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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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22. Oktober 2012

Defibrotide führt zu einem 40% geringeren Auftreten von Lebervenenverschlusserkrankungen nach HSCT

Der Wirkstoff Defibrotide führt zu einem 40% geringeren Auftreten von Lebervenenverschlusserkrankungen (Veno-occlusive disease-VOD) 30 Tage nach einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation (Hematopoietic stem cell transplantation HSCT) bei Patienten, die Defibrotide erhalten haben, verglichen mit denen, die Defibrotide nicht erhalten haben. Zusätzlich sind bei allogenen Stammzelltransplantation-Empfängern (70% der Studien-Population) die Häufigkeit und der Schweregrad der akuten Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) in der Defibrotide-Gruppe signifikant niedriger.

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Diese Ergebnisse bestätigen die prophylaktische Anwendung von Defibrotide in der HSCT-Behandlungsanordnung. (GvHR ist die Transplantat-Wirt-Reaktion; darunter versteht man eine immunologische Reaktion, die in der Folge einer allogenen Knochenmark- oder Stammzelltransplantation auftreten kann. Bei der GvHR reagieren vor allem die im Transplantat enthaltenen T-Lymphozyten eines Spenders gegen den Empfängerorganismus. Am häufigsten äußern sich Symptome der GvHR an der Haut, der Leber, am Darm und am Auge.) Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer Phase-III randomisierten, kontrollierten Studie des biopharmazeutischen Unternehmens Gentium SpA, Villa Guardia, Como, Italien, die ihren Wirkstoff Defibrotide im Einsatz zur Verhinderung von Lebervenenverschlusserkrankungen (VOD) bei jüngeren Patienten untersuchte, die sich einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT) unterziehen. Die Ergebnisse wurden in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet (Vol. 379) veröffentlicht und jetzt auf der Jahrestagung 2012 der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie DGHO in Stuttgart vom Leiter der europaweiten Studie Professor Dr. med. Selim Corbacioglu, Leiter der Pädiatrischen Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Regensburg UKR, vorgestellt.

Über die Studien-Ergebnisse

In der intention-to-treat-Analyse hatten 22 (12%) der 180 Teilnehmer in der Defibrotide-Gruppe VOD innerhalb von 30 Tagen nach HSCT verglichen mit 35 (20%) von 176 Kontrollen (Risiko-Differenz -7,7%, 95% CI -15,3 bis -0,1; Z-Test für konkurrierende Risikoanalyse p = 0,048). In der per-protocol-Population hatten 18 (11%) von 159 Teilnehmern in der Defibrotide-Gruppe VOD innerhalb von 30 Tagen nach HSCT im Vergleich zu 34 (20%) von 166 Kontrollen (Risiko- Differenz -9,2%, 95% CI -17,0 bis - 1,3; Z-Test für konkurrierende Risikoanalyse p = 0,022). Zusätzlich waren in der intention-to-treat-Population Häufigkeit und Schwere (Klassen 1-4) der akuten Graft-versus-Host-Disease in der Defibrotide-Gruppe niedriger als in der Kontrollgruppe (p = 0,006 Häufigkeit und Schwere p = 0,006 nach 30 Tagen und Häufigkeit p = 0,005 und p = 0,003 Schweregrad bei 100 Tagen nach HSCT). Das Auftreten von Nebenwirkungen war in der Defibrotide- und Kontroll-Gruppe ähnlich, was belegt, dass Defibrotide gut vertragen wird.

Über den Studien-Aufbau

Die Phase-III-Europäische pädiatrische Präventions-Studie ist eine multi-center, open-label, randomisierte klinische Studie, um die prophylaktische Anwendung von Defibrotide bei pädiatrischen Patienten zu untersuchen, die sich einer Stammzelltransplantation unterziehen und ein hohes Risiko für hepatische VOD haben. In der Studie mit zwei Gruppen wurden die Patienten randomisiert zugewiesen, eine Defibrotide-Prophylaxe oder keine Prophylaxe zu erhalten (Kontroll-Gruppe). Patienten in der Prophylaxe-Gruppe erhielten 25 mg/kg /Tag Defibrotide in vier getrennten Dosen beginnend mit dem Zeitpunkt der Behandlung. Die Patienten in der Kontroll-Gruppe erhielten keine Defibrotide für VOD-prophylaktische Maßnahmen. Der primäre Endpunkt der Studie war die Entwicklung von VOD innerhalb von 30 Tagen nach HSCT basierend auf den modifizierten Seattle-Kriterien.

In einem Kommentar zur Studie betonen Dr. Uwe Platzbecker und Dr. Martin Bornhäuser, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“ Dresden: „Am wichtigsten ist, dass die Defibrotide-Prophylaxe gut vertragen wurde und nicht zu einem erhöhten Blutungsrisiko führte. Die Einschränkung durch die gesetzgebenden Behörden bedeutet, dass es nur wenige randomisierte Studien bei Kindern gibt und daher die Untersuchung von Corbacioglu und seiner Kollegen eine europäische Schlüssel-Studie ist, eine, die hoffentlich die Praxis bei jüngeren Patienten ändern wird und möglicherweise auch einen Anstoß bieten wird, um die Behandlungsmöglichkeiten für erwachsene Patienten zu überprüfen“.

Quelle: Gentium
 
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