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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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21. Oktober 2012

DGU 2012: State of the Art - Osteoprotektion beim Prostatakarzinom

Prof. Dr. Franz Jakob, Würzburg, sprach in seinem Vortrag über die Zielsetzung des Knochenschutzes. Eine zentrale Rolle beim Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenresorption spielt das RANK Ligand-Osteoprotegerin System. „Die Dirigenten dieses Systems sind die Osteoklasten und Osteoblasten“, erklärte Jakob. Den RANK Rezeptor bezeichnete Jakob als „Gaspedal“ und den RANK Ligand als „Gasfuß“ des Osteoklasten. „Wenn der RANK Ligand übermäßig exprimiert wird, werden die Osteoklasten angeregt tiefe Löcher in den Knochen zu graben, die der Osteoblast nicht mehr auffüllen kann.“ Der vollhumane monoklonale Antikörper Denosumab bindet mit hoher Spezifität an den RANK Ligand und inaktiviert diesen. Prof. Jakob fasste dies folgendermaßen zusammen: „Denosumab nimmt den RANK Ligand aus dem Spiel“, wodurch es zur Hemmung der Knochenresorption und damit zu einer Erhöhung der Knochendichte kommt. Im Bereich der Supportivtherapie zählt Denosumab zum State of the Art bei der Osteoprotektion.

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Ihr Patient mit Prostatakarzinom – Warum bleibt der Knochen im Fokus?

Prof. Dr. med. Christian Wülfing, Hamburg, stellte in seinem Vortrag „Ihr Patient mit Prostatakarzinom – Warum bleibt der Knochen im Fokus?“ Beispiele für neu verfügbare Therapien zur Behandlung des Prostatakarzinoms vor und erklärte konkret, welche Auswirkungen diese Therapien auf den Knochen haben. Gerade beim Prostatakarzinom ist die Häufigkeit von Knochenmetastasen mit 65-75% relativ hoch. In diesem Zusammenhang spielen SRE (skeletal-related events: skelettbezogene Komplikationen) eine wichtige Rolle. SRE zeigen sich klinisch als pathologische Frakturen, Rückenmarkkompressionen bis hin zur Querschnittslähmung und Knochenbestrahlungen- alles Ereignisse, die mit starken Schmerzen verbunden sind. „SRE haben hier keinen unbedeutenden Stellenwert, sondern SRE korrellieren direkt mit Überleben“, erklärte Wülfing. Zwei wichtige Therapieziele bei der Behandlung von Patienten mit einem Prostatakarzinom mit Knochenmetastasen sind hier die Reduktion von SRE bzw. das Hinauszögern des Auftretens von SRE und die Linderung der Symptome. Hier zeigte die randomisierte Studie bei Patienten mit Prostatakarzinom, die Denosumab mit Zoledronsäure verglich, die signifikante Überlegenheit von Denosumab in Bezug auf die Prävention von SRE. Im Rahmen einer integrierten Analyse aller drei Zulassungsstudien bei mehr als 50 verschiedenen Tumortypen konnte Denosumab SRE im Median um 8,2 Monate gegenüber Zoledronsäure verzögern (1,3). Ebenso kam es unter Denosumab zu einer Verzögerung der Schmerzprogression um 55 Tage gegenüber Zoledronsäure, sodass in Folge weniger Patienten von geringer dosierten Analgetika auf starke Opioide umgestellt werden mussten (1,2). Wülfing wies hier auch noch einmal darauf hin, dass bei der Gabe von Bisphosphonaten und Denosumab gemäß der Zulassung zusätzlich Vitamin D und Kalzium gegeben werden muss, und dass sich dies auch zur Reduktion von Hypokalzämien bewährt hat. Abschließend gab Wülfing einen Ausblick auf weitere Therapieoptionen wie Cabozantinib, Alpharadin oder Abirateron. Zusammenfassend stellte Wülfing fest: „Das Thema Knochen sollte auch im Bereich der Urologie weiterhin eine wichtige Rolle spielen.“
 
„Neulich in der Praxis“ – Therapieentscheidungen beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom

PD Dr. med. Andreas Blana, Fürth, widmete sich Erfahrungen aus der Praxis und diskutierte hierbei Therapieentscheidungen beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom. Hierbei wurde deutlich, dass der Einsatz von Bisphosphonaten oder Denosumab gängige Praxis ist. Meist bevorzugen die Patienten Denosumab vor allem auch wegen des Vorteils der subkutanen Injektion des Wirkstoffs, während die Gabe der Bisphosphonate intravenös erfolgen muss. Denosumab zeichnet sich außerdem durch eine vergleichsweise überlegene Wirksamkeit aus. Die Anzahl der unerwünschten sowie schwerwiegend unerwünschten Ereignisse bei der Behandlung mit Zoledronsäure oder Denosumab ist zudem vergleichbar. Kieferosteonekrosen (ONJ) traten unter Denosumab insgesamt in geringer Inzidenz (1 – 2% der Patienten) und mit keinem statistisch signifikanten Unterschied im Vergleich zu Zoledronsäure auf. Unter Denosumab wurde mit 9,6% im Vergleich zu 5% unter Zoledronsäure häufiger eine Hypokalzämie beobachtet. Blana wies darauf hin, dass der Kalziumspiegel vor Behandlungsbeginn mit Denosumab bestimmt werden sollte, da eine bereits bestehende Hypokalzämie vor Beginn der Therapie beseitigt werden muss und therapiebegleitend eine Kalzium- und Vitamin D-Substitution nötig ist (4). „Auch während Therapie sollte der Kalziumspiegel einem ständigen Monitoring unterliegen. Bei einer Substitution sollte die Mindestmenge von 500mg Kalzium und 400 Einheiten Vitamin D gegeben werden“, erklärte Blana. Als weiteren Vorteil von Denosumab nannte Blana die Möglichkeit des Einsatzes bei niereninsuffizienten Patienten. Im Vergleich zu Zoledronsäure ist bei verminderter Nierenfunktion keine Dosisanpassung notwendig, da Denosumab nicht über die Nieren ausgeschieden wird.
Blana schloss seine Ausführungen mit folgendem Fazit: „Knochenmetastasen stehen heute bei der Behandlung stärker im Fokus. Das Spektrum der Therapien hat sich hier stark erweitert und das Nebenwirkungsprofil dieser Therapien ist moderat.“

Literaturhinweise:
(1) Lipton A et al. Eur J Cancer. 2012 Sep 10. pii: S0959-8049(12)00617-X. doi: 10.1016/j.ejca.2012.08.002. [Epub ahead of print].
(2) Cleeland CS et al. Ann Oncol 2010;21:8s (Abstract 1248P)
(3) Fizazi K et al. Lancet 2011; 377: 813
(4) AMGEN, Fachinformation  XGEVA® 120 mg Injektionslösung, Stand August 2012

Quelle: Amgen-Symposium „State of the Art “Osteoprotektion” beim Prostatakarzinom – the past, the present and the future“, 27.9.12, DGU Leipzig
 
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