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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. Juni 2012

EHA 2012: MDS-Patienten profitieren dreifach von Eisenchelat-Therapie mit Deferasirox

Beim diesjährigen 17. Kongress der European Hematology Association (EHA) in Amsterdam, Niederlande, wurden neue Studiendaten zum Überleben von transfusionsabhängigen MDS-Patienten mit Eisenüberladung vorgestellt. Eine aktuelle Studie von Delforge et al. belegt, dass unter Deferasirox das mediane Überleben bei MDS-Patienten signifikant verlängert werden kann (2): Eingeschlossen wurden 186 MDS-Patienten aus verschiedenen belgischen Zentren, 127 dieser Patienten wurden als Niedrigrisiko-MDS eingestuft und in die weitere Analyse einbezogen. Bei Betroffenen, die mindestens sechs Monate Deferasirox erhielten, betrug das mediane Überleben 126 Monate vs. 37 Monate bei unbehandelten Patienten (p<0,001). Dies entspricht einem Überlebensvorteil von mehr als sieben Jahren. Deferasirox kann zudem das Leukämie-freie Überleben, d.h. die Zeit vor Progression in eine akute myeloische Leukämie, verlängern: Die Patienten lebten im Median signifikant über 11 Jahre länger progressionsfrei als MDS-Patienten, die kein Deferasirox erhielten (171 Monate vs. 37 Monate; p<0,001) (2).

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In einer deutschen Studie von Neukirchen et al. wurden Daten von 417 Patienten mit Niedrigrisiko-MDS aus dem Düsseldorfer MDS-Register zum medianen Gesamtüberleben ausgewertet (1): 374 der 417 Patienten waren transfusionsabhängig. Diejenigen, die eine Eisenchelat-Therapie mit Deferasirox (28 Patienten), Deferoxamin (43 Patienten) oder beiden Eisenchelatoren (14 Patienten) erhielten, lebten 37 Monate länger als Patienten ohne Eisenchelation (67 Monate vs. 30 Monate) (1). Bereits im Jahre 2010 zeigten Rose et al. vergleichbare Daten polytransfundierter Niedrigrisiko-MDS-Patienten: Das mediane Gesamtüberleben betrug bei Patienten mit Eisenchelat-Therapie 124 Monate, ohne eine entsprechende Behandlung nur 53 Monate (p<0,0003) (8).
 
Darüber hinaus weist eine retrospektive Auswertung der EPIC (Evaluation of Patients' Iron Chelation with Exjade)-Studie darauf hin, dass Deferasirox neben der Reduktion der Serumferritinwerte auch das blutbildende System bei Patienten mit Aplastischer Anämie positiv beeinflussen kann (3). Somit wurde das bei MDS bereits nachgewiesene hämatologische Ansprechen unter Deferasirox (4) nun auch bei einer weiteren Indikation festgestellt. Improta et al. präsentierten auf dem EHA ebenfalls Ergebnisse zur Verbesserung der Hämatopoese bei transfusionsabhängigen MDS-Patienten (5). Gemäß dieser italienischen Studie sinkt nach einer zweijährigen Deferasirox-Behandlung bei zwei Dritteln der Betroffenen der Transfusionsbedarf dauerhaft.
 
Gattermann et al. untersuchten die Lebereisenkonzentrationen (Liver Iron Concentration, LIC) von 71 transfusionsabhängigen Niedrigrisiko-MDS-Patienten. Die LIC-Messungen ergaben, dass vor Beginn einer Deferasirox-Behandlung der Großteil der Patienten (56/71) an einer schweren Eisenüberladung in der Leber litt (=7 mg Fe/g Trockengewicht) (6). Nach der einjährigen Eisenchelat-Therapie konnte die Lebereisenkonzentration um durchschnittlich ein Drittel gesenkt werden (20,5 ± 14,6 mg Fe/g Trockengewicht vs. 13,9 ± 13,1 mg Fe/g Trockengewicht). Des Weiteren ergaben die Analysen, dass die Reduktion der LIC mit einer Reduktion des Serumferritins korrelierte. In diesem Zusammenhang normalisierten sich zunehmend die Alanin-Aminotransferase (ALT)-Werte der Patienten. Folglich könnte Deferasirox für die verbesserte Leberfunktion dieser MDS-Patienten verantwortlich sein (6).
Ferner zeigten Ho et al. in einer Studie mit polytransfundierten Patienten, die an MDS, ß-Thalassämie major oder Sichelzellkrankheit erkrankt waren, dass Deferasirox auch die Herzfunktion verbessern kann. Die Reduktion der LIC und des Serumferritins unter diesem Eisenchelator ging nach einem Jahr mit einem signifikanten Anstieg der kardialen T2-Werte einher (7).
 
