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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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14. Oktober 2015

ECC 2015: Finale Auswertung der NIS LEONIS untermauert den Einsatz von Everolimus bei inoperablen, fortgeschrittenen pNET

Die finale Auswertung der nicht-interventionellen Studie (NIS) LEONIS zur Wirksamkeit von Everolimus bei inoperablen pNET bestärkt mit Daten aus der Routineanwendung die Ergebnisse der Zulassungsstudie RADIANT-3 (1,2). Therapieassoziierte Nebenwirkungen manifestierten sich – wie in der Phase-III-Zulassungsstudie – hauptsächlich zu Beginn der Everolimus-Therapie (1). Die Lebensqualität der Patienten blieb im Verlauf der bis zu einjährigen Beobachtung bei meist hoher Compliance erhalten (1).

Die im Rahmen des European Cancer Congress (ECC) 2015 in Wien vorgestellten finalen Ergebnisse der prospektiven, nicht-interventionellen LEONIS*-Studie zeigen, dass Patienten mit inoperablen und progredienten, gut oder mäßig differenzierten pankreatischen neuroendokrinen Tumoren (pNET) mit dem mTOR-Inhibitor Everolimus (Afinitor®) in der täglichen Praxis vergleichbar gute Ergebnisse erzielen können wie die Patienten der Zulassungsstudie (1). In der Phase-III-Zulassungsstudie RADIANT-3 hatte Everolimus bei Patienten mit progredienten fortgeschrittenen pNET das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) im Vergleich zu Placebo signifikant um mehr als das Doppelte auf 11,0 gegenüber 4,6 Monaten verlängert (lokale radiologische Beurteilung; p<0,001; Therapie jeweils in Kombination mit „best supportive care“). Hieraus ergab sich eine Reduktion des Progressions- bzw. Sterberisikos um 65% (HR=0,35; 95%-KI 0,27–0,45) (2). Everolimus ist seit 2011 zur Behandlung von inoperablen oder metastasierten, gut oder mäßig differenzierten pNET bei Erwachsenen mit progressiver Erkrankung zugelassen (3) und wird in dieser Indikation in den Leitlinien der European Society of Medical Oncology (ESMO) als eine Standardtherapie empfohlen (4).
 
Patienten der NIS LEONIS erreichten ein PFS von 8,6 Monaten

In der LEONIS-Studie sollte die Effektivität und Sicherheit von Everolimus in der Routineanwendung gemäß Zulassung bei Patienten mit fortgeschrittenem pNET über maximal ein Jahr dokumentiert werden (1). Die finalen Ergebnisse basieren auf Daten von 63 Patienten aus deutschen Kliniken bzw. Praxen niedergelassener Ärzte (1). Nach Angabe der Studiengruppe um Professor Dr. Bertram Wiedenmann, Charité Berlin, wiesen fast alle Patienten Metastasen auf, vorwiegend in Leber (95,0%) und Lymphknoten (31,7%), sowie 20,0% in anderen Lokalisationen (Mehrfachnennungen möglich) (1). 13,1% der pNET waren funktionell aktive Tumoren (1). Betrachtet man die Vortherapie, hatten 69,8% der Teilnehmer mindestens eine weitere systemische Therapie vor Everolimus erhalten, am häufigsten Somatostatin-Analoga/andere systemische Hormontherapien (46,0%) sowie antineoplastische/immunmodulatorische Therapien (39,7%) (1). Als Begleitmedikation bekamen zudem 11,1% Octreotid sowie 3,2% Lanreotid (1). Fast die Hälfte (42,9%) der Patienten war zuvor bereits wegen des pNET operiert worden (1). Hinsichtlich der Vortherapie wurde unterschieden zwischen einer Gruppe, die bei Studienbeginn bereits mit Everolimus behandelt wurde (n=21), und einer Gruppe, die zu diesem Zeitpunkt Everolimus-naiv war (n=42). Die mediane Anfangsdosierung betrug täglich 10 mg.

Die mediane Behandlungsdauer innerhalb der Studie betrug 8,7 Monate für die mit Everolimus Vorbehandelten sowie 5,9 Monate für die Everolimus-Naiven (1). Die Gesamt­gruppe erreichte eine mediane PFS-Dauer von 8,6 Monaten (95%-KI 5,3–13,8) (1). Bei Betrachtung der beiden Gruppen zeigten die mit Everolimus vorbehandelten Patienten ein medianes PFS von 11,3 Monaten (95%-KI 4,4–23,14), die Everolimus-Naiven von 7,2 Monaten (95%-KI 3,9–13,8) (1). Ein objektives Therapieansprechen fand sich am Studienende bei 11,7% der Teilnehmer, sowie eine Krankheitskontrolle (d. h. ein komplettes/partielles Ansprechen oder eine Krankheitsstabilisierung) bei 56,7% (lokale Beurteilung) (1).
 
Hinsichtlich des Sicherheitsprofils fiel auf, dass mit Everolimus vorbehandelte Patienten wesentlich seltener Nebenwirkungen erlitten als Patienten, die neu auf Everolimus eingestellt wurden (66,7% vs. 90,5%) (1). Das Risiko schwerer therapieassoziierter Nebenwirkungen (Grad 3/4) war in der Gruppe mit Everolimus-Vorbehandlung ebenfalls erheblich niedriger als in der neu eingestellten Gruppe (4,8% vs. 21,4%) (1). Somit bestätigte sich laut der Studienautoren in der nicht-interventionellen LEONIS-Studie die Beobachtung der Zulassungsstudie, dass Nebenwirkungen hauptsächlich zu Beginn der Everolimus-Behandlung auftreten (1). Mit Blick auf das bekannte Nebenwirkungsprofil von Everolimus ist zu erwähnen, dass eine Pneumonitis (schwere Nebenwirkung) in der LEONIS-Population bei 3,2% dokumentiert wurde (1) (RADIANT-3: 2% (2)), sowie eine Stomatitis bei 15,9% (als nicht-schwerwiegende Nebenwirkung) (1) (RADIANT-3 alle Grade: 17% (2)).
 
Erhalt der Lebensqualität im Verlauf der bis zu einjährigen Beobachtung

Im Studienverlauf wurde die Lebensqualität mit diversen Fragebögen (EORTC, QLQ-C30, EORTC QLQ-G.I.NET21 sowie EQ-5D) evaluiert: Unter der Everolimusgabe fanden sich im Beobachtungszeitraum von bis zu zwölf Monaten keine signifikanten Veränderungen (1). Die behandelnden Ärzte schätzten zudem die Compliance der Patienten ein: Bei 63,5% wurde diese als „hoch“, bei 28,6% als „mittel“ bewertet (1).
 
*LEONIS: Long-term Everolimus Observation Non-Interventional Study in pNET.

Novartis
Literatur:

(1) Wiedenmann B, Stauch M, Acsa A, et al.: LEONIS – Long-term everolimus observation non-interventional study in pNET. ECC 2015, Abstr. 2347 und Poster P309.
(2) Yao JC, Shah MH, Tetsuhide I, et al.: Everolimus for advanced pancreatic neuroendocrine tumors. N Engl J Med 2011; 364:514-523.
(3) Fachinformation Afinitor®, Stand: März 2015.
(4) Öberg K, Knigge U, Kwekkeboom D, et al.: Neuroendocrine gastro-entero-pancreatic tumors: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol 2012; 23:vii124-vii130.

 
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