Freitag, 18. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
11. Oktober 2012

ESMO 2012: Impfung gegen Nierenzell-Krebs erfolgreich getestet

Deutsche Krebs-Spezialisten tasten sich an eine Impfung heran, die bei Kranken mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom eine stärkere immunologische Reaktion gegen den Tumor hervorrufen soll. Diese zeige in einer ersten Studie an Patienten eine Erfolg versprechende Effektivität und ein gutes Sicherheitsprofil, berichtet Prof. Dr. Ingo G. Schmidt-Wolf, Bonn.

Anzeige:
 
 

In einer ersten klinischen Studie der Phase I/II wurden 19 Patienten mit soweit fortgeschrittener Nierenzellkarzinom-Erkrankung aufgenommen, dass für sie keine weiteren etablierten Therapien zur Verfügung standen. Zehn von ihnen absolvierten die volle geplante Impfserie. Prof. Schmidt-Wolf: „Sieben dieser Patienten sind weiterhin am Leben und haben eine stabile Erkrankung für bis zu 65 Wochen. Ihre Lebensqualität verbesserte sich im Laufe der Behandlung. Nebenwirkungen waren vor allem Lokalreaktionen (lokale Entzündungen), leichtes Fieber und Ausschläge etc. Sieben von zehn Patienten, die gemäß dem Studienprotokoll geimpft wurden, zeigten eine verbesserte Immunantwort.“ Bei zwei Patienten, bei denen die Erkrankung offenbar binnen zwölf Wochen zum Stillstand kam und die weiter mit der Tumorvakzine behandelt wurden, kam es zu einer anhaltenden Remission (Reduktion der Tumorlast) für über 48 Wochen oder einer Stabilisierung für 60 Wochen.

Derzeit wird eine weitere klinische Studie der Phase II vorbereitet. Hier sind Patienten einbezogen, bei denen die erste und zweite Behandlungsstrategie im Laufe der Erkrankung ihre Wirksamkeit bereits verloren hat und die Impfung eine weitere Option bieten könnte.

Die neue Krebs-Vakzine wurde in Deutschland von dem Biotechnologie-Unternehmen MOLOGEN AG in enger Zusammenarbeit mit Klinikern entwickelt. Sie soll bewirken, dass das Immunsystem der Geimpften die bösartigen Zellen erkennt und bekämpft. Prof. Schmidt-Wolf: „MGN1601 besteht aus zwei aktiven pharmazeutischen Wirkstoffen: Allogene (genetisch fremde, Anm.) modifizierte Tumorzellen, die Interleukin 7 (IL-7), GM-CSF (Wachstumsfaktor für weiße Blutkörperchen, Anm.) und CD80 und CD154 (Zelloberflächenproteine, Anm.) produzieren. Sowie aus einem Anteil, der am Toll-like-Rezeptor-9 (TLR9) ansetzt, ein synthetischer Immunmodulator dSLIM.“ Toll-like-Rezeptoren befinden sich auf Immunzellen und führen bei Aktivierung zu einer breiten Immunantwort.

Operation, Strahlen-, Chemo- und - speziell in den vergangenen Jahren - die sogenannte zielgerichtete Therapie mit spezifisch an bestimmten Strukturen und Signalwegen von Krebszellen wirksamen Medikamenten sind derzeit die Standbeine der Behandlung bösartiger Erkrankungen. Sie gewährleisten vielen Patienten auch im fortgeschrittenen Stadium eines Krebsleidens ein längeres Überleben bei besserer Lebensqualität. Doch es gibt Betroffene, bei denen diese Therapiestrategien nicht oder nicht mehr ausreichend wirken. Prof. Schmidt-Wolf: "Hier ist die neue Impfung eine interessante Option."

Beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom konnte die durchschnittliche Überlebenszeit der Patienten in den vergangenen Jahren vor allem durch zielgerichtete Medikamente (z.B. mTOR-Inhibitoren) von ehemals rund 15 auf bis zu 44 Monate erhöht werden. Trotzdem existiert auch hier Bedarf an zusätzlich wirksamen Therapien.

Literaturhinweis:
I.G. Schmidt-Wolf; The novel cancer vaccine, consisting of genetically modified allogeneic tumor cells and immunomodulator MGN1601: updated results of a phase 1-2 study in patients with advanced renal cell carcinoma

Quelle: ESMO
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
 
 
Themen
NET
CML
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017