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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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02. Oktober 2013

ESMO-Leitlinien empfehlen Regorafenib zur Behandlung von metastasiertem Kolorektalkarzinom nach bisheriger Standardtherapie

Die Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms (metastatic colorectal cancer, mCRC) ist trotz der Kombination von Chemotherapien und zielgerichteten Substanzen und der damit verbundenen Verbesserung der Prognose für die mCRC-Patienten immer noch eine Herausforderung. Beim Versagen der bisherigen evidenzbasierten Standardtherapien bestand bisher ein Mangel an weiteren effektiven Therapieoptionen. Diese Therapielücke kann jetzt mit Stivarga® (Regorafenib) geschlossen werden. Das Bayer-Präparat ist der erste effektive Multi-Kinase-Inhibitor, der das Überleben von Patienten mit mCRC nach evidenzbasierten und zugelassenen Standardtherapien, unabhängig vom K-Ras-Mutationsstatus, signifikant verlängert. Die Zulassung von Regorafenib im August 2013 ist ein wichtiger Meilenstein in der Darmkrebs-Therapie.

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"Die hohe Wirksamkeit von Regorafenib beruht darauf, dass der Wirkstoff den Tumor auf drei verschiedenen Wegen angreift", erläutert Prof. Dr. med. Arndt Vogel von der Medizinischen Hochschule Hannover. So hemmt Regorafenib sowohl Kinasen, die eine essentielle Rolle in den Signalwegen der Angiogenese spielen (VEGFR1/2/3, TIE2), als auch solche, die für die Onkogenese (KIT, RET, BRAF, BRAFV600E) und die Mikroumgebung des Tumors (FGFR-1, PDGFR-β) von wesentlicher Bedeutung sind.

CORRECT belegt Wirksamkeit und Verträglichkeit von Regorafenib

Die Relevanz dieses innovativen Wirkansatzes für den klinischen Erfolg zeigt die von Vogel vorgestellte Zulassungsstudie CORRECT.(1) In der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie wurden die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Regorafenib bei mCRC-Patienten, die unter Standardtherapien progredient waren oder diese nicht vertragen haben, mit der von Placebo verglichen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen im primären Endpunkt eine signifikante Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens (overall survival, OS) im Regorafenib-Arm gegenüber dem Placebo-Arm (6,4 vs. 5,0 Monate, p=0,0052; HR 0,77). Dies entspricht einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um 23%. Der Überlebensvorteil unter Regorafenib war unabhängig davon, ob ein K-Ras-Wildtyp oder eine Mutation dieses Gens vorlag. Regorafenib erwies sich darüber hinaus im medianen progressionsfreien Überleben (progression free survival, PFS) gegenüber Placebo signifikant überlegen, wobei es das Risiko für Progression oder Tod um 51% reduzierte (HR 0,49; p<0,0001). Hinsichtlich der Tumorkontrollrate war der Multi-Kinase-Inhibitor ebenfalls eindeutig überlegen: Während unter Regorafenib 41% der Patienten mindestens eine Stabilisierung der Erkrankung erreichten, waren es unter Placebo nur 14,9%.

Prof. Vogel zufolge waren die in der Studie beobachteten Nebenwirkungen von Regorafenib handhabbar und traten zumeist während der ersten beiden Zyklen auf. Häufigste arzneimittelbedingte unerwünschte Ereignisse vom Grad 3/4 waren hierbei Hand-Fuß-Haut-Reaktion (17%), Fatigue (9%), Hypertonie (7%), Diarrhoe (7%) und Hautausschlag (6%), wobei Nebenwirkungen vom Schweregrad 4 kaum beobachtet wurden. Mit einer therapiebedingten Abbruchrate von nur 8,2% (Placebo 1,2%) ermöglichte Stivarga eine hohe Therapietreue. Die Lebensqualität der Patienten unter Regorafenib unterschied sich nicht signifikant von der bei Patienten unter Placebo beobachteten. "Aufgrund dieser Ergebnisse wurde Regorafenib bereits vor der Zulassung in die Behandlungsrichtlinien der ESMO (2) für das nicht-resektable mCRC aufgenommen", so Vogel abschließend.

Die Bedeutung neuer Therapieoptionen wie Stivarga bei Darmkrebs erläutert PD Dr. med. Ullrich Graeven, Mönchengladbach, anhand einiger Kennzahlen. So ist das Kolorektalkarzinom mit einer jährlichen Inzidenz von rund 70.000 Fällen in Deutschland bei Männern und Frauen nach Prostata- bzw. Brustkrebs die zweithäufigste Krebsform (3). "Zwar hat sich die Überlebenszeit der Patienten mit mCRC in den letzten beiden Jahrzehnten durch die Einführung von Kombinations- und zielgerichteten Therapien deutlich verbessert, dennoch besteht weiterhin ein hoher therapeutischer Bedarf", so Graeven. So beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate bei Darmkrebs zwar insgesamt etwa 55% bei Patienten mit metastasierter Erkrankung (Stadium IV) hingegen nur rund 6% (4, 5). Diese Gruppe ist jedoch die mit Abstand größte, denn bei rund 75% der Patienten liegen bereits initial Metastasen vor oder entwickeln sich im Laufe der Erkrankung. "Von diesen Patienten kann man heute etwa jeden Fünften durch eine Komplettresektion der Leber- oder Lungenmetastasen kurativ behandeln, während bei den restlichen etwa 80% nur eine palliative Therapie möglich ist", erläutert Graeven. Für diese Patienten stünde zwar eine relativ große Zahl an evidenzbasierten Standardtherapien zur Verfügung, aber nach deren Versagen sowie bei KRas-Wildtyp-Tumoren seien bisher kaum noch wirksame Optionen verfügbar gewesen, die eine Weiterbehandlung der Patienten ermöglichten (2). "Mit der Zulassung von Regorafenib wird diese Therapielücke nun geschlossen und den Patienten werden somit neue Perspektiven eröffnet", bilanziert Graeven.

Literaturhinweise:
(1) Grothey A et al. Lancet 2013;381(9863): 303-312
(2) Schmoll HJ et al. Annals of Oncology 2012; 23: 2479-2516
(3) Ferlay J. et al. GLOBOCAN 2008. Int J Cancer 2010; 127: 2893-2917
(4) National Institute for Health and Clinical Excellence. NICE technology appraisal guidance 118. 2007 January: 4-5.
(5) American Cancer Society 2013 unter: http://www.cancer.org/cancer/colonandrectumcancer/detailedguide/colorectal-cancer-survival-rates (Stand: 16.09.2013)

Quelle: Bayer HealthCare
 
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