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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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30. September 2013

DGU 2013: Altbewährte Hormontherapie beim Prostatakarzinom/ neue Therapieoption Custirsen bei Kastrationsresistenz

"Eine antiandrogene Therapie beim lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom bietet High-Risk-Patienten eine Überlebensverbesserung und bedeutet kein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, soweit keine KHK in der Vorgeschichte vorliegt", sagte Dr. Jörg Schröder, Berlin. Prof. Christian Stief, München, stellte neue Therapieoptionen beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom vor: Man verstehe inzwischen den Prozess der Resistenzentwicklung gegen Chemotherapeutika besser und habe mit der Prüfsubstanz OGX-011 ein Medikament, das einen Resistenzbildungsmechanismus unmittelbar unterbreche.

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Stief betonte, dass beim mCRPC der Androgenrezeptor (AR) überexprimiert werde und daher ein wichtiger Angriffspunkt sei, auf den unter anderem der Androgen-Synthese-Inhibitor Abiraterone abziele. Eine Update-Analyse hat für Abiraterone beim mCRPC 15,8 Monate vs. 11,2 Monate Gesamtüberleben gezeigt (1). Eine neue Option sei die Androgenrezeptor-Signalweginhibition durch das seit Juni zugelassene Enzalutamid. Hier werde die AR-Achse dreifach blockiert, nämlich der Androgenrezeptor direkt, der Übertritt des aktivierten AR in den Zellkern sowie im Zellkern die Verbindung von AR und DNA. In der AFFIRM-Studie wurden mit Enzalutamid weitere 4,8 Monate Überlebensverlängerung erreicht (2).

Eine weitere interessante Substanz beim mCRPC ist OGX-011 (Custirsen), die in der Lage ist, die Clusterin-Bildung - eine Ursache der Behandlungsgresistenz - zu inhibieren: Jede Zelle unter (Chemo-)Stress bildet Abwehrmechanismen aus, wodurch es  zum Überleben resistenter Zellen kommt. In der Zelle werden Hitzeschockproteine, Chaperone und Clusterine hochreguliert, wodurch alle Prozesse, die natürlicherweise zur Apoptose führen würden - wie Autophagie oder Proteom-Misfolding - verhindert werden, erläuterte Stief. OGX-011 wurde als zweiwöchentliche Infusion in einer Phase-II-Studie mit Docetaxel getestet und zeigte ein verbessertes Gesamtüberleben von 6,9 Monaten gegenüber Docetaxel allein sowie eine Schmerzlinderung bei der Hälfte der Patienten (3). Custirsen hat den Fast-Track-Status der FDA erhalten. Momentan wird Custirsen in Kombination mit Cabazitaxel in einer Phase-III-Studie als Zweitlinie beim mCRPC getestet sowie in der Phase-III-Studie SYNERGY in der Erstlinie beim mCRPC. Eine weitere interessante Option wäre auch die Kombination von OGX-011 mit Hormontherapie, schloss Stief.

Die seit 25 Jahren eingesetzte antiandrogene Therapie mit Goserelin behält auch im Jahr 2013 seine Bedeutung, nämlich als erste Wahl beim metastasierten hormonsensiblen Prostatakarzinom, sagte Schröder. Die adjuvante Hormontherapie reduziere das Progressionsrisiko bei High-Risk-Patienten (Gleason-Score größer/gleich 7, initialer PSA-Wert >20 ng/ml, positive Lymphknoten) und verlängere das Überleben. Im Rahmen einer Strahlentherapie solle die Hormontherapie mindestens 6 Monate dauern. Schröder betonte, dass sowohl bei Kurzzeit- wie auch bei Langzeitbehandlung das kardiovaskuläre Risiko gering sei - vorausgesetzt, der Patient bringe nicht bereits eine kardiovaskuläre Komorbidität mit.

Dr. Frank Kahmann, Berlin, sprach sich dafür aus, eine Hormontherapue neoadjuvant durchzuführen, um die Prostatagröße und somit die Strahlenbelastung zu reduzieren. Er betonte, dass die Hormontherapie bei Low-Risk-Patienten keinen Überlebensvorteil biete und laut S3-Leitlinie erst ab High-Risk "obligat empfohlen" werde, dann als Langzeittherapie zwischen 24 bis 36 Monaten.

ab

Literaturhinweise:
(1) de Bono J et al. NEJM; 2011; 364(21):1995-2005, http://clinicaltrials.gov/show/NCT00638690
(2) Scher H et al. Lancet 2010; 375(9724):1437-46
(3) Saad F et al. CUOG Trial P-06c, Clin Cancer Res. 2011 Sep 1;17(17):5765-73

Quelle: "Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms heute und in der Zukunft", 27.9.13, Dresden, TEVA
 
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