Samstag, 16. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
15. Oktober 2014

ESMO 2014: Metastasiertes Kolorektalkarzinom - Subgruppenanalysen der VELOUR-Studie liefern Basis für Therapieentscheidung

Das Fusionsprotein Aflibercept zielt auf ein breiteres Set proangiogener Wachstumsfaktoren ab als Bevacizumab und verringerte in der Zulassungsstudie VELOUR (1) in Kombination mit FOLFIRI das Sterberisiko um knapp 20% im Vergleich zu FOLFIRI allein, unabhängig vom RAS-Status und einer Vorbehandlung mit Bevacizumab. Einige Subtypen scheinen von diesem breiteren Ansatz besonders zu profitieren. Post-hoc-Analysen liefern erste Hinweise darauf, wie diese Patienten, die einen besonders hohen Nutzen von Aflibercept haben, zu identifizieren sind.

Anzeige:
 
 

Das kolorektale Karzinom ist eine sehr heterogene Erkrankung. Es gibt zahlreiche genetische Subtypen, auch in Abhängigkeit von der Lokalisation und den eingesetzten Medikamenten. Der Tumor interagiert mit der Umgebung und adaptiert sich durch Rezeptormodifikation oder Aktivierung alternativer Signalwege.

Die Hochregulation der VEGFR-1-Liganden VEGF (vascular endothelial growth factor) und PIGF (Placenta growth factor) steht in Verbindung mit der Resistenz gegen EGFR-Inhibitoren, erläuterte Prof. Sabine Tejpar, Leuven, Belgien. Für die VEGF-Signalhemmung sind Bevacizumab und Aflibercept zugelassene Substanzen in der Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC). Bevacizumab zielt auf den Liganden VEGF-A, Aflibercept auf die Liganden VEGF-A, VEGF-B und PIGF. In PDX (patient derived xenocraft)-Modellen für das mCRC zeigte Aflibercept eine höhere Antitumoraktivität als Bevacizumab, berichtete Prof. Annette K. Larsen, Paris, Frankreich (2). Aflibercept induzierte einen kompletten Stillstand des Tumorwachstums in 31 von 48 Modellen, Bevacizumab in 2 von 48 Modellen. Larsen ist überzeugt, dass Agenzien, die auf verschiedene Stromakomponenten und Tumorzellen abzielen, zur Entwicklung von effektiveren Therapien beim Kolorektalkarzinom beitragen würden.

In der VELOUR-Studie, die Aflibercept + FOLFIRI gegen FOLFIRI allein bei vorbehandelten Patienten mit metastasiertem CRC verglich, hatten eine oder mehrere Subgruppen von Patienten einen besonderen Vorteil von Aflibercept. Dieser Vorteil zeigte sich an der kontinuierlichen Separation der Überlebenszeitkurven. Da es keine prädiktiven Biomarker dafür gibt, wurden Subgruppenanalysen durchgeführt, um die Patienten, die den größten klinischen Benefit von Aflibercept haben, zu identifizieren. Wie Dr. Ian Chau, Surrey, Großbritannien, berichtete, beruht die erste Subgruppenanalyse auf der Risikostratifikation nach Köhne: Basierend auf den klinischen Determinanten Performancestatus, Anzahl der Tumorläsionen, Alkalische Phosphatase im Serum und Leukozytenwerte wurden die Patienten in die drei Gruppen low, intermediate und high risk eingeteilt. Bei den Patienten aus den Gruppen low risk und intermediate risk war das Gesamtüberleben durch Aflibercept signifikant verlängert (15,97 vs. 13,67 Monate, HR 0,77 bzw. 13,21 vs. 12,06 Monate, HR 0,764). Zu keiner Überlebenszeitverlängerung durch Aflibercept kam es jedoch in der Hochrisiko-Gruppe (5,95 Monate mit Aflibercept + FOLFIRI vs. 7,49 Monate mit FOLFIRI). Das Sicherheitsprofil von Aflibercept und FOLFIRI war in den drei Gruppen vergleichbar und somit nicht verantwortlich für den Unterschied im Überleben zwischen den Gruppen.
In einer weiteren Subgruppenanalyse wurden die Patienten ausgeschlossen, die kurz nach der adjuvanten Therapie ein Rezidiv entwickelt hatten ("adjuvant rapid relapsers") und Patienten eingeschlossen, die entweder einen guten Performance-Status (PS 0) und irgendeine Metastasenanzahl hatten oder ein PS1 und weniger als 2 Metastasen. In dieser "Best Efficacy Subgroup" bestand ein medianer Überlebenszeitgewinn von 3,1 Monaten für die Kombination aus Aflibercept + FOLFIRI im Vergleich zu FOLFIRI allein (16,2 vs. 13,1 Monate). Im Vergleich dazu war der Überlebenszeitgewinn in der ITT-Population der Studie 1,4 Monate. Hingegen hatte die "Poorer Efficacy Group" keinen Überlebensvorteil von Aflibercept.

Keine Rolle spielte hingegen die rezidivfreie Zeit nach Erstlinientherapie (≤ 9 Monate oder > 9 Monate). Auch Patienten, die mit Bevacizumab vorbehandelt waren, hatten einen Vorteil von Aflibercept unabhängig vom Zeitpunkt der Erstlinienprogression. Diese Post-Hoc-Analysen könnten die Basis für eine bessere Selektion von Patienten darstellen, die mit der Kombination Aflibercept-FOLFIRI behandelt werden, sagte Chau abschließend.

Im Rahmen der VELOUR-Studie konnten außerdem noch mittels einer Biomarkeranalyse 4 bzw. 5 prognostische Subgruppen identifiziert werden, deren Überleben nach einem Rezidiv unterschiedlich war. Eingeteilt wurden diese Subgruppen in CMS1 (13%), CMS2 (35%), CMS3 (11%), die restlichen Patienten (21%) wurden der Gruppe der "nicht Klassifizierten" zugeordnet. Die schlechteste Prognose hatte die Subgruppe CMS1, die beste die Gruppe CMS2 (CMS1 vs. CMS2: HR 2,8, p=0,0006; CMS4 vs. CMS2: HR 1,6, p=0,03).
as

Literaturhinweise:
(1) Van Cutsem E et al. J Clin Oncol. 2012;30:3499-3506
(2) Chiron M et al. Mol Cancer Ther 13:1636; 2014

Quelle: Sanofi Satellitensymosium: „Biomarkers in Colorectal Cancer and the Quest for Personalized Treatments. Im Rahmen des ESMO, Madrid, 26. September 2014
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CML
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017