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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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30. März 2016

Diskurs zu Entwicklungen bei Hypophysentumoren

Mit dem „Novartis ENDO-Day“ fand am 24. und 25. Februar bereits zum zweiten Mal eine in der Endokrinologie einzigartige Veranstaltung zur Diskussion aktueller wissenschaftlicher Daten und Entwicklungen bei Hypophysentumoren statt. Eine frühzeitige Diagnose und adäquate Therapie der Akromegalie sowie von Komorbiditäten und Komplikationen sind entscheidend für das Überleben der Patienten. Beim Therapiemanagement von Morbus Cushing sollten auch Fragestellungen anderer Fachrichtungen, der Umgang mit Nebenwirkungen und die psychosoziale Belastung berücksichtigt werden.

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Akromegalie: Frühe Diagnose und adäquate Therapie auch von Komorbiditäten entscheidend für Prognose

Die Akromegalie ist mit einer Reihe von Komorbiditäten und Komplikationen assoziiert, die letztlich in einer erhöhten Mortalität resultieren. Daher sind die Diagnose und das Management dieser Komorbiditäten entscheidend für das langfristige Überleben (1). Insbesondere kardiale und respiratorische Komplikationen haben einen großen Einfluss auf die Sterblichkeit der Akromegalie-Patienten, erläuterte Prof. Dr. Dr. Peter Herbert Kann, Marburg. Zur Beurteilung kardialer Risiken stellt die QT-Zeit-Verlängerung im Rahmen des regelmäßig durchzuführenden EKG einen wichtigen Indikator dar. Bei den respiratorischen Komplikationen steht die Schlafapnoe im Vordergrund: Laut Prof. Kann ist mehr als die Hälfte der Patienten betroffen. Darüber hinaus entwickeln etwa 15% der Akromegalie-Patienten eine maligne Erkrankung, gut die Hälfte einen manifesten Diabetes mellitus oder einen gestörten Blutglukose-Metabolismus.

Auch die aktuelle Analyse des Deutschen Akromegalie-Registers befasste sich mit Komplikationen bei Akromegalie: Sie ging der Frage nach, ob sich das errechnete erhöhte Risiko für kardio(cerebro)vaskuläre Komplikationen, hier anhand der Endpunkte Schlaganfall und Herzinfarkt, in ein tatsächliches Auftreten dieser Ereignisse umsetzen lässt. Im Rahmen einer Umfrage bei sieben Zentren kam Prof. Dr. Christof Schöfl, Erlangen, Leiter des Deutschen Akromegalie-Registers, mit seinem Team zu dem Ergebnis, dass sich bei Patienten, die in spezialisierten endokrinologischen Zentren betreut werden, keine erhöhte Inzidenz für Herzinfarkt oder Schlaganfall feststellen ließ. Prof. Schöfl wies darauf hin, dass sich derzeit eine prospektive Registerstudie zu diesem Thema in Planung befinde. Er führte weiterhin aus, dass etwa 80% der Patienten im Rahmen der Analyse gut kontrolliert gewesen seien, vermutlich deutlich mehr als in älteren Untersuchungen aufgrund verbesserter therapeutischer Möglichkeiten. So ist neben den beiden Somatostatin-Analoga (SSA) der ersten Generation, zu der auch Sandostatin® LAR® zählt, seit 2012 mit Pasireotid (Signifor®) ein Somatostatin-Analogon (SSA) der zweiten Generation zugelassen. Es verfügt über ein breiteres Rezeptorbindungsprofil als die bislang zugelassenen SSA (2) und ermöglicht so eine zielgerichtete Behandlung sowohl bei Morbus Cushing (als Injektionslösung) als auch bei der Akromegalie (als Pulver und Lösungsmittel).

Mit der Zufriedenheit der Akromegalie-Patienten mit monatlichen SSA-Injektionen beschäftigte sich hingegen die internationale Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Christian Strasburger, Berlin. Wie Strasburger zusammenfasste, stellen die Monatsdepotspritzen (alle 28 Tage) zwar eine Beeinträchtigung der Patienten in ihrer Lebensqualität und in ihrer funktionellen Handlungsfähigkeit dar, dennoch zeigten sich die meisten Patienten sehr zufrieden mit der Therapie. Untersucht wurden die zwei derzeit auf dem Markt verfügbaren Somatostatin-Analoga der ersten Generation (3).

Morbus Cushing: Therapiemanagement sollte auch Fragestellungen anderer Fachgruppen und den Umgang mit Nebenwirkungen umfassen

Im Rahmen der Workshops wurde vor allem das Therapiemanagement von Morbus Cushing diskutiert. Die erste Gruppe beschäftigte sich mit den Minimalanforderungen an eine spezialisierte Morbus-Cushing-Sprechstunde. Sie stellte zusammenfassend fest, dass die Betroffenen von ärztlicher Seite zwar individuell begleitet und therapiert werden sollten, hierbei aber eine standardisierte Checkliste sinnvoll sei, die insbesondere spezielle fachgruppenfremde Fragestellungen adressiere. In der zweiten Gruppe stand das Management der Pasireotid-Therapie im Vordergrund. Diskutiert wurde neben Eignung bestimmter Patienten und angemessener Therapiekontrolle auch die Frage, wie mit Nebenwirkungen wie Diabetes und Nebenniereninsuffizienz umzugehen sei. Die Arbeitsgruppe schlug vor, die wichtigsten Nebenwirkungen sowie vorbeugende Maßnahmen zusammenzufassen und diese Informationen auch dem Patienten z. B. zur Weitergabe an den Hausarzt zur Verfügung zu stellen.

Ähnlich wie bei der Akromegalie müssen auch bei Morbus Cushing die Komorbiditäten im Auge behalten werden. Dabei spielt, wie Prof. Dr. Wolfram Karges, Aachen, ausführte, vor allem Diabetes eine bedeutende Rolle.

Unter welchen psychosozialen Beeinträchtigungen Morbus-Cushing-Patienten leiden und welchen Unterstützungsbedarf sie abseits medizinischer Interventionen haben, erläuterte Professor Dr. Ilonka Kreitschmann-Andermahr, Essen, dem Auditorium: Patienten mit Morbus Cushing leiden häufig, trotz normalisierter Cortisolwerte, unter Depressionen, Ängsten und kognitiven Beeinträchtigungen. Zusätzlich führen negative Bewältigungsstrategien der Patienten zu einer verminderten Lebensqualität. Laut ihrer Arbeitsergebnisse wünschen sich die Patienten zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Erkrankung mehr Unterstützung in den verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens. Spezielle Angebote sollten – analog zu anderen chronischen Erkrankungen – angeboten werden, um die Belastung durch die Erkrankung zu mindern.

Weiterführende Informationen finden Sie auch unter: www.leben-mit-hypophysentumoren.de

Novartis
Literatur:

(1) Melmed S, Casanueva FF, Klibanski A et al.: A consensus on the diagnosis and treatment of acromegaly complications. Pituitary 2013; 16(3):294-302
(2) Bruns C, Lewis I, Briner U et al.: A novel somatostatin peptidomimetic with broad somatotropin release inhibiting factor (SRIF) receptor binding and a unique antisecretory profile. Eur J Endocrinol 2002; 146:707-716
(3) Strasburger CJ, Karavitaki N, Störmann S et al.: Patient-reported outcomes of parenteral somatostatin analogue injections in 195 patients with acromegaly. Eur J Endocrinol 2016; 174(3):355-362

 
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