).
 
Der Einsatz von Everolimus plus Exemestan erfolgte häufig früh in der Behandlungssequenz: Fast 60% erhielten Everolimus plus Exemestan als Erst- (27,1%) oder Zweitlinientherapie (31,7%). Zudem lässt sich beim Vergleich der ersten 200 mit den zuletzt dokumentierten 200 Patientinnen eine Tendenz erkennen, die Kombination zunehmend in erster Therapielinie einzusetzen: Der Anteil dieser Patientinnen stieg von 21% auf 33,5%1. Das progressionsfreie Überleben (PFS) lag in der dritten Interimsanalyse im Median bei 7,1 Monaten (95%-KI H6,5–8,0 Monate; n=1.296) (1). Dieses Ergebnis stimmt gut mit der lokalen radiologischen Beurteilung aus der BOLERO-2-Studie überein, in der das PFS im Gesamtkollektiv 7,8 Monate betrug (Placebo: 3,2 Monate; HR I 0,45; 95%-KI 0,38–0,54; p<0,0001) (2). Wie erwartet war das PFS mit 8,3 Monaten (95%-KI 6,8–10,5 Monate) bzw. 8,5 Monaten (95%-KI 7,0–10,0 Monate) am längsten bei Patientinnen, die Everolimus plus Exemestan als Erst- oder Zweitlinientherapie erhielten (Drittlinie 6,7 Monate, 95%-KI 4,8–8,4 Monate; Viertlinie 6,1 Monate, 95%-KI 3,9 –7,4 Monate) (1). Auch dieses Ergebnis – ein besseres Resultat in der Erstlinienbehandlung – bestätigt die PFS-Daten aus der lokalen Auswertung der BOLERO-2-Studie zur Firstline-Therapie (8) und ist ein gewichtiges Argument für den frühen und Leitlinien-konformen Einsatz von Everolimus im Rahmen der Therapiesequenz. Demnach zeigt die mit der dritten BRAWO-Interimsanalyse (1) stark gewachsene Datenbasis weiterhin eine Konsistenz der Wirksamkeitsdaten aus dem Praxisalltag mit den Ergebnissen der Zulassungsstudie BOLERO-2 (2,8).
 
Das in der BRAWO-Studie erfasste Verträglichkeitsprofil von Everolimus und Exemestan (1) ist vergleichbar mit dem in BOLERO-2(2). Bislang unbekannte unerwünschte Begleiterscheinungen traten nicht auf. Häufigste Nebenwirkung in der BRAWO-Interims-3-Population war mit 39,5% die Stomatitis (1). Diese Rate ist deutlich niedriger als in BOLERO-2 mit 59% (2). Zudem waren schwere Stomatitiden von Grad 3 und Grad 4 mit <3% sehr selten (1). Dieses erfreuliche Ergebnis ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Ärzte bei 86,5% der Patientinnen prophylaktische Maßnahmen zur Vermeidung einer Stomatitis empfohlen hatten. Hierbei waren die häufigsten Ratschläge eine milde Zahnhygiene, das Vermeiden heißer, saurer oder salziger Nahrung sowie Spülungen mit Tee. Die Ergebnisse zur Sicherheit und Verträglichkeit von Everolimus plus Exemestan in der BRAWO-Studie sind konsistent mit den bisherigen Erfahrungen beim fortgeschrittenen Mammakarzinom und bestätigen das gut etablierte Verträglichkeitsprofil.

Novartis
Literatur:

(1) Fasching PA et al.: Breast cancer treatment with everolimus and exemestane for ER+ women – Ergebnisse der dritten Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie BRAWO. Vortrag am 26.6.2015, 35. DGS-Jahrestagung 2015.
(2)Yardley DA et al.: Everolimus plus exemestane in postmenopausal patients with HR+ breast cancer: BOLERO-2 final progresion-free survival analyses. Adv Ther 2013; 30:870–884
(3)Fachinformation Afinitor®; Stand: März 2015.
(4) Maas N, Schütz F, Fasching PA et al.: Mammakarzinom Update 2014 – Die Patientin und der Tumor im Mittelpunkt. Tumordiagnostik& Therapie 2015; 36:213–225.
(5) Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO): Guidelines Breast Version 2015. Diagnostik und Therapie primärer und metastasierter Mammakarzinome: Endokrine und zielgerichtete Therapie des metastasierten Mammakarzinoms. Online unter: http://www.ago-online.de/fileadmin/downloads/leitlinien/mamma/maerz2015/de/2015D_19_Endokrine_und_zielgerichtete_Therapie_metastasiertes_Mammakarzinom.pdf. Zuletzt aufgerufen am 27.05.2015.
(6) Onkopedia Leitlinien der DGHO, Leitlinie Mammakarzinom der Frau, Stand Januar 2013. Online unter: http://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/mammakarzinom-der-frau/index_html. Zuletzt aufgerufen am 27.05.2015.
(7) Fasching PA et al.: Breast cancer treatment with everolimus and exemestane for ER+ women – Results of the 2nd interim analysis of the non-interventional trial BRAWO. ESMO 2014; Oral presentation, Abstr. # LBA9.
(8) Beck JT, Hortobagyi GN, Campone M et al.: Everolimus plus exemestane as first-line therapy in HR+, HER2-advanced breast cancer in BOLERO-2. Breast Cancer Res Treat 2014; 143:459–467.

 
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