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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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09. Oktober 2015

DGU 2015: Evidenz für Enzalutamid in unterschiedlichen Therapieszenarien wächst weiter

Im Rahmen des 67. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie wurden aktuelle Auswertungen der Studien PREVAIL und TERRAIN vorgestellt (1,2). Letztere zeigen für Enzalutamid bei Männern mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) einen fast zehnmonatigen Vorteil beim progressionsfreien Überleben im Vergleich zu Bicalutamid (2).

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In die PREVAIL-Studie waren 1.717 asymptomatische/mild symptomatische Chemotherapie-naive Männer eingeschlossen, deren mCRPC unter einer Androgendepriviationstherapie fortschritt. Sie wurden entweder mit Enzalutamid oder Placebo behandelt. Eine Interimsanalyse nach 540 Todesfällen hatte bereits einen Überlebensvorteil (Overall-Survival, OS) von Enzalutamid gegenüber Placebo von im Median 2,2 Monaten demonstriert (3). Anschließend konnten Patienten vom Placebo-Arm in den Enzalutamid-Arm wechseln. Ein aktuelles Update der OS-Analyse, das Prof. Arnulf Stenzl, Tübingen, beim DGU-Kongress vorstellte, zeigt, dass der OS-Vorteil unter Enzalutamid auf nunmehr vier Monate angewachsen ist: Die mediane Überlebenszeit unter Placebo betrug 31,3 Monate (95%-KI: 28,8-34,2) und unter Enzalutamid 35,3 Monate (95%-KI: 32,2 – noch nicht erreicht). Die Hazard-Ratio (HR) lag bei 0,77 (95%-KI: 0,67-0,88; p=0,0002). Der OS-Vorteil unter Enzalutamid dabei war über alle präspezifizierten Subgruppen konsistent (1).

„Auch bei längerer Nachbeobachtungsdauer und trotz des Wechsels von Placebo zu lebensverlängernden aktiven Therapien zeigte Enzalutamid beim Gesamtüberleben, dem radiographisch progressionsfreien Überleben (rPFS) und bei der Notwendigkeit einer Anschlusstherapie deutliche Vorteile gegenüber Placebo“, fasste Stenzl die Ergebnisse der PREVAIL-Studie zusammen.

TERRAIN-Studie: Vergleich von Enzalutamid mit Bicalutamid

An der TERRAIN-Studie nahmen 375 asymptomatische/mild symptomatische Chemotherapie-naive Patienten teil, deren mCRPC trotz Behandlung mit einem LHRH-Analogon oder nach bilateraler Orchiektomie progredient war. Sie erhielten entweder Enzalutamid oder Bicalutamid jeweils kombiniert mit einem LHRH-Analogon.

Die von Prof. Axel Heidenreich, Köln, präsentierten Daten unterstreichen, dass Enzalutamid die Progression der Erkrankung verglichen mit Bicalutamid signifikant verzögert: Das mediane PFS im Enzalutamid-Arm lag bei 15,7 versus 5,8 Monate unter Bicalutamid – ein Gewinn von 9,9 Monaten (HR 0,44; 95%-KI: 0,34-0,57; p<0,0001) (2). Wie auch in der PREVAIL-Studie war der Behandlungseffekt in allen präspezifizierten Subgruppen robust und konsistent. Darüber hinaus war die mediane Zeit bis zum PSA-Progress unter Enzalutamid um 13,6 Monate länger als unter Bicalutamid (19,4 Monate vs. 5,8 Monate; HR 0,28; 95%-KI: 0,20-0,39; p<0,0001) (2). Und: Nach 13 Wochen erreichten 56% der Enzalutamid-Patienten, aber nur 5% der Bicalutamid-Patienten eine PSA-Reduktion im Vergleich zu Baseline von ≥ 90% – ein Ergebnis, das Heidenreich zufolge in dieser Form unter anderen Therapieoptionen noch nicht gezeigt werden konnte (2).

„In dieser großen Doppelblind-Studie zeigte Enzalutamid im Vergleich zum Standardvorgehen – der Addition von Bicalutamid zur LHRH-Therapie – bei Patienten mit asymptomatischem/mild symptomatischem mCRPC eine größere Wirksamkeit. Diese Ergebnisse könnten in Zukunft das therapeutische Vorgehen beim mCRPC beeinflussen“, kommentierte Heidenreich die Daten.  

Das Sicherheitsprofil von Enzalutamid entsprach in beiden Untersuchungen dem der bisherigen Studien. Es traten keine neuen, bisher nicht bekannten Effekte auf (1,2).

Androgenrezeptor-Signalweginhibitor

Enzalutamid ist ein Androgenrezeptor-Signalweginhibitor, der einmal täglich oral eingenommen wird. Er hemmt mehrere Schritte des Androgenrezeptor-Signalwegs, reduziert so das Wachstum der Karzinomzellen und induziert das Absterben maligner Zellen (Apoptose) (4).

Astellas
Literatur:

(1) Stenzl A et al., V-40.2, 67. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., 23.9-26.9. Hamburg
(2) Heidenreich A et al., V-40.1, 67. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., 23.9-26.9. Hamburg
(3) Beer TM et al., N Engl J Med 2014;371:424-433
(4) Scher HI et al., Lancet 2010;375(9724):1437-1446

 
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