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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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22. März 2013

Deutscher Krebspreis an Prof. Lars Zender für Arbeiten zu Gastrointestinaltumoren

Gestern wurde Prof. Dr. med. Lars Zender in Heidelberg mit dem Deutschen Krebspreis in der Kategorie "experimenteller Teil" ausgezeichnet. Prof. Zender leitet am Universitätsklinikum Tübingen in der Medizinischen Klinik die Sektion für translationale* gastrointestinale Onkologie. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeiten von Lars Zender besteht in der Identifizierung neuer Krebsgene, welche an der Entstehung von gastrointestinalen Tumoren beteiligt sind und zur Entwicklung effektiver neuer Tumortherapien genutzt werden können.

Die renommierte Auszeichnung der Deutschen Krebsgesellschaft ist mit einem Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro dotiert und wird jährlich für hervorragende Arbeiten im deutschsprachigen Raum verliehen: Kriterien sind herausragende wissenschaftliche Originalität und Qualität aktueller und zukunftsweisender Arbeit(en) im Bereich Onkologie. Prof. Zender wird für seine wissenschaftlichen Arbeiten geehrt, die die Tür für ein vertieftes Verständnis zellulärer und molekularer Mechanismen der Tumorgenese und der damit verbundenen immunologischen Wirtsreaktion weit geöffnet haben.

Mausmodelle des Leberzellkarzinoms

Für wissenschaftliche Studien in der Krebsforschung werden Tumor-Mausmodelle benötigt, welche das Verhalten menschlicher Tumore realistisch widerspiegeln. Mit der Entwicklung einer neuen Generation von Mausmodellen des Leberzellkarzinoms, den sogenannten mosaiken (chimaeren) Tumormodellen leistete der Preisträger einen sehr wichtigen Beitrag zur Erforschung des Leberzellkarzinoms und anderer gastrointestinaler Tumore. Solche Modelle standen anfänglich nur für die Erforschung von Leukämien und Lymphdrüsenkrebs zur Verfügung.
Im Gegensatz zu klassischen Transgenen- oder Knockout Mäusen erlauben diese speziellen Modelle eine deutlich schnellere und effizientere Entschlüsselung der komplexen Interaktion von Krebsgenen und deren Beitrag zur Tumorentstehung und -progression.

Krebsgene im lebenden Organismus gezielt untersuchen

Entscheidende Beiträge leistete Zender bei der Entwicklung der stabilen RNA-Interferenz. Die RNA-Interferenz ist eine Methode, die es erlaubt, Gene gezielt stillzulegen ohne sie zu manipulieren. Er entwickelte die technischen Voraussetzungen, um diese Technologie direkt in Mäusen einsetzen zu können. Ein solches Vorgehen ist besonders in der Tumorforschung entscheidend, da Tumore komplexe dreidimensionale Strukturen mit besonderer Gefäßversorgung sind, die auch mit dem Immunsystem des Wirts interagieren. Während Untersuchungen in Zellkulturen oft mit Fehlern behaftet sind, ist es ein großer Vorteil, RNA-Interferenz Untersuchungen direkt im lebenden Organismus durchführen zu können. Zusammen mit nur wenigen anderen Laboren weltweit ist das Labor von Prof. Zender in der Lage, sogenannte RNA Interferenzscreens zur direkten Identifizierung neuer Krebsgene in vivo in der Maus durchzuführen.

Immunüberwachung von seneszenten Zellen unterdrückt Krebswachstum

Die wissenschaftlichen Arbeiten von Lars Zender zur zellulären Seneszenz sind ein weiterer wichtiger Schwerpunkt seiner Forschung: Wie der programmierte Zelltod stellt auch die zelluläre Seneszenz ein sehr wichtiges Schutzprogramm zur Verhinderung der Tumorentstehung dar.

Hintergrund: Zellen, deren Erbgut geschädigt ist, können entweder durch den kontrollierten Zelltod absterben oder in den Zustand der zellulären Seneszenz eintreten. Der Begriff Seneszenz bedeutet hier, dass die erbgutgeschädigten Zellen, die entarten können, in einen stabilen Dauerschlaf eintreten, dieser Dauerschlaf wird wissenschaftlich Seneszenz genannt. Sind diese Schutzmechanismen defekt, kann es zur Krebsentstehung kommen.

Zender und seine Mitarbeiter zeigten kürzlich, dass Zellen, die Vorstufen des Leberzellkarzinoms darstellen und sich im Zustand der Seneszenz befinden, kontinuierlich vom Immunsystem - in diesem Fall vom erworbenen, adaptiven Immunsystem - entfernt werden. Dieses Entfernen ist essentiell für die Unterdrückung des Tumorwachstums in der Leber. Bleibt die Entfernung der geschädigten, seneszenten Leberzellen durch das Immunsystem aus, kann es zur Entstehung von Lebertumoren kommen.  Die Arbeiten zeigen, dass es durch die Auslösung des Seneszenzprogrammes und der damit verbundenen Ausschüttung diverser Botenstoffe aus den seneszenten Zellen zu spezifischen Immunantworten gegen Proteine in den seneszenten Zellen kommt. Der entdeckte Mechanismus der Immunüberwachung von seneszenten Zellen hat großes Potential zur Entwicklung neuer Methoden zur Krebsprävention und Behandlung.

Das Universitätsklinikum Tübingen war bereits mehrfach erfolgreich bei der Auszeichnung durch die Deutsche Krebsgesellschaft: 2012 erhielt Prof. Dr. Michael Bamberg in seiner Funktion als Ärztlicher Direktor der Klinik für Radioonkologie den Preis (klinischer Teil) für seine richtungsweisenden Studien zur Therapie von Hirntumoren, 2007 wurde Prof. Dr. Michael Weller, damals Ärztlicher Direktor der Abteilung für Allgemeine Neurologie ausgezeichnet (klinischer Teil) und 2000 wurde der Tübinger Onkologe Dr. Carsten Bokemeyer von der Medizinischen Klinik, Abteilung für Hämatologie, Onkologie, Immunologie, Rheumatologie mit dem renommierten Preis (klinischer Teil) geehrt.

* Die translationale Medizin beschäftigt sich mit der Übersetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis, sie ist Schnittstelle zwischen präklinischer Forschung und klinischer Entwicklung. Durch sie soll Forschungswissen in die Behandlung von Patienten eingehen.

Quelle: Universitätsklinikum Tübingen
 
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