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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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21. Oktober 2015

DGU 2015: Fortgeschrittenes Prostatakarzinom – Entscheidungskriterien für eine individuelle Behandlung

Beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom werden Entscheidungskriterien zur Auswahl von Therapien und Therapiesequenzen dringend benötigt. Wie Dr. Jörg Schröder, Berlin, im Rahmen eines Satellitensymposiums der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH erklärte, handelt es sich um einen sehr heterogenen Tumor, für den die Bildgebung bisher der einzige klinisch anwendbare Prognosefaktor ist.

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Patienten sollten alle Therapien erhalten, um damit den größtmöglichen Benefit herauszuholen, sagte Prof. Dr. Maria De Santis, Warwick Medical School, Großbritannien. Um den Zeitpunkt nicht zu verpassen, an dem der Patient für eine Chemotherapie geeignet ist, solle der frühe Einsatz einer Chemotherapie individuell erwogen und interdisziplinär diskutiert werden.

In der metastasierten kastrationsresistenten Situation besteht derzeit vornehmlich die Frage, welche Patienten eher mit einer Hormonmanipulation und welche mit einem Taxan behandelt werden sollten. Als Entscheidungskriterien für die Erstlinien-Behandlung nannte PD Dr. Christian Thomas, Universitätsklinikum Frankfurt, die Dauer der ADT bis zum kastrationsresistenten Stadium, die Tumoraggressivität und das Vorliegen viszeraler Metastasierung sowie für die Zweitlinientherapie zusätzlich den Wirkmechanismus der Vortherapie. Eine retrospektive Analyse mit 944 mCRPC-Patienten gibt Hinweise auf Unterschiede der Wirkung diverser Therapiesequenzen: Nach Docetaxel-Therapie wurde bei Implementation von Cabazitaxel in die Sequenz eine höhere Wahrscheinlichkeit ein Jahr zu überleben beobachtet.

Eine Lebensqualitätsanalyse zum Einsatz von Cabazitaxel in der Zweitlinie nach Docetaxel, die Peter Hammerer und Kollegen beim Deutschen Urologenkongress in Hamburg präsentierten, zeigte, dass die Therapie mit Cabazitaxel effektiv und gut verträglich ist. 406 Patienten erhielten vier Zyklen Cabazitaxel, von denen 238 Patienten auswertbar waren. Es wurde im Ergebnis keine signifikante Änderung der Lebensqualität über die vier Zyklen beobachtet - unabhängig vom PSA-Ansprechen. Das Gesamtüberleben war bei Patienten mit PSA-Ansprechen ≥50% deutlich erhöht und die Schmerzen signifikant reduziert.

Dr. Ine Schmale, Westerburg
Satelliten-Symposium der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGO), 25. September 2015, Hamburg
 
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