Über Eisenüberladung bei MDS-Patienten

MDS sind die häufigsten Knochenmarkserkrankungen bei älteren Menschen. Die meisten Patienten benötigen regelmäßige Bluttransfusionen, die zu einer gesundheitsgefährdenden Eisenüberladung in Leber, Herz, endokrinen Organen und Knochenmark führen können. Diese erhöhte Eisenlast im Körper kann eine permanente Schädigung der betroffenen Organe und lebensbedrohliche Komplikationen zur Folge haben. Oft wird bereits nach 20 Transfusionseinheiten eine Eisenüberladung festgestellt. Durch die Verabreichung eines Eisenchelators kann überschüssiges Eisen, welches der Körper nicht auf natürlichem Wege ausscheiden kann, aus dem Körper entfernt werden (9). Dadurch kann der Krankheitsverlauf, insbesondere das Überleben, positiv beeinflusst werden (1,2,8).
 
Deferasirox ist zugelassen für Patienten mit ß-Thalassämie major ab einem Alter von sechs Jahren, bei denen eine Behandlung der chronischen Eisenüberladung aufgrund häufiger Bluttransfusionen indiziert ist. Weiterhin ist Deferasirox zugelassen bei Patienten mit anderen Anämien wie zum Beispiel MDS, Myelofibrose und Aplastische Anämie oder bei Patienten im Alter zwischen zwei und fünf Jahren, wenn eine Deferoxamin-Therapie kontraindiziert oder unangemessen ist (10).
 
Literaturhinweise:
(1) Neukirchen J et al.: The impact of iron chelation therapy on clinical outcomes in real-world lower-risk patients with myelodysplastic syndromes (MDS): results from the Düsseldorf registry. 17th EHA 2012; Abstr. #0359.
(2) Delforge M et al.: Retrospective analysis on the impact of iron chelation therapy on survival and leukemia progression in transfusion dependent MDS patients in Belgium. 17th EHA 2012; Abstr. #0898.
(3) Lee J W et al.: Post-hoc analysis of hematologic responses including transfusion independence in iron-overloaded aplastic anemia patients treated with deferasiro. 17th EHA 2012; Abstr  #0390.
(4) Gattermann N et al.: Hematologic responses with deferasirox therapy in transfusion-dependent myelodysplastic syndromes patients. Haematologica. 2012 Mar 14. [Epub ahead of print].
(5) Improta S et al.: Transfusion-dependent myelodysplastic patients receiving deferasirox: A long-term follow up. 17th EHA 2012; Abstr. #0350.
(6) Gattermann N et al.: Chronically transfused myelodysplastic syndromes (MDS) patients have severe iron burden: Deferasirox treatment reduces iron overload and improves liver function. 17th EHA 2012; Abstr. #0344.
(7) Ho P J et al.: A magnetic resonance imaging assessment of cardiac and liver iron load in patients with hemoglobinopathies, myelodysplastic syndromes or other anemias treated with deferasirox (MILE - CICL670AAU01).17th EHA 2012; Abstr. #0393.
(8) Rose C et al.: Does iron chelation therapy improve survival in regularly transfused lower risk MDS patients? A multicenter study by the GFM (Groupe Francophone des Myélodysplasies). Leuk Res. 2010; 34:852-853.
(9) Germing U und Gattermann N in Kooperation mit dem Arbeitskreis „Literatur“ der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V.: Myelodysplastische Syndrome. 5. Auflage. Frankfurt 2009; online unter http://www.kompetenznetzleukaemie.de/
(10) Fachinformation Exjade® (Deferasirox), Dezember 2011.

Quelle: Novartis
 
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