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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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06. November 2014

ESMO-Guidelines: Bevorzugte Empfehlung von Denosumab bei Knochenmetastasen

Knochenmetastasen sind eine häufige Komplikation bei fortgeschrittenen soliden Tumoren. Der RANK-Ligand-Inhibitor Denosumab (XGEVA®) verzögert das Auftreten von skelettbezogenen Komplikationen durch Knochenmetastasen beim Mamma- und Prostatakarzinom sowie bei weiteren soliden Tumoren effektiv (1,2) und wird aufgrund seiner überlegenen Wirkung gegenüber Bisphosphonaten in den aktuellen ESMO Clinical Practice Guidelines "Bone Health in Cancer Patients" bevorzugt empfohlen (1).

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Auch auf nationaler Ebene gewinnt das Thema Knochengesundheit bei Krebspatienten zunehmend an Bedeutung: Der beim diesjährigen DGHO-Kongress in Hamburg von einer deutschen Expertengruppe vorgestellte Algorithmus zum standardisierten Management von vertebralen und nicht-vertebralen Knochenmetastasen soll einen rascheren Therapieeinstieg und eine bessere Patientenversorgung ermöglichen (3). Die im September 2014 aktualisierte S3-Leitlinie Prostatakarzinom empfiehlt ebenfalls den Einsatz einer osteoprotektiven Therapie im kastrationsresistenten Stadium in Kombination mit bestehenden Therapieoptionen zur Prävention von Komplikationen bei ossärer Metastasierung (4).

Osteoprotektion ab der ersten Knochenmetastase

Laut ESMO-Leitlinien sollte die knochenmodifizierende Therapie unverzüglich beginnen, sobald ein Nachweis von Knochenmetastasen vorliegt und das unabhängig von einer Symptomatik (1). "Knochenmetastasen treten besonders häufig bei fortgeschrittenen Mamma-, Prostata- und Lungenkarzinomen auf. Sie sind mit einer hohen Morbidität assoziiert und können das Überleben der Patienten negativ beeinflussen. Eine adäquate Supportivtherapie zur Prävention ossärer Komplikationen ist daher unverzichtbar", betont Prof. Dr. med. Peyman Hadji, Frankfurt, der an der Entwicklung der Leitlinien beteiligt war. Die ESMO-Guidelines weisen darauf hin, dass Denosumab bei der Prävention skelettbezogener Komplikationen bei soliden Tumoren wirksamer ist als das Bisphosphonat Zoledronsäure (Evidenzlevel IB) (1). Auch die Kontinuität der Therapie ist wichtig für den Behandlungserfolg. "Die auf den Knochen gerichtete Behandlung muss über den gesamten Krankheitsverlauf dauerhaft beibehalten werden", erklärt Hadji. Aufgrund seiner Pharmakokinetik sollte Denosumab konsequent kontinuierlich alle vier Wochen verabreicht werden (1).

Die ESMO-Guidelines empfehlen den Einsatz einer osteoprotektiven Therapie bei allen Patienten mit Knochenmetastasen, unabhängig davon, ob sie symptomatisch sind (1). In drei prospektiven Vergleichsstudien erwies sich Denosumab im Vergleich zu Zoledronsäure als signifikant überlegen. Das Zeitintervall bis zum Auftreten der ersten Knochenkomplikation konnte signifikant verlängert werden. Die Anzahl der Knochenkomplikationen nahm signifikant ab (5). Bei Patienten mit nur geringen Schmerzen traten starke Schmerzen erst vier Monate später auf. Eine Verbesserung ihrer Lebensqualität erreichten 10% der Patienten (6).

Auch für Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom und Knochenmetastasen wird unter anderem der RANK-Ligand-Inhibitor empfohlen, unabhängig davon, ob Symptome vorhanden sind (1). Im Vergleich zu Zoledronsäure konnte unter der Denosumab-Therapie die skelettale Morbidität signifikant reduziert werden. Die Zeit bis zum Auftreten des ersten Skelettereignisses wurde von 17,1 auf 20,7 Monate verlängert. Die kumulierte Rate von Knochenkomplikationen wurde um 18% reduziert (7).

Denosumab wird auch für ausgewählte Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs, Nierenkrebs und anderen soliden Tumoren mit Knochenmetastasen empfohlen (1). Behandelt werden sollten Patienten dann, wenn sie noch eine mehr als dreimonatige Lebenserwartung haben und ein hohes Risiko von Knochenkomplikationen vermutet wird (1). Denosumab verlängerte bei Patienten mit anderen soliden Tumoren als Mamma- und Prostatakarzinom die Zeit bis zur ersten Knochenkomplikation um mehr als vier Monate (von 16,3 auf 20,6 Monate) (8).

Neuer Therapiealgorithmus für bessere Patientenversorgung

"Natürlich beschäftigen wir uns mit dem Thema Knochenprotektion auch in Deutschland sehr intensiv und wir sehen aus unseren klinischen Erfahrungen heraus dringenden Optimierungsbedarf in der Versorgung unserer Tumor-Patienten", erläutert Professorin Dr. Diana Lüftner, Berlin. Auf Basis einer umfassenden Literaturanalyse hat eine deutsche Expertengruppe daher einen Algorithmus zum standardisierten Management von vertebralen und nicht-vertebralen Knochenmetastasen entwickelt, der von Prof. Dr. med. Ingo Diel, Mannheim, auf dem DGHO-Kongress vorgestellt wurde (3). "Auf Basis eines multidisziplinären Therapiekonzeptes soll der Algorithmus die Sensibilität für die Diagnose von Knochenmetastasen erhöhen und einen schnelleren Therapiebeginn forcieren. Einen hohen Stellenwert hat dabei Denosumab, das in den ESMO-Guidelines bevorzugt empfohlen wird. Neben einer raschen Schmerzkontrolle sowie der Prävention und Stabilisierung von Knochenfrakturen erwarten wir insgesamt eine Verbesserung der Therapieergebnisse", beschreibt Diel die Zielsetzung. Dr. Friedrich Overkamp, Recklinghausen, ergänzt: "Ossäre Komplikationen können zu einer abnehmenden Mobilität bis hin zur Pflegebedürftigkeit führen und damit das Alltagsleben tiefgreifend verändern. Der Algorithmus erfasst alle klinischen Situationen und bietet damit onkologisch tätigen Ärzten praktische Unterstützung. Es ist wichtig, dass wir durch knochenprotektive Maßnahmen die Unabhängigkeit unserer Patienten so gut wie möglich aufrechterhalten.“

Literaturhinweise:
(1) Coleman R et al., Annals of Oncology 00:1-14,2014 doi:10.1093/annonc/mdu103.
(2) Link H, Der Onkologe, 2014 (8), online publiziert 16. Juli 2014, 1-6
(3) Diel I et al., Oncol Res Treat 2014;37(suppl 5):V372
(4) http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Prostatakarzinom.58.0.html (letzter Zugriff 23.10.2014)
(5) Stopeck A et al., J Clin Oncol 2010; 35:5132-5139
(6) Martin M et al., Clin Cancer Res 2012; 18(17);4841-4849
(7) Fizazi K et al., Lancet 2011;377:813-822
(8) Henry DH et al., J Clin Oncol 29(9):1125-1132

Quelle: Amgen
 
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